Bachelorarbeit, 2019
132 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Jugendsprache als Forschungsgegenstand
2.1 Definition von Jugendsprache und der Begriff der Jugend
2.2 Jugendsprache als Varietät?
2.3 Stand der Jugendsprachforschung
2.4 Jugendsprache im spanischsprachigen Raum
2.5 Jugendsprache in Kuba
3. Empirische Untersuchung
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Analyseergebnisse
3.2.1 Begrüßung und Anredepronomina
3.2.2 Verstärker und Bewerter
3.2.3 Neologismen
3.2.4 Entlehnungen
3.2.5 La bolita
3.2.6 Metaphern und Wortspiele
3.2.7 Piropos
3.2.8 Schimpfwörter und Fluchen
3.2.9 Musik und Liedtexte
3.2.10 Interjektionen
3.2.11 Mimik und Gestik
3.2.12 Onomatopoetika
4. Aktualisierung des Forschungsstands
5. Fazit und Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Jugendsprache in Havanna soziolinguistisch zu beschreiben und den Forschungsstand durch eine empirische Untersuchung zu aktualisieren, um Kontinuität und Wandel seit der Studie von Remmert (2002) aufzuzeigen.
3.2.2 Verstärker und Bewerter
In der kubanischen Jugendsprache wird bei jeder Gelegenheit übertrieben. Häufig werden das Präfix super- oder der Partikel súper verwendet:
(Interview V) - superliberal, superabierto
(Interview IV) - supercrazy, superloco
(Interview VII) - superinteresante, superlinda y superdifícil
Auch das Adjektiv tremendo/a ist beliebt:
(Interview V) - Ño, esás metido en tremenda movie.
(Interview X) - Tremenda pieza.
Um Personen oder Dinge zu beschreiben ist aktuell tiza modern.
Ser tiza (geschrieben auch: tixa) / todo tiza = súper, wobei das /d/ wegfällt und tó ausgesprochen wird.
(Interview XI) - Tiza molía. Significa que está buena.
Auch das Adjektiv chévere, welches viele verschiedene, positive Bedeutungen hat wird verwendet, um Personen zu beschreiben:
Ser chévere / eres muy chévere = estupendo, buenísimo, persona con buen carácter
(Interview I) - Eres muy chévere.
Oder das Adjektiv tocado, wobei das /d/ verschluckt und als tocao ausgesprochen wird:
Ser tocado / eres muy tocado = estar bien o bueno ist sehr beliebt.
Um eine Person zu werten wird außerdem ein augmentatives Suffix (auf -ón / -ona / -ote) oder ein diminutives Suffix (-ito / -ita) verwendet:
(Interview I) - Adriansote
(Interview IX) - Fuertón
(Interview I) - Mi cosita
(Interview II) - Bebesito, bebesita
Der Ausdruck Estar de pinga kann eine gutaussehende Person oder eine Situation beschreiben. Je nach Kontext kann er jedoch positiv oder negativ wertend sein:
(Interview III) - ¡Estás de pinga!
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Jugendsprache in Kuba ein, formuliert die Forschungsfrage und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Arbeit.
2. Jugendsprache als Forschungsgegenstand: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen, Definitionen und verschiedene soziolinguistische Ansätze der internationalen und spezifisch kubanischen Jugendsprachforschung dargelegt.
3. Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert und eine detaillierte linguistische Analyse der erhobenen Sprachdaten in zwölf Unterkategorien vorgestellt.
4. Aktualisierung des Forschungsstands: Dieses Kapitel vergleicht die neuen empirischen Ergebnisse direkt mit den Daten von Natascha Remmert (2002), um Veränderungen und Kontinuitäten in der Lexik über 20 Jahre aufzuzeigen.
5. Fazit und Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung, beleuchtet den Einfluss von sozialen Faktoren und Medien und bewertet die Rolle der Jugendsprache in der kubanischen Gesellschaft.
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Die Arbeit analysiert die aktuelle Jugendsprache in der kubanischen Hauptstadt Havanna, beschreibt typische linguistische Phänomene und untersucht den Einfluss soziokultureller Faktoren auf die Sprachverwendung Jugendlicher.
Die Schwerpunkte liegen auf der Lexik, den Anredeformen, der Rolle von Musik (insbesondere Reguetón) und neuen Medien als Einflussfaktoren auf den Sprachwandel sowie der Funktion von Sprache zur Identitätsstiftung und Abgrenzung.
Das Ziel ist es, den veralteten Forschungsstand zur kubanischen Jugendsprache durch eine eigene empirische Untersuchung zu aktualisieren und herauszufinden, welche sprachlichen Veränderungen in den letzten 20 Jahren eingetreten sind.
Es wird eine qualitative empirische Methode angewandt, basierend auf teilstrukturierten Leitfadengesprächen mit 13 Jugendlichen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft in Havanna, ergänzt durch Beobachtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte "kleine Grammatik" der aktuellen Jugendsprache, die Bereiche wie Begrüßungen, Neologismen, Entlehnungen, Metaphern, Musiktexte und nonverbale Kommunikation wie Mimik und Gestik umfasst.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Jugendsprache", "Kuba", "Soziolinguistik", "Sprachwandel" sowie spezifische lokale Ausdrücke wie "asere", "bolita" und "Reguetón repartero".
Die Untersuchung zeigt, dass neue Wörter und Redewendungen massiv durch populäre Liedtexte, insbesondere durch das Genre "Reguetón repartero", in den Wortschatz der Jugendlichen integriert werden.
Da es kaum aktuelle Studien zur kubanischen Jugendsprache gibt, dient die Arbeit von Remmert als zentrale Vergleichsgröße, um die Dynamik und Schnelllebigkeit der sprachlichen Entwicklungen über die letzten zwei Jahrzehnte messbar zu machen.
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