Magisterarbeit, 2004
97 Seiten, Note: sehr gut
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
0 Einleitung
1 Grundlagen autonomen Lernens
1.1 Begriffsklärung: Lernerautonomie
1.2 Gesellschaftlicher Hintergrund
1.3 Lerntheoretische Grundlagen
1.3.1 Kognitive Lerntheorien
1.3.2 Konstruktivistische Ansätze
2 Förderung der Lernerautonomie im Fremdsprachenunterricht
2.1 Gestaltung des „autonomen Klassenzimmers“
2.2 Veränderte Lehrerrolle
2.3 Lernstrategien als Voraussetzung autonomen Lernens
2.3.1 Definition und Bedeutung von Lernstrategien
2.3.2 Klassifikation von Lernstrategien
2.3.3 Vermittlung von Lernstrategien
2.4 Projektarbeit als Form autonomen Lernens
3 Interneteinsatz und Autonomisierung des DaF-Unterrichts
3.1 Internet als Kommunikations- und Kooperationsplatform im FU
3.1.1 Asynchrone Kommunikation
3.1.2 Synchrone Kommunikation
3.2 Internet als Infomations- und Publikationsmedium im FU
3.2.1 Typologie der WWW- Ressourcen
3.2.2 Ausgewählte Anwendungsmöglichkeiten von WWW-Ressourcen
3.3 Fazit
4 E-Mail Klassenkorrespondenz im Fremdsprachenunterricht
4.1 Geschichte und Formen herkömmlicher Klassenkorrespondenz
4.2 Merkmale der E-Mail -Korrespondenz
4.3 Lernpotenzial elektronischer Klassenkorrespondenz
4.4 Klassifikation von E-Mail-Projekten
5 Empirische Studie: Veränderungen im Bereich der Lernerautonomie infolge der E-Mail Klassenkorrespondenz
5.1 Umfeld des eigenen Projekts
5.2 Ziele und didaktischer Rahmen des Projekts
5.3 Verlauf des Projekts
5.4 Auswertung des Projekts
5.4.1 Ergebnisse der Untersuchung Stimmzettel
5.4.2 Ergebnisse der Untersuchung mit eigenem Fragebogen zur Erfassung der Lernerautonomie
6 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie der Einsatz von E-Mail-Klassenkorrespondenz im Fremdsprachenunterricht die Lernerautonomie von Schülern auf der Gymnasialstufe fördern kann. Dabei wird die theoretische Fundierung autonomen Lernens mit einer empirischen Studie verknüpft, die den praktischen Mehrwert digitaler Kommunikationsformen beleuchtet.
1.1 Begriffsklärung: Lernerautonomie
Das Interesse an autonomem Lernen in der Pädagogik reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und ist in Prinzipien von Reformpädagogen wie John Dewey, Celestin Freinet, Maria Montessori, Hugo Gaudig oder Paulo Freire zu finden. Sie stellen die Herausbildung von Lernerautonomie als wünschenswertes allgemeines Erziehungsziel dar. Als Beispiel werden im folgenden pädagogische Ansichten von Hugo Gaudig zitiert, die eine starke Analogie zum heutigen Konzept autonomen Fremdsprachenlernens aufweisen:
Soll aber diese Selbsttätigkeit sich entwickeln und erhalten, so bedarf der Wille des Schülers einer planmäßigen Schulung für die Arbeit. Soll der Schüler nicht des Anstoßes von außen (des Fremdimpulses) fortgesetzt bedürfen, (...) so muss er sich selbst zu all den Tätigkeiten bestimmen lernen, die den Arbeitsvorgang fördern. So muss er sich dazu bestimmen, Aufgaben zu stellen, das Für und Wieder von Arbeitswegen zu prüfen, den Gang der Arbeit zu kontrollieren, die unfertige Arbeit zu korrigieren usw. (Gaudig 1969:12 zitiert nach Weskamp 1999:14).
Im Jahre 1979 liefert Henri Holec, einer der ersten Befürworter dieses Konzepts im fremdsprachlichen Lernen eine Definition, die bis heute weit verbreitet ist. Holec’s Basisaussage lautet: „Lernerautonomie ist die Fähigkeit, das eigene Lernen selbstverantwortlich in die Hand nehmen zu können“ (Holec 1981 zitiert nach Klein/Landeck 1998:223). Als Voraussetzung für autonomes Lernen nennt Holec die Fähigkeit: Lernziele, Lerninhalte und Lernprogression festzulegen, geeignete Lerntechniken auszuwählen, frei über Lernort, Lernzeit und Lerntempo zu entscheiden und den eigenen Lernerfolg bewerten zu können (vgl. Holec 1981 nach Klein/Landeck 1998).
0 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit, Internet und Computer im Fremdsprachenunterricht als Werkzeuge zur Förderung von Lernerautonomie zu nutzen.
1 Grundlagen autonomen Lernens: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente der Lernerautonomie, unter anderem durch kognitive Lerntheorien und konstruktivistische Ansätze.
2 Förderung der Lernerautonomie im Fremdsprachenunterricht: Hier stehen praktische didaktische Fragen wie die Gestaltung des Klassenzimmers, die Lehrerrolle und der Einsatz von Lernstrategien im Fokus.
3 Interneteinsatz und Autonomisierung des DaF-Unterrichts: Das Kapitel führt in das Medium Internet ein und untersucht dessen Kommunikationsdienste sowie die Typologie von WWW-Ressourcen für den Unterricht.
4 E-Mail Klassenkorrespondenz im Fremdsprachenunterricht: Dieser Teil betrachtet die Geschichte, Merkmale und das Lernpotenzial von elektronischer Klassenkorrespondenz im Vergleich zu herkömmlichen Formen.
5 Empirische Studie: Veränderungen im Bereich der Lernerautonomie infolge der E-Mail Klassenkorrespondenz: Das Kernstück der Arbeit dokumentiert die Durchführung und Auswertung eines konkreten E-Mail-Projekts zwischen polnischen und israelischen Schülern.
6 Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Empfehlungen für Lehrende, die E-Mail-Projekte zur Förderung der Lernerautonomie einsetzen möchten.
Lernerautonomie, Fremdsprachenunterricht, E-Mail-Projekt, DaF, Internet, Lernstrategien, Konstruktivismus, Kooperatives Lernen, Klassenkorrespondenz, Selbststeuerung, Interkulturelles Lernen, Medienkompetenz, Empowerment, Lernarrangements, Empirische Studie.
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Lernerautonomie im Fremdsprachenunterricht und untersucht den spezifischen Beitrag von E-Mail-Klassenkorrespondenz zu deren Entwicklung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie autonomen Lernens, der Integration des Internets in den Unterricht sowie der praktischen Umsetzung und Evaluation von E-Mail-Partnerschaften zwischen Schulklassen.
Die zentrale Frage ist, ob und wie E-Mail-Klassenkorrespondenz dazu beitragen kann, die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit von Deutschlernenden auf der Gymnasialstufe zu fördern.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse mit einer empirischen Studie, bei der mittels eines standardisierten Fragebogens die Lernerautonomie von Projektteilnehmern mit einer Kontrollgruppe verglichen wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, didaktische Strategien zur Autonomisierung, die technologischen Möglichkeiten des Internets sowie eine detaillierte Auswertung eines 20-wöchigen E-Mail-Austausches.
Wichtige Begriffe sind Lernerautonomie, DaF-Unterricht, E-Mail-Projekt, selbstgesteuertes Lernen, Lernstrategien, interkulturelle Kompetenz und computergestützte Kommunikation.
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Wissensvermittler zum Moderator, Prozesshelfer und Lernbegleiter, der den Schülern Freiräume für eigenverantwortliches Lernen schafft.
Die Studie bestätigt, dass Projektteilnehmer eine höhere Disposition zur Lernerautonomie aufweisen als die Kontrollgruppe, was die Wirksamkeit des E-Mail-Einsatzes unterstreicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

