Diplomarbeit, 2005
126 Seiten, Note: 1,6
I. VORWORT
I. 1. MOTIVATION
I. 2. THESE
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
II. 1. HILFEN ZUR ERZIEHUNG
II. 1.1. Erziehungshilfen für Jugendliche im Wandel
II. 1.2. Erlebnispädagogischer Hintergrund
II. 1.2.1. Geschichte und Wirkungsmodelle
II. 1.2.2. Stellenwert der Erlebnispädagogik in der Jugendhilfe
II. 1.3. Intensiv Sozialpädagogische Einzelmaßnahmen
II. 1.3.1. Letzte Instanz vorm sozialen Abstieg?
II. 1.3.2. Rechtliche Rahmenbedingungen
II. 1.3.3. Überblick über Maßnahmengebote
II. 1.3.4. Kritik und persönliche Bewertung
II. 1.3.5. Weiterentwicklung und Perspektiven
II. 2. PILGERN
II. 2.1. Spezielles Wandern
II. 2.2. Wandern als Therapie
II. 2.3. Wandern als Angebot für Jugendliche
III. AUF DEM JACOBSWEG
III. 1. VORSTELLUNG DES JACOBSWEGES
III. 2. DIE MAßNAHME
III. 3. METHODIK
III. 3.1. Der thematische Leitfaden
III. 3.2. Beobachtung
III. 3.3. Befragung
III. 4. VORSTELLUNG DER JUGENDLICHEN
III. 4.1. Biografisches
III. 4.2. Persönliche Erwartungen von Lisa an das Reiseprojekt
III. 5. DURCHFÜHRUNG DES REISEPROJEKTES
III. 6. AUSWERTUNG
III. 6.1. Bezug zu Lisas Biografie
III. 6.2. Lisas Einstellung zum Projekt
III. 6.3. Verhalten in Konfliktsituationen
III. 6.4. Einfluss der Umgebung
III. 6.5. Beziehung zum Betreuer
III. 6.6. Die Wirkung von positiven Erlebnissen
III. 6.7. Lisas körperliches Befinden
IV. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Pilgern als eine spezifische Form der intensivsozialpädagogischen Einzelbetreuung. Ziel ist es, durch die Analyse eines konkreten Falls zu prüfen, wie durch erlebnispädagogische Wandermaßnahmen ein Einfluss auf Jugendliche in schwierigen Lebenslagen genommen werden kann, um Verhaltensänderungen, ein neues Selbstbild sowie eine bessere Konfliktbearbeitungsfähigkeit einzuleiten.
I. 1. Motivation
Betrachtet man die Gesellschaft, in der wir gegenwärtig leben, muss man nach den Missständen nicht lange suchen. Spontaneität und Eigeninitiative nehmen immer mehr ab und „Individualismus“ spiegelt den Zeitgeist der westlichen Kultur wieder. Das Leben vieler Mitmenschen ist geprägt von Hektik, Selbstgefälligkeit und festgefahrenen Strukturen.
Im 6. Semester meines Studiums der Sozialpädagogik hatte ich die Chance, mein Hauptpraktikum in einer „Intensiv Sozialpädagogischen Einzelmaßnahme“ (ISE) im Süden Frankreichs zu absolvieren. Dort hatte ich zum Einen Gelegenheit, die während meines bisherigen Studiums erworbenen theoretischen Grundlagen praktisch anzuwenden und konnte zum anderen erfahren, wie wirkungsvoll diese handlungsorientierte Methode den beschriebenen Missständen entgegen wirken kann.
Schön wäre es, wenn Hilfsbereitschaft, Neugierde, Hingabe, Zusammenarbeit, Respekt etc. zur Grundausstattung jedes Individuums gehören würden und die Jugendhilfe weit weniger zu tun hätte. Aber betrachtet man die Statistiken in diesem Bereich, sind die Zahlen alles andere als rückläufig. Damit meine ich nicht nur den rasanten Anstieg der Sozialhilfeempfänger – das ließe sich mit der Langzeitmassenarbeitslosigkeit erklären. Bedenklicher ist meiner Meinung nach, dass es als immer weniger selbstverständlich gilt, für seine Kinder zu sorgen, egal wie schlecht es einem selbst geht. Es häufen sich die Fälle, in denen die staatliche Kinder- und Jugendhilfe eingreifen muss, weil z.B. die Eltern versagen. Begriffe wie „broken home“ oder „Familie in Auflösung“ sind oft gebrauchte Schlagwörter, mit denen familiäre Strukturen charakterisiert werden, die mittlerweile keine Seltenheit mehr sind. Die betroffenen Kinder können nicht richtig sprechen, sie sind fehlernährt, wahrnehmungsgestört, aggressiv, völlig distanzlos, seelisch verwahrlost, körperlich ungepflegt, einsam, verängstigt und/ oder kriminell. Oft kennzeichnen multiple Problemlagen das familiäre Zusammenleben und es entstehen Problemeskalationen, die immer wieder Kriseninterventionen erforderlich machen und diverse Unterstützungsmaßnahmen auslösen.
I. VORWORT: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die Entstehung der Arbeit während eines Praktikums in einer Intensiv Sozialpädagogischen Einzelmaßnahme (ISE).
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es Erziehungshilfen, den erlebnispädagogischen Hintergrund sowie das Pilgern als Methode diskutiert.
III. AUF DEM JACOBSWEG: Der praktische Teil beschreibt die Vorstellung des Weges, die angewandte Methodik, das Fallbeispiel der Jugendlichen Lisa sowie die Durchführung und Auswertung der Pilgerreise.
IV. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Eine Zusammenführung der Ergebnisse, die das Potenzial der Methode hervorhebt, aber auch die Herausforderungen in der Umsetzung kritisch reflektiert.
Pilgern, Jakobsweg, Erlebnispädagogik, Intensiv Sozialpädagogische Einzelmaßnahme, ISE, Jugendhilfe, Erziehungshilfe, Sozialpädagogik, Fallanalyse, psychosoziale Entwicklung, Naturerlebnisse, Krisenintervention, Alltagstransfer, Resilienz, Biografiearbeit.
Die Arbeit untersucht das Pilgern als eine spezifische, handlungsorientierte Methode innerhalb der intensivsozialpädagogischen Einzelbetreuung, um verhaltensauffällige Jugendliche zu unterstützen.
Die Arbeit verbindet theoretische Konzepte der Erlebnispädagogik mit dem praktischen Anwendungsfeld der intensiven Jugendhilfe und der Lebenswelt des Pilgerns.
Ziel ist es, den Einfluss einer begleiteten Pilgerreise auf die persönliche Entwicklung, das Selbstbild und die Konfliktfähigkeit einer Jugendlichen anhand eines konkreten Fallbeispiels zu analysieren.
Die Autorin nutzt qualitative Forschungsmethoden, insbesondere teilnehmende Beobachtung, Interviews sowie die Auswertung von Fragebögen, um Lisas Entwicklung während des Projekts zu dokumentieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Hintergründe zu erzieherischen Hilfen, eine Vorstellung des Jakobswegs als therapeutisches Lernfeld sowie eine detaillierte Fallauswertung inklusive biografischer Aspekte und der Wirkung der Maßnahme auf die Probandin.
Die zentralen Schlagworte sind Pilgern, Erlebnispädagogik, Intensiv Sozialpädagogische Einzelmaßnahme (ISE), Jugendhilfe und Resilienz.
Pilgern wird als reizarme, naturnahe Methode beschrieben, die durch ihre Langsamkeit und die Notwendigkeit zur Bewältigung physischer Herausforderungen einen Kontrast zum Alltag der Jugendlichen bietet und neue Lernprozesse ermöglicht.
Die persönliche Beziehung bildet laut der Autorin das wichtigste und wirkungsvollste Element der Maßnahme, da sie Vertrauen und Verlässlichkeit schafft, welche die betroffenen Jugendlichen in ihrer bisherigen Biografie oft vermisst haben.
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