Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Soziale Herkunft
2.1. Soziale Schichten
2.2. Soziales Milieu
2.3. Chancengleichheit
2.4. Soziale Ungleichheit
2.5. Soziale Benachteiligung
2.6. Historische Entwicklung der gesellschaftlichen Schichten
2.6.1. Ständegesellschaft
2.6.2. Klassengesellschaft
2.6.3. Neue Strukturen sozialer Ungleichheit
3. Bildung
3.1. Bildungschancen
3.2. Bildungsbeteiligung in Deutschland
3.3. Bildungsexpansion im Hochschulbereich
3.4. Entstehung von Bildungsungleichheiten
4. Das Habitus-Konzept
4.1. Der Habitus
4.2. Soziale Felder und das Modell des sozialen Raums
4.3. Das Feldkonzept
4.4. Kapitalsorten
4.4.1 Das ökonomische Kapital
4.4.2. Das kulturelle Kapital
4.4.3. Das soziale Kapital
4.4.4. Symbolisches Kapital
4.4.5. Kapitalumwandlungen
4.5. Determinationskraft der sozialen Herkunft
4.6. Klassenzugehörigkeit und ihre Reproduktion
4.7. Illusion der Chancengleichheit im Bildungssystem
4.8. Kritik am Modell
5. Motivation und Folgen eines sozialen Auf- bzw. Abstiegs
6. Fallbeispiel anhand einer Einzelfallstudie
6.1. Der Fall „Sunay“
6.2. Erstes Interview
6.3. Zweites Interview
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft und des sozialen Umfelds auf den Bildungsweg von Individuen in Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit soziale Benachteiligungen Bildungschancen determinieren und unter welchen Bedingungen eine Transformation des persönlichen Habitus sowie ein sozialer Aufstieg möglich sind.
4.1. Der Habitus
Nach Bourdieu sei der Habitus ein Geflecht aus verinnerlichten kulturellen Einstellungsmustern, das die Menschen in ihrer Sozialisation erwerben und welches ein System von Regeln aufzeigt, das zum einen zur Ausbildung bestimmter Wahrnehmungs-, Denk und Handlungsschemata führt und zum anderen zur Orientierung von Handlungen und Entscheidungen der Individuen dient (vgl. Maaz 2006, S. 58).
Der Habitus ist ein „sozial konstruiertes System von strukturierten und strukturierenden Dispositionen, das durch Praxis erworben wird und konstant auf praktische Funktionen ausgerichtet ist“ (Bourdieu u. Wacquant 1996, S. 154). Verschiedene Vorlieben, Lebensstile, Grundüberzeugungen und Geschmacksurteile werden im Habitus manifestiert (vgl. ebd., S. 155). Somit stellt er eine allgemeine Grundhaltung eines Individuums der Welt gegenüber dar, welche durch den sozialen Raum beeinflusst wird (vgl. Dörpinghaus u. Upphoff 2011, S. 122).
Bourdieu erklärt mit dem Habitus-Begriff das Phänomen der Doxa, unter welchem das Paradox verstanden wird, wie die auf unterschiedlichen Positionen in der Gesellschaft platzierten Akteure sich in ihren Praktiken, Wahrnehmungen und geltenden Normen untereinander abstimmen und akzeptieren, ohne dass sie explizit über diese kommunizieren. Dabei nehmen die Individuen ihren Rang in der Welt an und erachten ihn als selbstverständlich. Somit gibt es trotz der bestehenden Ungerechtigkeit keine Rebellion, sondern vielmehr eine Anpassung der Akteure an ihre Umwelt (vgl. Barlösius 2006, S. 45).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz sozialer Herkunft für den Bildungserfolg in einer Leistungsgesellschaft dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Soziale Herkunft: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie soziale Schichten, Milieus und Ungleichheit und beleuchtet die historische Entwicklung von der Stände- zur Informationsgesellschaft.
3. Bildung: Hier werden die Bildungsexpansion und die Entstehung von Bildungsungleichheiten im deutschen Bildungssystem unter Berücksichtigung verschiedener soziologischer Ansätze analysiert.
4. Das Habitus-Konzept: Das Kapitel erläutert Bourdieus Theorie des Habitus sowie die verschiedenen Kapitalformen und diskutiert deren Einfluss auf die Reproduktion von Klassenverhältnissen.
5. Motivation und Folgen eines sozialen Auf- bzw. Abstiegs: Es wird untersucht, welche Faktoren einen sozialen Aufstieg begünstigen und welche psychologischen sowie sozialen Folgen damit für das Individuum einhergehen.
6. Fallbeispiel anhand einer Einzelfallstudie: Anhand des Falls „Sunay“ wird der biografische Wandlungsprozess einer Schülerin aus einem benachteiligten Umfeld nachgezeichnet und analysiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Einfluss des sozialen Umfelds auf Bildungsentscheidungen zusammen und formuliert weiterführenden Forschungsbedarf.
Habitus, Soziale Herkunft, Bildungschancen, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Bildungsaufstieg, Kulturelles Kapital, Soziale Schichtung, Bildungsexpansion, Habitustransformation, Sozialer Raum, Soziales Milieu.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft eines Menschen und seinen realen Bildungschancen in der modernen deutschen Gesellschaft.
Die zentralen Themen sind soziale Ungleichheit, das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu, die Dynamik von Bildungschancen sowie die Prozesse und Folgen von sozialem Aufstieg.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheiten im Bildungssystem entstehen, wie sie durch den Habitus verfestigt werden und welche Bedingungen für einen sozialen Aufstieg notwendig sind.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie eine qualitative Einzelfallstudie (Biografieanalyse), um die theoretischen Erkenntnisse zu illustrieren.
Der Hauptteil behandelt die soziologischen Grundlagen (Schichten, Milieus), die Analyse des Bildungssystems und intensiv das Habitus-Konzept samt Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch).
Wichtige Begriffe sind Habitus, Soziale Herkunft, Bildungschancen, Kapitalformen nach Bourdieu, Bildungsaufsteiger und Habitustransformation.
Bourdieu versteht den Habitus als ein durch die Sozialisation verinnerlichtes System aus Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmustern, das das Verhalten von Individuen in ihrem sozialen Umfeld strukturiert.
Aufsteiger erleben oft eine Identitätskrise, da ihr erlernter klassenspezifischer Habitus in neuen, privilegierten Milieus nicht nahtlos funktioniert, was zu Unsicherheit und Entfremdung führt.
Kulturelles Kapital (Wissen, Bildungstitel, Bildungssprache) bestimmt maßgeblich, wie erfolgreich ein Individuum sich im akademischen Feld behaupten kann, da das Bildungssystem dieses Kapital unbewusst voraussetzt.
Sunay verdeutlicht, dass ein Aufstieg aus einem bildungsfernen Umfeld zwar möglich ist, jedoch mit hohem persönlichem Druck, familiären Konflikten und der Notwendigkeit einer umfassenden Identitätsumwandlung einhergeht.
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