Fachbuch, 2020
93 Seiten
1 Einleitung
2 Crystal Meth
2.1 Substanz
2.2 Historie
2.3 Epidemiologie
2.4 Konsum
2.4.1 Konsumformen
2.4.2 Konsumphasen
2.4.3 Konsummotive
2.4.3.1 Leistungssteigerung
2.4.3.2 Geselligkeit
2.4.3.3 Gewichtsreduzierung
2.4.3.4 Selbstmedikation
2.4.3.5 Biographische Gründe
2.5 Wirkungsweise
2.5.1 Kurzzeitwirkung
2.5.2 Langzeitwirkung
2.6 Abstinenz und Rückfallrisiko
3 Konsum und Kindeswohl
3.1 Begrifflichkeiten
3.1.1 Kindeswohl
3.1.2 Kindeswohlgefährdung
3.1.3 Erziehungsfähigkeit
3.2 Auswirkungen des Konsums
3.2.1 prä- und postnatale Auswirkungen
3.2.2 Auswirkungen auf die Erziehungsfähigkeit
3.3 Diskurs: Elternschaft und Konsum
4 Handlungsempfehlungen
4.1 Handlungsrahmen
4.1.1 Die Mutter-Kind-Einrichtung als Unterbringungsform
4.1.2 Zielgruppe
4.1.3 Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
4.1.3.1 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.1.3.2 Rechtliche Grundlagen
4.1.3.2.1 Jugendschutzgesetz
4.1.3.2.2 Betäubungsmittelgesetz
4.1.3.2.3 Schweigepflicht und Datenschutz
4.2 Handlungsempfehlungen für Einrichtungen nach § 19 SGB VIII
4.2.1 sozialpädagogische Unterstützungsmöglichkeiten
4.2.1.1 Chancen und Grenzen von Drogentestungen
4.2.1.2 Verhalten bei einem Notfall
4.2.2 Instrumentarien zur Gefährdungseinschätzung
4.2.3 Netzwerk- und Kooperationsarbeit
4.2.4 weitere Angebote
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die sozialpädagogischen Handlungsmöglichkeiten in der Arbeit mit Crystal-Meth-konsumierenden Müttern in stationären Mutter-Kind-Einrichtungen nach § 19 SGB VIII. Ziel ist es, trotz der Suchtproblematik Wege aufzuzeigen, wie das Kindeswohl gesichert und eine gemeinsame Unterbringung verantwortet werden kann, indem individuelle Unterstützung und klare Rahmenbedingungen geschaffen werden.
2.4.1 Konsumformen
Am häufigsten sind nasale und intravenöse Konsumformen sowie die Inhalation von Crystal. Weitaus seltener wird Crystal oral und vaginal bzw. anal konsumiert. Beim nasalen Gebrauch, in der Szene auch „sneefen“, „ruppen“ oder „rotzen“ genannt, wird Crystal in Pulverform durch die Nase gezogen und über die Nasenschleimhaut aufgenommen. Die Wirkung tritt nach ca. fünf bis zehn Minuten ein. Beim intravenösen Gebrauch wird Crystal zunächst in Wasser aufgelöst und dann mit einer Spritze injiziert, in der Szene als „ballern“ bezeichnet. Hierbei tritt die Wirkung sofort ein. Beim Inhalieren (Szenebezeichnung: „blecheln“) wird Crystal zunächst auf einer Alufolie erhitzt und der dabei entstehende Dampf wird eingeatmet. Aber auch das Rauchen von Crystal in einer sogenannten Crackpfeife (Szenebezeichnung: „pipe“) ist üblich. Auch hierbei tritt die Wirkung sofort ein. Bei oraler Aufnahme, in der Szene unter „bomben“ bekannt, wird Crystal in Tabletten- oder Kapselform geschluckt, wobei eine Wirkung nach etwa 30 bis 40 Minuten eintritt. Darüber hinaus existieren auch anale (Szenebezeichnung: „booty bomb“) und vaginale Gebrauchsformen. Genaue Angaben zum Wirkungseintritt finden sich für diese Konsumformen nicht. (vgl. JSDB 2014, S. 12ff.)
Zu Beginn des Konsums von Crystal wird die Substanz oftmals noch nasal konsumiert. Sobald eine gewisse Gewöhnung eintritt, wird meist zum Inhalieren übergegangen. Bei einem intravenösen Gebrauch besteht das höchste Risiko einer Überdosierung.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steigende Relevanz von Crystal Meth in der Arbeit mit Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen und begründet die Notwendigkeit der Arbeit durch mangelnde praxisorientierte Handlungsempfehlungen.
2 Crystal Meth: Dieses Kapitel erläutert die Substanz, deren Historie und Epidemiologie, die verschiedenen Konsumformen und -phasen sowie die Konsummotive und die Wirkungsweise.
3 Konsum und Kindeswohl: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen wie Kindeswohl und Erziehungsfähigkeit, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen des Konsums auf das Kind und einem kritischen Diskurs zur Vereinbarkeit von Elternschaft und Sucht.
4 Handlungsempfehlungen: Dieser zentrale Teil liefert konkrete Ansätze für die Arbeit in Einrichtungen nach § 19 SGB VIII, einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen, Krisenmanagement und Kooperationsstrategien.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, statt pauschaler Ablehnung eine individuelle, differenzierte Hilfeplanung zu etablieren, um Mütter zu unterstützen und Kinder zu schützen.
Crystal Meth, Sozialpädagogik, Mutter-Kind-Einrichtung, § 19 SGB VIII, Kindeswohl, Erziehungsfähigkeit, Suchthilfe, Drogenkonsum, Suchtprävention, Jugendhilfe, Kinderschutz, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Handlungsempfehlungen, Suchterkrankung, Eltern-Kind-Bindung.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialpädagogischen Unterstützung von Müttern, die Crystal Meth konsumieren, im Rahmen einer stationären Unterbringung in Mutter-Kind-Einrichtungen nach § 19 SGB VIII.
Zentral sind die Auswirkungen von Crystal Meth auf die Erziehungsfähigkeit, der Schutz des Kindeswohls, die Entwicklung von Handlungssicherheit für pädagogische Fachkräfte sowie die kritische Reflexion von Kontrollmaßnahmen.
Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die es Einrichtungen ermöglichen, suchtkranken Müttern und ihren Kindern Hilfen anzubieten, anstatt den Konsum als generelles Ausschlusskriterium zu werten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Verknüpfung theoretischer Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der sozialpädagogischen Praxis in Mutter-Kind-Einrichtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Substanz Crystal, die Analyse der Auswirkungen auf Elternschaft und Kindeswohl sowie detaillierte Empfehlungen für institutionelle Rahmenbedingungen und die tägliche pädagogische Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Crystal Meth, Kindeswohl, Sozialpädagogische Arbeit, Mutter-Kind-Einrichtung, Erziehungsfähigkeit und Suchtprävention.
Die Fallzahlen steigen, insbesondere in grenznahen Regionen wie Sachsen, und Einrichtungen sehen sich vermehrt mit Anfragen für suchtbelastete Familien konfrontiert, für die bisher kaum spezifische Standards existieren.
Sie steht Drogentests kritisch gegenüber, da sie Machtgefälle und Misstrauen fördern können, und plädiert stattdessen für einen transparenten, vertrauensbasierten Ansatz in Verbindung mit einer umfassenden Wissensaneignung über die Substanz.
Ein gut ausgebautes, interdisziplinäres Netzwerk, bestehend aus Jugendhilfe, Suchthilfe und medizinischen Diensten, ist essenziell, um die Mütter stabilisieren und das Kindeswohl langfristig sichern zu können.
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