Masterarbeit, 2016
90 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und These
1.2. Methodische Vorgehensweise
1.3. Forschungsstand
2. Konzepte und Begriffe
2.1. Der Begriff der Region
2.2. Der Begriff der Grenze
2.3. Die Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
2.3.1. Mehrwerte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
2.3.2. Hindernisse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
2.4. Die Euroregion
3. Theorieansätze zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
3.1. Der border area view
3.2. Der Transnationale Regionalismus
3.3. Grenzüberschreitende Netzwerkbildung
3.4. Analyserahmen zur Erforschung der Euroregion Pro Europa Viadrina
4. Europäische Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
4.1. Die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG)
4.2. Rechtliche Instrumente und Abkommen
4.2.1. Das Rahmenübereinkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften (Madrider Konvention)
4.2.2. Die Europäische Charta der kommunalen Selbstverwaltung
4.3. Das Interreg-Programm
5. Nationale Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen
5.1. Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Bestätigung der zwischen ihnen bestehenden Grenzen (Grenzvertrag)
5.2. Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen
5.3. Rechtsgrundlagen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der regionalen/kommunalen Ebene in Polen
5.4. Rechtsgrundlagen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der regionalen/kommunalen Ebene in Deutschland
6. Die Euroregion Pro Europa Viadrina
6.1. Die deutsch-polnische Staatsgrenze nach 1945
6.2. Der Entstehungsprozess der Pro Europa Viadrina
6.3. Der Handlungsraum der Pro Europa Viadrina
6.3.1. Lage, Fläche und administrative Gliederung
6.3.2. Bevölkerung
6.3.3. Wirtschaft und Arbeitsmarkt
6.3.4. Infrastruktur
6.4. Die institutionelle Ausgestaltung der Euroregion Pro Europa Viadrina
6.4.1. Rechtsform und Organisationsstruktur
6.4.2. Mitgliederstruktur und Finanzierung
6.5. Aufgaben und Ziele
6.6. Kompetenzen und Mitwirkungsmöglichkeiten
6.6.1. Eigentliche und rechtliche Handlungskompetenz
6.6.2. Übertragene Kompetenzen
6.6.3. Mitwirkungsmöglichkeiten der Pro Europa Viadrina
6.7. Bedeutung der Euroregion Pro Europa Viadrina für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
7. Probleme und Hindernisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
8. Fazit
Die Arbeit analysiert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen am konkreten Beispiel der Euroregion Pro Europa Viadrina, um die strukturellen Rahmenbedingungen, institutionellen Ausgestaltungen sowie die bestehenden Barrieren im Handlungsraum zu untersuchen und zu bewerten.
6.1. Die deutsch-polnische Staatsgrenze nach 1945
Das Ende des zweiten Weltkrieges hatte bedeutende Grenzverschiebungen in Mitteleuropa zur Folge. Polen verlor seine Ostgebiete an die UdSSR und Deutschland musste seine östlich der Oder und Neiße gelegenen Gebiete Pommerns, Brandenburgs und Schlesiens unmittelbar nach Kriegsende an Polen abtreten. Die von den beiden Flüssen gebildete Demarkationslinie wurde dabei sofort wie eine Staatsgrenze behandelt. Die Verschiebungen der Grenzen hatten massenhafte Umsiedlungen zur Folge. Die Deutschen wurden aus Ostpreußen, Schlesien und den übrigen Gebieten der heutigen Grenzregion vertrieben. In die frei werdenden Städte und Dörfer rückten polnische Neusiedler an, die wiederum zum großen Teil aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten kamen und dort von der Sowjetunion vertrieben worden sind. Die polnischen Neubürger standen den ihnen zugewiesenen Städten, Dörfern und Bauwerken zunächst ebenso fremd gegenüber wie den im Westen jenseits von Oder und Neiße wohnenden Deutschen (Grimm 1998: 187).
Erschwerend kam hinzu, dass das Grenzgebiet, insbesondere auf polnischer Seite, nach 1945 durch große Zerstörungen gekennzeichnet war. Die Zerstörungen betrafen unter anderem städtische Bebauungen, Industrieanlagen und Brücken über der Oder (vgl. Schöne 2006: 53ff.).
1950 erkannte die ein Jahr zuvor gegründete DDR die Grenze zu Polen durch den Zgorzelecer Vertrag offiziell an. Jedoch blieben die Beziehungen im Grenzgebiet zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen auf sehr formeller Basis und die Grenze blieb zunächst trotz offizieller Freundschaftsbekundungen jahrzehntelang dicht verschlossen. Erst 1972 folgte eine überraschende Öffnung für den visafreien Personenverkehr, aus Sicht der DDR wohl vor allem gedacht als eine Kompensation für die 1961 mit dem Bau der Mauer erfolgte Absperrung zum Westen (vgl. Grimm 1998: 187f.). Sogleich kam es zu einem umfangreichen grenzüberschreitenden Verkehr. Die DDR-Bewohner, darunter insbesondere die Vertriebenen, suchten ihre ehemaligen Heimatorte und die touristischen Ziele auf, die Polen erkundeten das ihnen bis dahin nahezu unbekannte Nachbarland und nutzten zudem die günstigen Einkaufsmöglichkeiten der DDR. Gleichzeitig entstand ein täglicher Pendelverkehr polnischer Arbeiter zu den Industriestandorten, beispielsweise in Frankfurt (Oder) oder Guben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Grenzregionen ein, benennt die Fragestellung zur Euroregion Pro Europa Viadrina und erläutert die methodische Vorgehensweise mittels Literaturanalyse und Experteninterviews.
2. Konzepte und Begriffe: Hier werden grundlegende Definitionen von Region, Grenze und grenzüberschreitender Zusammenarbeit definiert sowie die Mehrwerte und Hindernisse der Kooperation herausgearbeitet.
3. Theorieansätze zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: Das Kapitel stellt theoretische Modelle wie den "border area view" nach Martinez, den Transnationalen Regionalismus und die Netzwerkbildung zur wissenschaftlichen Einordnung der Euroregion vor.
4. Europäische Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Es wird die Rolle der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen sowie relevanter rechtlicher Instrumente und des Interreg-Programms als europäische Fördergrundlage erläutert.
5. Nationale Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen: Dieses Kapitel behandelt die zentralen zwischenstaatlichen Abkommen, wie den Grenz- und Nachbarschaftsvertrag, sowie die rechtlichen Grundlagen für kommunale grenzüberschreitende Aktivitäten.
6. Die Euroregion Pro Europa Viadrina: Ein zentrales Kapitel, das Entstehung, Handlungsraum, institutionelle Struktur, Aufgaben, Kompetenzen und die Bedeutung dieser spezifischen Euroregion detailliert analysiert.
7. Probleme und Hindernisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: Zusammenfassende Darstellung allgemeiner Probleme und spezifischer Schwächen, die die grenzüberschreitende Kooperation zwischen Deutschland und Polen in der Region erschweren.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Euroregion trotz hoher Bedeutung durch strukturelle Defizite in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt bleibt.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Euroregion, Pro Europa Viadrina, Grenzregion, Polen, Deutschland, regionale Integration, Europäische Union, Interreg, Netzwerkbildung, territoriale Zusammenarbeit, Verwaltungsstruktur, Kooperationsprogramm, Grenzraum, Transnationaler Regionalismus.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen am Beispiel der Euroregion Pro Europa Viadrina.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Regionalforschung, die europäischen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen der grenzübergreifenden Kooperation sowie die konkrete institutionelle und funktionale Ausgestaltung der Euroregion.
Das Ziel ist es, den Handlungsraum und das grenzüberschreitende Netzwerk der Euroregion Pro Europa Viadrina zu analysieren und die grundsätzlichen Barrieren der Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern aufzuzeigen.
Die Arbeit kombiniert eine Literatur- und Dokumentenanalyse mit qualitativen, offenen Leitfadeninterviews, die mit Akteuren aus der Euroregion und den zuständigen Ministerien geführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Ansätze, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene sowie eine tiefgehende Untersuchung der Organisation, der Aufgaben und der Probleme der Euroregion Pro Europa Viadrina.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Euroregion, Pro Europa Viadrina, regionale Integration, Interreg und territoriale Zusammenarbeit beschreiben.
Kritisiert wird die strukturelle Zweiteilung der Geschäftsstellen und die nationale Ausrichtung der Trägervereine, die eine tiefergehende grenzüberschreitende Integration erschweren und die Außendarstellung als einheitliche Region schwächen.
Die Arbeit stellt fest, dass die Euroregion sehr stark auf EU-Fördergelder (insbesondere Interreg) angewiesen ist, um ihre Arbeit und Projekte zu finanzieren, was eine gewisse Abhängigkeit erzeugt.
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