Diplomarbeit, 2005
161 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. WAHL DES FORSCHUNGSGEGENSTANDES
2.1 ZIELSETZUNG
2.2 FORSCHUNGSMETHODE
2.2.1 Forschungsleitende Fragestellungen
2.2.2 Das qualitative Interview
3. BESCHREIBUNG DES GENRES
3.1 STELLUNG VON AUDIOVISUELLEN MEDIEN
3.2 DAS MEDIUM FILM
3.3 DAS DOKUMENTARISCHE GENRE
3.3.1 Mögliche Definitionen des Genres
3.3.2 Abgrenzung zum fiktionalen Film
3.3.3 Abgrenzung zum dokumentarischen Journalismus
3.3.3.1 Die Meldung
3.3.3.2 Der Bericht
3.3.3.3 Die Reportage
3.3.3.4 Das Feature
3.3.3.5 Magazinbeiträge
3.3.4 Besondere Formen des dokumentarischen Films
3.3.4.1 Das Dokudrama
3.3.4.2 Der Filmessay
3.3.4.3 Dokutainment
3.3.4.4 „Reality-TV“
3.3.4.5 „Pseudo-Dokus“
3.3.4.6 Die TV-Dokumentation
3.3.4.7 Der Dokumentarfilm
3.3.5 Vertriebskanäle
3.3.5.1 Das Kino
3.3.5.2 Das Fernsehen
3.4 SCHLUSSFOLGERUNGEN
4. KOMMUNIKATIONSMITTEL DOKUMENTARFILM
4.1 THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1.1 Der Begriff Kommunikation
4.1.2 Filmtheoretische Überlegungen
4.1.3 Semiotische Betrachtungsweise
4.1.3.1 Zeichen
4.1.3.2 System
4.1.3.3 Die Sprache der Bilder
4.2 SCHLUSSFOLGERUNG
4.3 ERSTE FILMISCHE EBENE: INHALT UND THEMA
5. ZWEITE FILMISCHE EBENE: DIE ERZÄHLUNG
5.1 DIE NARRATION
5.1.1 Interdisziplinäre Betrachtung von Erzählung
5.1.1.1 Ansätze aus der Histographie
5.1.1.2 Ansätze aus der Literaturwissenschaft
5.1.1.3 Sprachwissenschaft und Linguistik
5.1.2 Narrative Modelle
5.1.2.1 Narratives Modell von Thorndyke
5.1.2.2 Modell Labov und Waletzky
5.1.2.3 Das strukturale Modell
5.1.2.4 Am Handlungsverlauf orientierte Modelle
5.1.3 Das narrative System
5.1.3.1 Wahrnehmungspsychologische Voraussetzung
5.1.3.2 Bedeutung der narrativen Form
5.1.3.3 Merkmale einer Erzählung
5.1.3.4 Die narrative Struktur
5.2 ERZÄHLEN IM DOKUMENTARFILM
5.2.1 Bedeutung von narrativen Elementen für den Dokumentarfilm
5.2.1.1 Kritik an der Narrativität
5.2.1.2 Kritik an der Kritik
5.2.2 Der narrative Aufbau im Dokumentarfilm
5.2.2.1 Die Stimme im Dokumentarfilm – „wer spricht?“
5.2.2.2 Modus – „wer sieht?“
5.2.2.3 Organisation der Zeit
5.2.2.4 dramaturgische Regeln im Dokumentarfilm
5.3 SCHLUSSFOLGERUNG
6. DRITTE FILMISCHE EBENE: KINEMATOGRAPHISCHE UMSETZUNG IM DOKUMENTARFILM
6.1 STILMITTEL DER INTRADIEGETISCHEN EBENE
6.1.1 Kommentarstimmen im „ON“
6.1.1.1 Der intradiegetisch-heterodiegetische Erzähler
6.1.1.2 Darstellung der „Talking Heads“
6.1.1.3 Das Interview
6.1.2 Das Filmbild
6.1.3 Originalton (O-Ton)
6.1.4 Montage und Bildschnitt
6.2 ELEMENTE DER EXTRADIEGETISCHEN EBENE
6.2.1 Der Kommentar aus dem „OFF“
6.2.1.1 Der extradiegetisch-heterodiegetische Erzähler
6.2.1.2 Der Intradiegetisch-homodiegetische Erzähler
6.2.2 fremdsprachige Übersetzungen
6.2.3 ohne Worte
6.2.4 Kinematographische Umsetzung der Perspektive
6.2.4.1 Die Übersicht
6.2.4.2 Innenperspektive
6.2.4.3 Außenperspektive
6.3 SCHLUSSFOLGERUNG
7. VIERTE EBENE: DIE NEUE REALITÄT IM FILM
7.1 STELLWERT DER „NICHTFILMISCHEN REALITÄT“
7.2 BEGRIFFSDEFINITIONEN
7.3 HISTORISCHE TENDENZEN IM UMGANG MIT REALITÄT
7.4 THEORIEN ZUR VERMITTLUNG VON REALITÄT
7.4.1 Erkenntnistheoretischer Ansatz
7.4.2 Ansätze der Kommunikations- und Medienwissenschaften
7.5 ZUR PROBLEMATIK DER DARSTELLUNG VON REALITÄT IM DOKUMENTARFILM
7.5.1 Ebenen der Realität
7.5.2 Codierung von Realität durch die „Macher“
7.5.2.1 Die Subjektivität des Dokumentarfilmers
7.5.2.2 Präsents der Kamera und des Teams
7.5.2.3 im Spannungsfeld von Repräsentation und Konstruktion
7.5.2.4 Finanzielle Einflüsse
7.5.3 Decodierung von Realität durch die Rezipienten
7.6 SCHLUSSFOLGERUNG
8. DAS WESEN DES DOKUMENTARFILMS
8.1 PERSÖNLICHE ANSICHTEN DER INTERVIEWTEN
8.2 MERKMALE DES „GUTEN“ DOKUMENTARFILMS
9. RESÜMEE
10. AUSBLICK
Die Arbeit untersucht den Dokumentarfilm als zentrales Kommunikationsmedium der Gegenwart, mit dem Ziel, dessen Wesen zu erfassen und Kriterien für die Qualität dokumentarischer Arbeiten zu definieren. Dabei wird der Fokus auf die Narratologie und formale Gestaltungselemente gelegt, um zu klären, wie vorgefundene Realität authentisch in eine filmische Wirklichkeit transformiert werden kann.
3.3.1 Mögliche Definitionen des Genres
Im allgemeinen Sprachgebrauch fällt unter Dokumentarfilm bzw. Dokumentation jegliche nicht fiktive audiovisuelle Aufarbeitung einer Information, die versucht, eine vorgefundene Realität exakt wiederzugeben. Dies inkludiert den zwei stündigen Dokumentarfilm fürs Kino, genauso wie die journalistische Meldung, den Magazinbeitrag und den Nachrichtenbericht.
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, das Genre zunächst durch einige Definitionen aus der Fachliteratur zu beschreiben:
Der Begriff Dokumentarfilm stammt von Filmemacher John Grierson aus dem Jahr 1928. Er beschrieb seinen Film MOANA demnach wie folgt:
(...) Moana being a visual account of events in the daily life of a Polynesian youth and his family, has documentary value.
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Dokumentarfilms als gesellschaftspolitische Kommunikationsform ein und fokussiert auf die Narratologie sowie formale kinematographische Umsetzungen als zentrales Thema.
2. WAHL DES FORSCHUNGSGEGENSTANDES: Das Kapitel erläutert die Motivation der Verfasserin und definiert die forschungsleitenden Fragestellungen sowie das methodische Vorgehen mittels qualitativer Experteninterviews.
3. BESCHREIBUNG DES GENRES: Es erfolgt eine Einordnung audiovisueller Medien und eine detaillierte Abgrenzung des Dokumentarfilms zu anderen Formen wie Spielfilm, Journalismus oder TV-Formaten wie „Reality-TV“.
4. KOMMUNIKATIONSMITTEL DOKUMENTARFILM: Hier werden theoretische Ansätze zur Kommunikation und Semiotik im Film behandelt, um die filmische Vermittlung von Inhalten und Themen zu beleuchten.
5. ZWEITE FILMISCHE EBENE: DIE ERZÄHLUNG: Dieses Kapitel widmet sich der Narratologie, analysiert Erzählmodelle und diskutiert, wie erzählerische Regeln im Dokumentarfilm Anwendung finden.
6. DRITTE FILMISCHE EBENE: KINEMATOGRAPHISCHE UMSETZUNG IM DOKUMENTARFILM: Im Fokus stehen hier die ästhetischen Stilmittel der Bildgestaltung, Tonaufnahme und Montage sowie deren Bedeutung für die filmische Form.
7. VIERTE EBENE: DIE NEUE REALITÄT IM FILM: Dieser Teil erörtert die Konstruktion von Wirklichkeit im Film, die Rolle der Subjektivität des Filmemachers und die Bedeutung der Rezeption durch das Publikum.
8. DAS WESEN DES DOKUMENTARFILMS: Basierend auf Experteninterviews werden persönliche Ansichten und wesentliche Merkmale zusammengefasst, die einen „guten“ Dokumentarfilm ausmachen.
Dokumentarfilm, Narratologie, Filmtheorie, Realität, Authentizität, Kinematographie, Experteninterview, Kommunikation, Montage, Dramaturgie, Konstruktion, Rezeption, Wirklichkeit, Filmgestaltung, Medienmanagement.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Dokumentarfilm als Kommunikations- und Ausdrucksmittel, wobei insbesondere seine dramaturgischen Gestaltungsmöglichkeiten und die Art der Realitätsvermittlung untersucht werden.
Zentral sind die Abgrenzung des Genres von anderen dokumentarischen Formen, die narrative Struktur sowie die ästhetischen und kinematographischen Gestaltungsmittel, die zur Konstruktion einer filmischen Realität führen.
Das Hauptziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, was einen „guten“ Dokumentarfilm ausmacht und wie Filmemacher eine authentische Darstellung im Spannungsfeld zwischen vorgefundener Realität und inszenatorischer Manipulation erreichen können.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturrecherche sowie die Methode des qualitativen Experteninterviews, um theoretisches Wissen mit der praktischen Sichtweise von Regisseuren, Produzenten und Redakteuren zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier filmische Ebenen: Inhalt/Thema, Narration (Erzählstruktur), kinematographische Umsetzung (Stilmittel) und die daraus resultierende neue filmische Realität (Konstruktion und Rezeption).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dokumentarfilm, Narratologie, Authentizität, Realitätskonstruktion, Kinematographie, Experteninterview und filmische Subjektivität zusammenfassen.
Die Autorin kritisiert eine oft negative Entwicklung im Fernsehen, wo durch fixe Formate, Quotendruck und „Dokutainment“ die inhaltliche Tiefe und der künstlerische Anspruch des Dokumentarfilms häufig zugunsten einer „leicht verdaulichen“ Information vernachlässigt werden.
Er beschreibt, dass ein Dokumentarfilm niemals die Realität eins zu eins abbildet, sondern durch die Auswahl von Motiven, Kamerawinkeln und Montage eine subjektive, vom Filmemacher konstruierte filmische Wirklichkeit erzeugt.
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