Bachelorarbeit, 2018
52 Seiten, Note: 1,0
Organisation und Verwaltung - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
1. Einleitung
2. Kindesmisshandlung
2.1 Definition und Misshandlungsformen
2.2 Sexueller Missbrauch
2.3 Statistische Häufigkeit und Dunkelziffer
3. Täter
3.1 Typologie
3.2 Strategien
4. Opfer
4.1 Risikofaktoren
4.2 Folgen sexuellen Missbrauchs
5. Prävention sexuellen Missbrauchs
5.1 Schutzkonzept des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
5.2 Selbstverteidigungs- / Selbstbehauptungskurse für Kinder
5.3 Qualitätsmerkmale
5.4 Beispiel für Kursprogramme
5.5 Weitere Präventionsangebote
5.6 Wirksamkeit
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen als präventive Maßnahme gegen den sexuellen Kindesmissbrauch, beleuchtet dabei notwendige Rahmenbedingungen für Kinderschutzkonzepte und evaluiert die Wirksamkeit solcher Trainings.
3.2 Strategien
In der Regel plant ein Sexualtäter seine Tat bereits im Voraus. Dabei nehmen bestimmte Vorlieben, wie Alter, Geschlecht, Haarfarbe oder der Körperbau, ihren Einfluss auf seine Planung. Einige Täter beobachten ihre Opfer noch weitaus intensiver und wählen sich letztlich schüchterne, gar ängstliche und unsichere Kinder mit wenig Freunden, die sich ungeliebt sowie ungebraucht fühlen. Bei diesen Kindern nutzt der Täter das gesteigerte Bedürfnis nach Anerkennung, Zuneigung und Liebe aus und tritt als Helfer, Tröster sowie Freund in ihr Leben. Er hilft bei den Hausaufgaben, macht Komplimente, kauft seinem Opfer Geschenke, plant Unternehmungen, wie Kino, Freizeitpark oder Schwimmen gehen oder überrascht das Kind mit einem Tier, das es ausführen oder streicheln darf. Teilweise suchen sich Sexualtäter auch Opfer aus, die besonders wehrlos sind, bspw. körperbehinderte, minderbegabte oder sehr junge Kinder (Deegener, 1998).
Gelingt es dem Missbraucher ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, sucht er vermehrt Körperkontakt. Dieser Kontakt wird zunehmend sexualisiert. Damit das Kind die Berührungen über sich ergehen lässt, werden ihm falsche Normen eingeredet. Anhand gezielter Drohungen setzt der Täter sein Opfer so unter Druck, dass es sich nicht traut, sich jemandem anzuvertrauen. Der Wechsel von einem freundschaftlichen hin zu einem eindeutig sexuellen Verhalten erfolgt in der Regel schrittweise. Wiederfährt der Wechsel plötzlich, so ist er meist besonders gewaltförmig (Deegener, 1998).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Relevanz des Kinderschutzes und führt in die Thematik der Prävention durch Selbstbehauptungskurse ein.
2. Kindesmisshandlung: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen der Misshandlung und betrachtet die statistische Häufigkeit sowie die Problematik der Dunkelziffer.
3. Täter: Es werden Tätertypen differenziert und die systematischen Strategien erläutert, die zur Anbahnung und Aufrechterhaltung sexueller Übergriffe genutzt werden.
4. Opfer: Das Kapitel analysiert Risikofaktoren, die die Anfälligkeit für Missbrauch erhöhen, sowie die unmittelbaren und langfristigen Folgen für betroffene Kinder.
5. Prävention sexuellen Missbrauchs: Hier wird das Schutzkonzept des Unabhängigen Beauftragten vorgestellt und die Bedeutung sowie Qualitätssicherung von Selbstverteidigungskursen diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass solche Kurse ein wertvolles Instrument sind, jedoch in ein umfassendes Kinderschutzkonzept eingebettet sein müssen.
Sexueller Kindesmissbrauch, Prävention, Selbstverteidigung, Selbstbehauptung, Kinderschutz, Täterstrategien, Opferwerdung, Qualitätsmerkmale, Wirksamkeit, Intervention, Kindeswohl, Schutzkonzept, Risikofaktoren, Medienkompetenz, Empowerment.
Die Thesis befasst sich mit dem präventiven Potenzial von Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen zur Verhinderung von sexuellem Missbrauch bei Kindern.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kindesmisshandlung, Täterstrategien, Risikofaktoren für Opfer sowie Anforderungen an effektive Schutzkonzepte.
Das Ziel ist zu überprüfen, ob sich diese Kurse tatsächlich als wirksame Präventionsmethode gegen den sexuellen Missbrauch an Kindern eignen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung von Statistiken (PKS NRW) sowie der Analyse von Meta-Studien zur Wirksamkeitsforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Täter- und Opferanalyse sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Schutzkonzepten und der Praxis von Präventionsangeboten.
Besonders prägend sind die Begriffe Prävention, Selbstbehauptung, Kinderschutzkonzept, Täterstrategien und die psychologische Evaluation von Wirksamkeitsfaktoren.
Weil unterschiedliche Tätergruppen (z.B. pädophile Täter vs. Ersatzobjekttäter) verschiedene Vorgehensweisen wählen, was für die gezielte Aufklärung der Kinder essenziell ist.
Ein Kurs ist nur dann effektiv, wenn er pädagogisch wertvoll konzipiert ist, keine falschen Sicherheiten vermittelt und fest in ein institutionelles Schutzkonzept integriert ist.
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