Masterarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 1,15
1 Einleitung
1.1 Fragestellungen und Ziele dieser Arbeit
1.2 Begriffsklärungen
1.3 Methodische Zielführung und Forschungslage
2 Das Untersuchungsgebiet im Westen Niedersachsens
2.1 Region als Referenzfolie wirtschaftlicher Entwicklung
2.2 Definition der Untersuchungsregion Emsland
2.2.1 Konstitutive Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen
2.2.2 Naturpotenzial, Landschaftsgliederung, räumliche Grundausstattung
2.2.3 Bevölkerung und Sozialstruktur
2.3 Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim heute
3 Wirtschaftliche Regionalentwicklung, Aufholprozesse und Evolutionsökonomik
3.1 Ein ökonomietheoretischer Rahmen für eine historische Untersuchung
3.1.1 Die Hervorhebung der sozialen Dimension für ein Mehrverständnis ökonomischer Veränderungsprozesse: das Analysemodell
3.1.2 Heutige Rahmenbedingungen regionaler Entwicklung
3.1.3 Nachholende Modernisierung und Schritthalten durch Imitation
3.2 Mögliche Bedingungsfaktoren für wirtschaftlichen Erfolg im Emsland
3.3 Aufholprozesse als Ergebnis staatlicher Förderung
3.4 Die Bedeutung informeller Institutionen für ökonomischen Fortschritt
4 Leitlinien der Wirtschaftsgeschichte und der Regionalentwicklung des Emslandes
4.1 Zurechtkommen wollen im Emsland des Mittelalters
4.2 Wirtschaft, Handel und Verkehr vor dem 20. Jahrhundert
4.3 Die Förderung und Erschließung des Emslandes
4.3.1 Moorkultivierung, Siedlung und Erschließungsversuche bis 1945
4.3.2 Der Emslandplan
4.3.3 Regionale Förderung im Vergleich
4.4 Die Obergrafschaft als Teil des Textilindustriegebietes Westmünsterland
4.5 Nachholende Ökonomisierung der Ressourcenverwendung
4.6 Regionale Ungleichzeitigkeit ökonomischer Entwicklungen
5 Dominante Charakteristika raumbezogener Identität im Emsland und ihr ökonomisches Potenzial
5.1 „mental maps“ und raumbezogene Identifikationen
5.2 Mentalitätsformung durch Sozialisation
5.2.1 Konstrukte der Charakteristika als „das Profil“ des Emslandes
5.2.2 Regionale Identität als räumlich-soziale Selbsteinschätzungen der Menschen
5.2.3 Kollektive Erinnerungen zwischen Ems und Vechte und ihre Abgrenzungen
5.3 Regionale Identität als Basis sozialen und ökonomischen Engagements vor Ort
6 Resümee
6.1 Vom „circulus vituosus“ zum „Positiv-Syndrom“
6.2 Regionale Kernkompetenzen und regionale Mentalitäten
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Emsland und hinterfragt, ob der heutige wirtschaftliche Erfolg ausschließlich auf staatliche Strukturförderung zurückzuführen ist oder ob spezifische kulturelle Identitäten und regionale Mentalitäten als Triebkraft fungierten.
4.1 Zurechtkommen wollen im Emsland des Mittelalters
Die in dieser Arbeit gestellte Frage nach den Aufholprozessen impliziert geradezu, dass das Attribut „rückständig“ gerechtfertigt ist. Denn aus welcher ursprünglichen Lage, wenn nicht einer rückständigen, könnte aufgeholt werden? Und dass das Emsland als wirtschaftlich „rückständig“ galt, entspricht nicht nur der landläufigen Einschätzung interessierter Beobachter, sondern findet sich auch in Literatur der Regionalgeschichtsforschung und Beiträgen versierter Praktiker der Emslanderschließung. Doch ist diese Wertung so zutreffend? Sahen die Menschen im Emsland sich als Bewohner eines Rückstandsgebietes? Im 21. Jh. wird die Zuschreibung „rückständig“ von Forschern vermehrt hinterfragt; z.B. stellt G. Steinwascher fest: „Naturräumliche Gegebenheiten wie im Emsland wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit aber nicht mit der Wertung „rückständig“ charakterisiert. Hierzu fehlte jeder Maßstab. Sie waren schlicht nicht siedlungsfreundlich, ließen nur eine dünne Besiedlung zu.“
Diese Terminuskritik Steinwaschers aufnehmend ist also in dem folgenden historischen Grundriss nicht von Rückständigkeit die Rede, wenn der Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Mittelalter und Frühe Neuzeit gerichtet wird. Für diese Periode wird hier der Begriff Siedlungswidrigkeit eingeführt.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wirtschaftliche Dynamik des westniedersächsischen Raums, definiert die Forschungsfragen und ordnet die Arbeit in den regionalhistorischen Kontext ein.
2 Das Untersuchungsgebiet im Westen Niedersachsens: In diesem Kapitel werden die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim hinsichtlich Geografie, Bevölkerung und Sozialstruktur definiert, um ein Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Wirtschaftliche Regionalentwicklung, Aufholprozesse und Evolutionsökonomik: Das Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es neoklassische Ansätze um Evolutionsökonomik und Institutionenökonomik erweitert, um Prozesse wie Nachholende Modernisierung zu erklären.
4 Leitlinien der Wirtschaftsgeschichte und der Regionalentwicklung des Emslandes: Dieser Abschnitt beschreibt chronologisch die wirtschaftliche Entwicklung vom Mittelalter bis zur Gegenwart und analysiert die Rolle staatlicher Förderung sowie des Emslandplans.
5 Dominante Charakteristika raumbezogener Identität im Emsland und ihr ökonomisches Potenzial: Das Kapitel untersucht die informelle Institution der regionalen Identität und Mentalität und deren Bedeutung als Faktor für wirtschaftliche Stabilität und Engagement.
6 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, indem es den Wandel vom „circulus vituosus“ zum „Positiv-Syndrom“ beschreibt und die Bedeutung regionaler Kernkompetenzen hervorhebt.
Emsland, Emslandplan, Regionalentwicklung, Wirtschaftswachstum, Aufholprozesse, Institutionenökonomik, regionale Identität, Mentalitätsformung, Siedlungswidrigkeit, Strukturwandel, Evolutionsökonomik, Industrialisierung, Innovationsfähigkeit, Raumkonstruktion, Wirtschaftsgeschichte.
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des Emslandes und analysiert, welche Faktoren den Strukturwandel und den Aufholprozess seit dem 20. Jahrhundert ermöglicht haben.
Zentrale Themen sind die Rolle der staatlichen Wirtschaftsförderung (Emslandplan), die Bedeutung historischer Standortfaktoren sowie der Einfluss von regionaler Identität und Mentalität auf das ökonomische Handeln.
Die Arbeit fragt nach den Faktoren für die dynamische ökonomische Entwicklung im Emsland und untersucht, ob regionale kulturelle Identität als Triebkraft für den wirtschaftlichen Erfolg dient.
Die Untersuchung folgt dem strukturalistischen Konzept der „Longue durée“ nach Fernand Braudel und nutzt eine chronologisch-darstellende Methode in Kombination mit ökonomietheoretischen Analysemodellen.
Im Hauptteil werden neben der Wirtschaftsgeschichte die Theorie der regionalen Entwicklung, das Konzept des wirtschaftlichen Aufholprozesses und die Analyse informeller Institutionen wie der regionalen Mentalität behandelt.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Emslandplan, Aufholprozesse, regionale Identität, Siedlungswidrigkeit und Evolutionsökonomik.
Der Begriff wird eingeführt, um das Emsland in der historischen Analyse nicht als per se „rückständig“, sondern als naturräumlich schwierig für die Besiedlung zu beschreiben.
Der Autor ordnet den Emslandplan als zentralen Bruch ein, der einen Aufwärtstrend ermöglichte, merkt jedoch an, dass auch binnenregionale Faktoren und soziale Netzwerke zum Erfolg beitrugen.
Diese dienen als kognitive Karten, die das Selbstverständnis der Bevölkerung prägen und zur Identifikation mit dem Raum beitragen.
Ja, die Arbeit vergleicht die Emsland-Region mit anderen niedersächsischen Gebieten sowie im Kontext der regionalen Förderung auch mit Programmen wie dem „Programm Nord“ oder dem „Ostwestfalenplan“.
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