Fachbuch, 2020
71 Seiten
1 Einführung
1.1 Motivation und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
2.1 Definition von Desinvestitionen
2.2 Motive von Desinvestitionen
2.3 Desinvestitionsinstrumente
2.4 Shareholder Value als Maßstab der Wertsteigerung
3 Diversifikation
3.1 Synergieeffekte
3.2 Marktmachtsteigerung
3.3 Weitere Wertquellen
3.4 Der Diversifikationsabschlag
4 Theoretische Erklärungsansätze zur Wertsteigerung durch Desinvestitionen
4.1 Prinzipal-Agent-Theorie
4.2 Informationshypothese
4.3 Managementeffizienzhypothese
4.4 Signalingeffekte
4.5 Auflösung von Dyssynergien
4.6 Werttransferhypothese
5 Wahl des Desinvestitionsinstrumentes
6 Empirische Befunde
7 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht, inwieweit Desinvestitionen als Instrument der Unternehmensrestrukturierung zur Steigerung des Unternehmenswertes beitragen können. Dabei wird insbesondere analysiert, ob theoretische Erklärungsansätze für Wertsteigerungen durch empirische Ergebnisse aus Ereignisstudien gestützt werden.
4.1 Prinzipal-Agent-Theorie
Die im Wesentlichen von Jensen und Meckling geprägte Agency-Theorie beschäftigt sich mit der Analyse von Geschäftsbeziehungen, die eine asymmetrische Informationsverteilung aufweisen. Da zwischen den Parteien kein vollständiger Vertrag mit Handlungsvereinbarungen für sämtliche Eventualitäten festgelegt werden kann, müssen Entscheidungsrechte auf den Agenten (der mit einem Informationsvorsprung ausgestattete Auftragnehmer) übertragen werden. Es wird dabei unterstellt, dass die beteiligen Parteien jederzeit ihre eigenen Interessen verfolgen und somit auch ihren eignen Nutzen maximieren wollen. Man kann deshalb nicht davon ausgehen, dass der Agent grundsätzlich im besten Interesse des Prinzipals (der schlechtere informierte Auftraggeber) handelt. Bei einer Aktiengesellschaft, welche durch die Trennung von Eigentum und Verfügungsgewalt gekennzeichnet ist, spiegeln die Prinzipale die Aktionäre und die Agenten die Vorstände wider. Die Aktionäre delegieren folglich die Entscheidungskompetenzen an die Vorstände und bezahlen diesen dafür ein Entgelt. Diese Trennung zwischen Eigentum und Verfügungsmacht führt letztendlich zu Informationsasymmetrien, welche, bei unterschiedlicher Interessenslage beider Partien, von den Agenten ausgenutzt werden können.
Der Prinzipal sieht aufgrund der asymmetrischen Informationsverteilung immer nur das Ergebnis aus der Handlung des Agenten, die Handlung selbst bleibt ihm jedoch verborgen (Hidden Action). Deshalb kann der Prinzipal nicht eindeutig erkennen, ob die Handlungen des Agenten oder andere Faktoren für das Resultat verantwortlich sind. Des Weiteren kann der Agent handlungsrelevante Information erhalten bzw. haben, die für den Prinzipal nicht wahrzunehmen sind (Hidden Information). Es ist somit nicht auszuschließen, dass der Agent opportunistisch handelt und durch seine Handlungsspielräume und Informationsvorteile dem Prinzipal schadet (Moral Hazard).
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Trend zur Unternehmensfokussierung und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, den Beitrag von Desinvestitionen zur Wertsteigerung zu untersuchen.
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert Desinvestitionen, kategorisiert deren Motive und stellt verschiedene Instrumente wie den Sell-off, Spin-off, Equity Carve-Out und Tracking Stocks vor.
3 Diversifikation: Hier werden die potenziellen Vorteile der Diversifikation, wie Synergieeffekte und Marktmachtsteigerung, sowie der entgegenstehende Diversifikationsabschlag diskutiert.
4 Theoretische Erklärungsansätze zur Wertsteigerung durch Desinvestitionen: Es werden zentrale Hypothesen, darunter die Prinzipal-Agent-Theorie, Signaling-Effekte und die Auflösung von Dyssynergien, zur Erklärung von Wertsteigerungseffekten analysiert.
5 Wahl des Desinvestitionsinstrumentes: Dieses Kapitel erörtert Kriterien für die situationsbedingte Wahl des geeigneten Desinvestitionsinstrumentes.
6 Empirische Befunde: Anhand von Ereignisstudien wird untersucht, ob die theoretisch postulierten Wertsteigerungen durch empirische Daten gestützt werden können.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass eine kurzfristige positive Marktreaktion nachweisbar ist, während eine nachhaltige Wertsteigerung schwer empirisch zu isolieren bleibt.
Desinvestition, Restrukturierung, Shareholder Value, Diversifikation, Spin-off, Sell-off, Equity Carve-Out, Prinzipal-Agent-Theorie, Unternehmenswertsteigerung, Kapitalmarkt, Informationsasymmetrie, Agency-Kosten, Ereignisstudie, Dyssynergien, Kapitalmarktallokation
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Desinvestitionen auf den Unternehmenswert und untersucht, warum Konzerne sich dazu entscheiden, Unternehmensteile abzuspalten.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Erklärungsmodelle für Desinvestitionen, die Darstellung verschiedener Desinvestitionsinstrumente sowie die empirische Überprüfung von Kapitalmarktreaktionen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob und inwiefern Desinvestitionen tatsächlich den Shareholder Value steigern können und ob diese Vermutung durch vorhandene empirische Studien belegbar ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse theoretischer Ansätze sowie eine Auswertung empirischer Ereignisstudien zur Aktienkursreaktion bei Desinvestitionsankündigungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Wertsteigerungsquellen durch Desinvestitionen, die Analyse von Auswahlkriterien für Instrumente und die Präsentation empirischer Ergebnisse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Desinvestition, Spin-off, Shareholder Value, Agency-Kosten und interne Kapitalmarktallokation geprägt.
Sie dient als Kernargument dafür, dass diversifizierte Konzerne Ineffizienzen aufweisen können, deren Auflösung durch Desinvestitionen zu einer Steigerung des Unternehmenswertes führt.
Die Literatur deutet darauf hin, dass die Abspaltung zu einer verbesserten industriellen Fokussierung und erhöhter Agilität führt, was von Investoren positiv bewertet wird.
Nein, die empirische Forschung zeigt zwar kurzfristig positive Ankündigungseffekte, eine eindeutige nachhaltige Wertsteigerung ist jedoch schwer von anderen marktbeeinflussenden Faktoren abzugrenzen.
Die Wahl hängt von verschiedenen Kriterien ab, wie dem Finanzierungsbedarf, dem Wunsch nach Synergieerhalt, Kosten der Börsenplatzierung und der Überlebensfähigkeit des abzuspaltenden Bereichs.
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