Bachelorarbeit, 2019
98 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Teilen
2.2 Wohnungsmarkt
2.3 Gentrifizierung
2.4 Doppeltes Invasions-Sukzessions-Zyklus Modell nach Dangschat
3. Auswirkungen der Home-Sharing Dienste auf den Wohnungsmarkt
3.1 Wohnungsmärkte und Gentrifizierung
3.2 Sharing Economy
3.3 Wohnraumentzug in Berlin in Verbindung mit Home-Sharing Diensten
4. Methodik und Operationalisierung
5. Ergebnisse
5.1 Interviewergebnisse in Bezug zur Sekundärliteratur
5.2 Interviewergebnisse in Bezug zum Doppelten-Invasions-Sukzessions-Zyklus
6. Diskussion und Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht den Einfluss der kommerziellen Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt und den damit verbundenen Gentrifizierungsprozess im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, um zu analysieren, ob Home-Sharing Plattformen als Treiber für Wohnraumverknappung und Mietpreissteigerungen fungieren.
2.1 Teilen
Der Begriff des Teilens wird stark durch Russell W. Belk geprägt. Beim Teilen handelt es sich für ihn um die Handlung und den Prozess der Verteilung eigener Ressourcen an andere zu deren Gebrauch und/oder um die Handlung und den Prozess des Empfangens oder Nehmens von etwas von anderem zum eigenen Nutzen (Belk, 2007, S. 127). Eine prägnantere Definition liefert Benkler, der das Teilen als ein nicht wechselseitiges pro-soziales Verhalten bezeichnet (Jaeger-Erben/ Rückert-John / Schäfer, 2017, S.101). Menschen teilen sowohl aus funktionalen Gründen, um beispielsweise zu überleben, als auch aus selbstlosen Gründen, die als Bequemlichkeit, Hilfbereitschaft, Höflichkeit oder Freundlichkeit gegenüber anderen zu verstehen sind (Fine, 1980, S.5). Belk (Belk, 2010, S. 715) charakterisiert das Teilen als die wahrscheinlich älteste Form des Konsums, die in den menschlichen Gesellschaften seit einigen hunderttausend Jahren Bestand hat und Price (Price, 1975, S. 3) bezeichnet das Teilen als somit denkbar grundlegendste Form der wirtschaftlichen Verteilung. Zudem ist das Teilen ein gemeinschaftlicher Akt, der Menschen miteinander verbindet (Belk, 2010, S. 717). Allerdings ist der Sharing Begriff laut Belk eher im Bereich der Familie anzusiedeln, da sie als die unmittelbar an das erweiterte Selbst angrenzende Schicht des Individuums qualifiziert wird und in dieser Schicht auch das größte Maß an Austausch stattfindet (Belk, 2010, S. 724). Aufgrund von anthropologischen Studien, welche die Nahrungsteilung der Generation der Jäger und Sammler untersucht haben, stellt Belk die These auf, dass das Teilen positive Auswirkungen auf eine Gesellschaft hat, wie beispielsweise eine erhöhte Paarungschance derer, die teilen (Belk, 2010, S. 716). Hingegen stellt wirtschaftliches Teilen keine menschlichen sozialen Verbindungen her, sondern aus dem Teilen resultieren ökonomische Verpflichtungen, wie die Entrichtung eines Geldbetrags durch den Käufer und das Aushändigen der Ware durch den Verkäufer (Belk, 2010, S. 718). Nach dem Transaktionsabschluss ist die Beziehung vorerst beendet. Für Belk wird beim Teilen keine Rollenverteilung praktiziert, es gibt weder einen „share-giver“ noch einen „share taker“ (Belk, 2010, S.720).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Sharing Economy ein und thematisiert die damit verbundenen Herausforderungen für den Berliner Wohnungsmarkt, woraus die zentrale Forschungsfrage abgeleitet wird.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen und ökonomischen Konzepte des Teilens, die Marktmechanismen des Wohnungsmarktes und stellt das Modell des doppelten Invasions-Sukzessions-Zyklus nach Dangschat als theoretisches Gerüst vor.
3. Auswirkungen der Home-Sharing Dienste auf den Wohnungsmarkt: Hier werden die spezifischen Einflüsse von Home-Sharing Diensten wie Airbnb analysiert, wobei besonders der regulatorische Kontext in Berlin und Berlin-Kreuzberg betrachtet wird.
4. Methodik und Operationalisierung: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign der Arbeit, einschließlich der Auswahl der Experten und der Anwendung der Inhaltsanalyse nach Mayring.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Experteninterviews werden präsentiert und in Bezug zur Sekundärliteratur sowie zum theoretischen Modell des Invasions-Sukzessions-Zyklus gesetzt.
6. Diskussion und Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse, reflektiert Limitationen der Studie und gibt ein Fazit zur Forschungsfrage ab.
Sharing Economy, Wohnungsmarkt, Berlin-Kreuzberg, Gentrifizierung, Airbnb, Home-Sharing, Mietpreisdeckel, Zweckentfremdungsgesetz, Collaborative Consumption, Wohnraumverknappung, Stadtentwicklung, Invasions-Sukzessions-Zyklus, Qualitative Inhaltsanalyse, Mietenpolitik, Immobilienmarkt
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen kommerzieller Home-Sharing Angebote (insbesondere Airbnb) auf den Wohnungsmarkt und den Gentrifizierungsprozess im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Zentrale Themen sind die ökonomischen Grundlagen der Sharing Economy, die Dynamiken der städtischen Gentrifizierung, die aktuelle Wohnungsmarktsituation in Berlin sowie rechtliche Regulierungsversuche zur Begrenzung von Kurzzeitvermietungen.
Die Forschungsfrage lautet: Was sind die möglichen negativen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg und den damit einhergehenden Gentrifizierungsprozess durch kommerzielle Home-Sharing Plattformen?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer ausführlichen Literaturanalyse (Sekundärliteratur) und einer qualitativen Primärforschung, bei der fünf Experten aus verschiedenen Bereichen interviewt und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (u.a. das Modell von Dangschat) dargelegt, die aktuelle Marktsituation in Berlin-Kreuzberg analysiert, bisherige politische Maßnahmen bewertet und die Ergebnisse der Expertenbefragung diskutiert.
Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Sharing Economy, Wohnungsmarkt, Gentrifizierung, Airbnb, Zweckentfremdungsgesetz und Berlin-Kreuzberg.
Die Experten sind sich einig, dass Plattformen wie Airbnb einen negativen Einfluss haben und als Treiber für Mietsteigerungen fungieren, betonen jedoch, dass aufgrund des mangelnden Datenaustauschs seitens der Plattformen das genaue Ausmaß nur schwer zu quantifizieren ist.
Das Gesetz wird grundsätzlich als wirkungsvolles Instrument angesehen, jedoch kritisieren die Experten die schwierige praktische Kontrolle, das Fehlen von Personal in den Wohnungsämtern sowie das Umgehungsverhalten der Anbieter.
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