Masterarbeit, 2019
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Historische Aspekte der Bedeutung von Musik im Kontext allgemeiner Erziehung
2.1. Musik in Hochkulturen der Antike
2.1.1. Mesopotamien
2.1.2. Ägypten
2.1.3. China
2.1.4. Griechenland
2.2. Martin Luther und sein Musikbild
2.3. Musikalische Bildung im Kontext allgemeiner Erziehung im 18. und 19. Jahrhundert
2.3.1. Johann Heinrich Pestalozzi
2.3.2. Die europäische Singbewegung des 19. Jahrhunderts
2.4. Ideen pädagogischer Größen des 20. Jahrhunderts - eine Auswahl
2.4.1. Émile Jaques-Dalcroze
2.4.2. Rudolf Steiner
2.4.3. Wolfgang Roscher
3. Anfänge der Institutionalisierung von Musik in Westeuropa
3.1. Musik an den Klosterschulen
3.2. Das „Ospedale della Pietà“ in Venedig
3.3. Die „Thomasschule zu Leipzig“ mit Johann Sebastian Bach als Pädagogen
4. Eine Auswahl bedeutender Lehrwerke
4.1. Leopold Mozarts „Versuch einer gründlichen Violinschule“
4.2. Pier Francesco Tosi - Johann Friedrich Agricola: „Anleitung zur Singkunst“
5. Beispiele von Pädagogen und pädagogischen Neuerungen in Westeuropa des 19. bis 21. Jahrhunderts
5.1. Johann Adam Hiller
5.2. Robert Schumann und sein „Album für die Jugend“
5.3. Die Gründung von „Jugendmusikschulen“ und „Volksmusikschulen“
5.4. Carl Orff
5.5. Zoltán Kodály
5.6. Heutige Formen außerschulischer Musikerziehung
6. Was können wir aus der Geschichte lernen? Eine Überlegung
6.1. Musik als wesentlicher Teil ganzheitlicher Bildung
6.2. Unterrichtsideen
6.3. Musizieren als Teil des Lebens
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der musikalischen Erziehung und deren Bedeutung für die ganzheitliche Bildung. Es soll beleuchtet werden, wie musikalische Lehrmethoden von der Antike bis heute verändert wurden, um fundierte Rückschlüsse für die Gestaltung zeitgemäßer musikpädagogischer Ansätze und die Förderung des Interesses an klassischer Musik zu gewinnen.
2.1.1. Mesopotamien
Es ist naheliegend, mit der Betrachtung der Musikerziehung in Mesopotamien zu beginnen, da dort erste Belege für die Existenz von Musikinstrumenten gefunden wurden, die über 5000 Jahre alt sind. Mesopotamien entstand in Mitte des vierten Jahrtausends vor Beginn unserer Zeitrechnung und hatte seine kulturelle Blüte etwa zwischen 2500 und 1950 v. Chr. Als eine der nützlichsten Quellen im Hinblick auf die damalige Bedeutsamkeit von Musik erweisen sich die sogenannten „Königshymnen“, eine wichtige Gattung der sumerischen Literatur, die ein Teil des höfischen Zeremoniells waren, in welchem sie zur Verherrlichung des Herrschers genutzt wurden. Sie preisen vor allem die göttliche Herkunft des Herrschers, seine Weisheit, Taten und heben vor allem sein musikalisches Können hervor. Zu den Bekanntesten zählt die in mehreren Abschriften verfasste Hymne zu Ehren König Šulgis (ca. 2000 v. Chr) der anscheinend ein Dutzend Instrumente beherrschte. König Šulgi berichtet selbst über sein musikalisches Können und die Vielzahl der Instrumente die er spielen konnte. Die Beschreibung des Königs lässt vermuten, dass im alten Mesopotamien Musikalität und das Beherrschen vieler Musikinstrumente ein Zeichen hohen Ansehens war.
Auch in anderen Bereichen war musikalische Bildung von großer Wichtigkeit. Aufgefundene Examenstexte für Schüler der Schreiberschule enthalten neben verschiedenen Fragen zur Schreibkunst auch Fragen zur Musik. Textabschnitte die den Schülern zur Übung gegeben wurden, enthalten Listen von Musikinstrumenten, die zur damaligen Zeit gebräuchlich waren. Aufgefundene Verträge zwischen einem Lehrer und seinen Privatschülern belegen ein Lehrer - Schüler -Verhältnis welches bis heute an unseren Musikschulen und im privaten Musikunterricht existiert. Gespielt und unterrichtet wurden alle möglichen Streich-, Blas- und Schlaginstrumente sowie Gesang. Die Anweisung zum Stimmen von Harfen und Lauten stellt einen weiteren Beweis für die fortschrittliche Pädagogik der Mesopotamier dar.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Musik in der Erziehung und Gesellschaft und thematisiert das veränderte Interesse an klassischer Musik angesichts moderner Medien.
2. Historische Aspekte der Bedeutung von Musik im Kontext allgemeiner Erziehung: Dieses Kapitel untersucht die Wurzeln musikalischer Bildung in den antiken Hochkulturen sowie die Konzepte von Martin Luther, Johann Heinrich Pestalozzi und bedeutenden Pädagogen des 20. Jahrhunderts.
3. Anfänge der Institutionalisierung von Musik in Westeuropa: Der Abschnitt fokussiert sich auf frühe Bildungseinrichtungen wie Klosterschulen sowie das "Ospedale della Pietà" und die Thomasschule als prägende Orte musikalischer Lehre.
4. Eine Auswahl bedeutender Lehrwerke: Hier werden richtungsweisende Lehrwerke von Leopold Mozart sowie von Tosi und Agricola hinsichtlich ihres pädagogischen Aufbaus und Einflusses analysiert.
5. Beispiele von Pädagogen und pädagogischen Neuerungen in Westeuropa des 19. bis 21. Jahrhunderts: Dieses Kapitel stellt einflussreiche Akteure wie Hiller, Schumann, Orff und Kodály vor und beschreibt die Entstehung von Jugend- und Volksmusikschulen.
6. Was können wir aus der Geschichte lernen? Eine Überlegung: Im Fazit wird der Bogen von antiken Erkenntnissen zur Moderne gespannt und die Bedeutung von Musik als Teil ganzheitlicher Bildung sowie aktiven Lebens betont.
Musikerziehung, Musikgeschichte, Musikpädagogik, ganzheitliche Bildung, Musikschulen, Instrumentalpädagogik, Polyästhetik, Klassische Musik, Musikkultur, Rhythmik, Singbewegung, Musikunterricht, Musikverständnis, Musikgeschichte, Musikerziehung
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der Musikerziehung und beleuchtet, wie musikalische Bildung über die Jahrhunderte hinweg als Teil ganzheitlicher Erziehung verstanden und praktiziert wurde.
Zentrale Themen sind die antiken Wurzeln, die Institutionalisierung von Musik, bedeutende musikpädagogische Lehrwerke, Ansätze einflussreicher Pädagogen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie moderne außerschulische Musikformen.
Das Ziel ist es, aus historischen Entwicklungen und vergangenen Lehrmethoden Erkenntnisse für die heutige Gestaltung des Instrumental- und Gesangsunterrichts abzuleiten, um das allgemeine Musikinteresse zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer musikpädagogischer Schriften und Dokumente, ergänzt durch die Untersuchung von Unterrichtskonzepten und institutionellen Entwicklungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Grundlagen, die Analyse spezifischer Institutionen wie der Thomasschule, die Würdigung bedeutender Lehrwerke und die Vorstellung pädagogischer Neuerungen durch Persönlichkeiten wie Hiller, Schumann, Orff und Kodály.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Musikerziehung, Musikgeschichte, pädagogische Konzepte, ganzheitliche Bildung und Musikschulen geprägt.
Sie dienen als Beleg dafür, dass Musikalität bereits in Mesopotamien als Zeichen hohen Ansehens galt und Musik fester Bestandteil höfischer und religiöser Zeremonien war.
Es gilt als eines der ersten Werke, das gezielt für Kinder komponiert wurde und die "poetische" Welt der Jugend als Inspiration nutzt, begleitet von wegweisenden "Haus- und Lebensregeln" für Musiker.
Sie verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der versucht, die Fächergrenzen zu überwinden, das "Fremde" einzubeziehen und Musik als Teil eines umfassenden Wahrnehmungsprozesses zu begreifen.
Die Griechen etablierten die Idee, dass Musik und gymnastische Erziehung zur Entwicklung von Körper und Seele gleichermaßen notwendig sind, ein Konzept, das bis in die moderne ganzheitliche Erziehung nachwirkt.
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