Masterarbeit, 2016
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Männer in ‚Frauenberufen‘ – Eine theoretischen Einführung
2.1 ‚Geschlechtscharaktere‘
2.2 Arbeitsmarktsegregation
2.3 Der Erzieher_innenberuf
3 (Mehr) Männer in Kindertagesstätten
3.1 Frauen sind verantwortlich für die Problemlage von Jungen
3.2 Eine Statusaufwertung durch männliche Erzieher
3.3 In Kitas fehlt das ‚männliche Element‘
3.4 Jungen brauchen Männer
3.5 Eine Männerquote als Lösung?
4 Der Generalverdacht
5 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Masterarbeit analysiert kritisch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte um die Forderung nach mehr männlichen Erziehern in deutschen Kindertageseinrichtungen. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob die gängigen Argumente für eine Erhöhung des Männeranteils – wie die Kompensation einer vermeintlichen weiblichen Übermacht, die Aufwertung des Erzieherberufs oder die Bereitstellung männlicher Vorbilder für Jungen – empirisch fundiert und wissenschaftlich haltbar sind.
3.3 In Kitas fehlt das ‚männliche Element‘
„Und welcher Mann mag schon Basteltante oder Klatschtante genannt werden. Das hassen die Männer. Wir ratschen auf eine andere Art und Weise. Wir sind immer, ja immer Ratschtanten, einen Ratschonkel gibt es eigentlich nicht, von der Sprache her. Aber wir sagen in dem Fall auch Ratschtanten, aber wir ratschen über Sport hauptsächlich, Fußball von mir aus, Männer, ja. Politik dann ein bisschen. Frauen halt über Kinder und Familie oder Freundinnen, das ist bei denen ratschen. Also da ist wieder der Unterschied da.“ (Zitat eines Erziehers in: Buschmeyer 2013: S. 224)
Das Geschlecht ist grundsätzlich erst einmal und im allgemeinen Verständnis als „deskriptive Kategorie“ anzusehen, mit der Menschen der dichotomen Ordnungssystem zugeordnet werden sollen. Diese Zuordnung wird anhand des äußeren Erscheinungsbildes und in eine der Kategorien männlich oder weiblich vorgenommen. Diese Geschlechtszugehörigkeit unterliegt bestimmten gesellschaftlichen Regeln. Die Differenzen zwischen Frauen und Männern sind an eigene Darstellungen und Fremdwahrnehmungen gebunden, die Menschen einerseits zeigen, weil sie einem der Geschlechter angehören (Erwartungserfüllung) und andererseits, um einem bestimmten Geschlecht anzugehören (eine Konstruktion von Männlichkeit oder Weiblichkeit). Diese Darstellungs- und Wahrnehmungsprozesse finden meist im Verborgenen statt und werden daher selten als Konstruktionen, sondern vielmehr als natürlicher Zustand wahrgenommen (Breitenbach et al. 2015: S. 27–29).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Forschungsproblem dar, beleuchtet den geringen Männeranteil in Kitas und skizziert den aktuellen wissenschaftlichen sowie öffentlichen Diskurs anhand fünf bedeutender Studien.
2 Männer in ‚Frauenberufen‘ – Eine theoretischen Einführung: Dieses Kapitel verankert die Debatte in der Theorie der „Geschlechtscharaktere“ und analysiert soziologische Ansätze zur Arbeitsmarktsegregation sowie die historische Entwicklung des Erzieher_innenberufs.
3 (Mehr) Männer in Kindertagesstätten: Im Hauptteil werden vier zentrale Argumente für eine Erhöhung des Männeranteils in Kitas anhand empirischer Befunde kritisch analysiert und auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit geprüft.
4 Der Generalverdacht: Dieses Kapitel thematisiert die Kehrseite der Debatte, nämlich den stigmatisierenden Vorwurf der Pädophilie und sexuellen Motivation, der männliche Erzieher in ihrer Arbeit und Berufswahl beeinflusst.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die Forderungen nach mehr Männern oft auf unreflektierten Geschlechterstereotypen basieren und ein Ansatz jenseits binärer Rollenbilder notwendig wäre.
Männliche Erzieher, Kindertageseinrichtungen, Geschlechtscharaktere, Arbeitsmarktsegregation, Frühpädagogik, Männlichkeitsforschung, Geschlechterstereotype, Generalverdacht, Pädophilie, Männerquote, doing gender, professionelle Erziehung, Gender Studies.
Die Arbeit untersucht kritisch die öffentliche und wissenschaftliche Debatte um die Forderung, den Anteil männlicher Erzieher in deutschen Kindertageseinrichtungen zu erhöhen.
Themen sind die historische Herleitung von Geschlechterrollen, die soziologische Arbeitsmarktsegregation, pädagogische Ansätze zur frühkindlichen Erziehung und die Analyse männlicher Männlichkeitskonstruktionen in frauendominierten Berufsfeldern.
Das Ziel ist es, die Essenz der Argumente für „mehr Männer in Kitas“ offenzulegen und zu analysieren, ob diese aus wissenschaftlicher Sicht haltbar sind.
Es werden keine eigenen empirischen Untersuchungen durchgeführt, sondern eine diskurstheoretische Analyse bereits vorliegender Studien und Fachbeiträge vorgenommen.
Der Hauptteil analysiert vier Kernargumente: die vermeintliche Benachteiligung von Jungen durch Frauen, die Erwartung einer Statusaufwertung, das Fehlen eines „männlichen Elements“ und die Bedeutung männlicher Vorbilder.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Männliche Erzieher, Geschlechterstereotype, Arbeitsmarktsegregation, Generalverdacht, Frühpädagogik und Männlichkeitsforschung.
Die Autorin stellt fest, dass das „männliche Element“ oft ein vages Konstrukt ist, das auf hegemonalen Männlichkeitsvorstellungen basiert, ohne dass eine klare pädagogische Notwendigkeit empirisch belegbar wäre.
Der Generalverdacht, Erzieher könnten sexuelle Absichten verfolgen, wirkt abschreckend und ist einer der Gründe, warum sich junge Männer gegen den Beruf entscheiden.
Anstatt einer Quote, die das Problem der Segregation auf das Geschlecht reduziert, plädiert die Autorin für einen „Diversityansatz“, der Professionalität in den Vordergrund rückt und über stereotype Rollenbilder hinausgeht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

