Bachelorarbeit, 2017
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Problemhintergrund
1.2. Erkenntnisinteresse
1.3. Methodik und Vorgehensweise
2. Theoretischer Rahmen und Begriffsdefinitionen
2.1. Identität
2.2. Geschlecht und Geschlechtsidentität
2.2.1. Biologische Perspektive ~ Sex
2.2.2. Soziologisch-reflexive Perspektive ~ Gender
2.2.3. Kritik an der Sex-Gender-Dichotomie
2.3. Trans* & Transidentität
2.3.1. Trans* & Transidentität und die Geschlechterbinarität
2.3.2. Problematik der Psychopathologisierung
3. Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht
3.1. Schule als institutioneller Ort der Sozialisation und Identitätsentwicklung in Relation zu Trans*
3.2. Aufgaben der allgemeinen Sexualerziehung in der Schule anhand des Beispiels des Bundeslandes NRW
3.3. Integration von Trans* in den Biologieunterricht – Notwendigkeit und Chancen.
4. Ausblick & Diskussion
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Thematik Trans* und Transidentität für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht, mit dem Ziel, Sensibilität zu schaffen und notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten, um Diskriminierung abzubauen und eine diskriminierungsfreie Lernumgebung zu fördern.
2.3.2. Problematik der Psychopathologisierung:
Die Medizin sowie die Psychologie genießen, wie die Naturwissenschaften auch, eine große Wissensautorität in der westlichen Gesellschaft (vgl. PALM 2013). Als gesund oder „normal“ gilt nach medizinischen Gesichtspunkten, eine Person die körperlich zweifellos männlich oder weiblich ist sowie eine dazu passende, eindeutige Geschlechtsidentität etabliert hat. Abweichungen von dieser Norm werden psychopathologisch als Krankheit definiert und somit auch als behandlungsbedürftig aufgefasst (vgl. HOLZLEITHNER/ DANIELCZYK 2004).
Der sogenannte „Transsexualismus“, dessen Ursachen bis heute vollkommen ungeklärt sind (vgl. RAUCHFLEISCH 2007a; b; 2016, SENF 2014), wird nach der aktuell gültigen Definition der WHO (World Health Organization) als der Wunsch verstanden, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und als solcher anerkannt zu werden. Dieser geht weiterhin meist mit Unbehagen und/oder dem Wissen über die nicht mit der Geschlechtsidentität als übereinstimmend geltenden Körpermerkmalen einher. Häufig besteht nach der Definition auch der Wunsch nach chirurgischer und/oder hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bestehenden Identitätsgeschlecht anzupassen (vgl.: WHO: ICD-10 Version 2010 - F64.0). Dabei lastet dieser derzeitigen Definition der WHO der üble Beigeschmack der Kategorisierung als „Störung“ an, da die Gruppe F64 der ICD-10 die psychischen Störungen der Geschlechtsidentität umfassen und als Krankheit verstanden werden (vgl. RAUCHFLEISCH 2016). Darum werden Bezeichnungen wie „transsexuell“ von Betroffenen auch aufgrund dieser Psychopathologisierung abgelehnt und stattdessen Terminologien wie transident oder trans* bevorzugt - wie es auch in dieser Arbeit der Fall ist.
1. Einleitung: Einführung in die Ausgangslage, Relevanz des Themas und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Theoretischer Rahmen und Begriffsdefinitionen: Fundamentale Begriffe der Identität, der biologischen und soziologischen Geschlechtlichkeit sowie eine Einführung in das Thema Trans*.
3. Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht: Untersuchung der Schule als Sozialisationsraum und der Notwendigkeit einer inklusiven Sexualerziehung.
4. Ausblick & Diskussion: Reflexion über die methodische Erschließung und die Bedeutung für die universitäre Lehrerbildung.
5. Zusammenfassung: Zentrale Kernaussagen zur Bedeutung von Transidentität als Normvariante der menschlichen Identität.
Trans*, Transidentität, Geschlechtsidentität, Sexualerziehung, Biologieunterricht, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Diskriminierung, Pathologisierung, Gender, Geschlechterrollen, Inklusion, Normvariante, Menschenrechte.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik Trans* und Transidentität und deren Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im schulischen Biologieunterricht.
Die Arbeit umfasst Identitätstheorien, die biologische und soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Kritik an der Geschlechterbinarität und der Pathologisierung sowie pädagogische Konzepte zur schulischen Sexualerziehung.
Das Ziel ist es, für die komplexe Thematik zu sensibilisieren und aufzuzeigen, warum die Integration von Trans*-Themen im Biologieunterricht für eine diskriminierungsfreie und menschenrechtsorientierte Schule unerlässlich ist.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer systematischen Literaturrecherche nach Ebster/Stalzer basiert und durch heuristische Verfahren ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zu Identität und Geschlecht sowie einen anwendungsorientierten Teil zur Bedeutung der Schule und zur Integration des Themas in den Biologieunterricht.
Wichtige Begriffe sind Trans*, Geschlechtsidentität, Sexualerziehung, Biologieunterricht, Zweigeschlechtlichkeit und Pathologisierung.
Die Schule fungiert als wichtige Sozialisationsinstanz, die häufig unreflektiert heteronormative Geschlechterrollen reproduziert, was für Trans*-Schüler*innen zu Identitätskonflikten und Diskriminierung führen kann.
Die Kategorisierung als „psychische Störung“ stigmatisiert Betroffene, ordnet sie außerhalb der „normalen“ Gesellschaft ein und kann den Zugang zu notwendiger Unterstützung erschweren oder diskriminierend wirken.
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