Bachelorarbeit, 2016
51 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Das Phänomen "Sozialkaufhaus" im Spannungsfeld der "neuen Armut"
1.2 Angewandte Methoden und zentrale Themenschwerpunkte
2. Eine allgemeine Betrachtung des Phänomens der Armut
2.1 Der Begriff der Armut
2.2 Ursachen und Folgen von Armut
2.3 Die Armutssituation allgemein in Mecklenburg-Vorpommern
2.4 Die Armutssituation speziell in Rostock
3. Das Sozialkaufhaus als ein Mittel zur Überwindung von Armut
3.1 Eine Einschätzung von Politikern der Rostocker Bürgerschaftsfraktionen
3.2 Eine kritische Betrachtung des Sozialkaufhauses als Bestandteil der Almosenökonomie
4. Die Entwicklung von Sozialkaufhäusern und ihre Arbeitsweise
4.1 Vorläufer und Entwicklung von Sozialkaufhäusern
4.2 Geschichte und Selbstverständnis eines Rostocker Sozialkaufhauses
4.3 Aufbau und Funktionsweise eines Sozialkaufhauses
4.3.1 Eine allgemeine Darstellung
4.3.2 Am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses
4.4 Das Klientel eines Sozialkaufhauses am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses
5. Alternative Konzepte zur Überwindung von Armut
5.1 Der Umgang mit Armut im Neuen Testament
5.2 Ein philosophischer Versuch: John Rawls Gesellschaftsentwurf
5.3 Notwendige Verbesserungen im soziokulturellen, politischen und ökonomischen Kontext
6. Abschließender Diskurs
6.1 Das Sozialkaufhaus als Provisorium
6.2 Das Sozialkaufhaus als Ersatz für fehlende sozialpolitische Aktivität
6.3 Fazit und Ausblicke
7. Anhang: Ergebnisse der Befragungen
7.1 Ergebnisse der Befragung der sozialpolitischen Sprecher
7.2 Ergebnisse der Befragung der Käufer-/innen des Sozialkauhauses Dierkow
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Sozialkaufhaus“ im Kontext der sogenannten „neuen Armut“ und analysiert kritisch, inwiefern solche Einrichtungen als Mittel zur Armutsbekämpfung oder als bloßes Provisorium innerhalb einer sogenannten Almosenökonomie fungieren. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, ob Sozialkaufhäuser langfristig zur Überwindung von Armut beitragen können oder ob sie lediglich ein Symptom für unzureichende staatliche Sozialpolitik darstellen.
1.1 Das Phänomen „Sozialkaufhaus“ im Spannungsfeld der „neuen Armut“
Das Sozialkaufhaus hat sich in der jüngsten Vergangenheit zu einem Mittel der karitativen Armutsbekämpfung entwickelt, indem sich ein Sozialkaufhaus der materiellen Unterstützung von Bedürftigen annimmt. Das Sozialkaufhaus sammelt gebrauchte Konsumgüter ein, welche als Sachspenden abgegeben werden. Bevor eine Aufnahme von Sachspenden in das Sortiment eines Sozialkaufhauses erfolgt, sind bestimmte Anforderungen in Bezug auf die Qualität und den Zustand zu erfüllen. Nach der Aufnahme in das Sortiment bietet man die gebrauchten Waren zum Verkauf an. Es kann durchaus der Fall sein, dass Mitarbeiter des Sozialkaufhauses vorher an den gebrauchten Konsumgütern Instandhaltungen vornehmen. Die angebotenen Waren im Sozialkaufhaus sind ausschließlich für Bedürftige vorbehalten. Vor dem käuflichen Erwerb ist die eigene Bedürftigkeit nachzuweisen, indem meistens eine Bescheinigung über den Bezug von Sozialleistungen vorzulegen ist. Die Preise ergeben sich nicht aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage, sondern haben sich als kostengünstig für Bedürftige zu erweisen. Das Sortiment des Sozialkaufhauses besteht aus Mobiliar, Einrichtungsgegenständen, Elektroartikeln, Textilien, Haushaltswaren, Unterhaltungsmedien, Printmedien und vielen weiteren denkbaren Gebrauchsgegenständen. Definitiv ausgenommen vom Sortiment sind Lebensmittel.
Darüber hinaus nimmt ein Sozialkaufhaus in der Regel diejenigen, die sehr geringe Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt haben, in seine Belegschaft auf, was dem Zwecke der Wiedereingliederung ins Berufsleben dient. Außerdem gehören zu den Mitarbeitern eines Sozialkaufhauses neben den Festangestellten Freiwilligendienstleistende, Praktikanten und jene, die Sozialstunden ableisten. Sozialkaufhäuser befinden sich in der Regel in der Trägerschaft von Wohlfahrtverbänden oder gemeinnützigen Vereinen. Nähere und weitere Ausführungen zum Sozialkaufhaus sind im Gliederungspunkt 4 vorzufinden.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Sozialkaufhäuser und Darstellung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Eine allgemeine Betrachtung des Phänomens der Armut: Definition von Armut und Analyse der Ursachen und Folgen, sowie ein Überblick zur Armutssituation in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern.
3. Das Sozialkaufhaus als ein Mittel zur Überwindung von Armut: Einschätzung der Wirksamkeit durch lokale Politiker und kritische Auseinandersetzung mit der Almosenökonomie.
4. Die Entwicklung von Sozialkaufhäusern und ihre Arbeitsweise: Historischer Rückblick und detaillierte Untersuchung der Funktionsweise am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses.
5. Alternative Konzepte zur Überwindung von Armut: Beleuchtung des Umgangs mit Armut im Neuen Testament sowie philosophische Perspektiven nach John Rawls.
6. Abschließender Diskurs: Bewertung des Sozialkaufhauses als Provisorium und kritische Würdigung als Ersatz für sozialpolitische Maßnahmen.
7. Anhang: Ergebnisse der Befragungen: Dokumentation der gewonnenen empirischen Daten aus den Gesprächen mit Politikern und Kunden.
Sozialkaufhaus, neue Armut, Armutsbekämpfung, Almosenökonomie, Rostock, Sozialstaat, Bedürftigkeit, Wohlfahrtsverbände, Arbeitslosigkeit, Existenzsicherung, soziale Ausgrenzung, Mitleidsökonomie, Armutsfürsorge, Teilhabe, Sachspenden.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Sozialkaufhäusern als Instrumente der Armutsbekämpfung und ihre Einordnung in ein sich wandelndes sozialstaatliches Gefüge.
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von Armut, der historischen Entwicklung von Sozialkaufhäusern, ethischen sowie philosophischen Armutsbegriffen und der Effektivität von Mitleidsökonomie.
Ziel ist es zu untersuchen, ob Sozialkaufhäuser eine dauerhafte Lösung für Armutsbetroffene bieten oder lediglich eine notwendige Ergänzung in einer Lücke zwischen Staat und Bedürftigkeit darstellen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie empirischen Methoden, darunter teilnehmende Beobachtungen bei Praktika und Befragungen von kommunalpolitischen Akteuren und Kunden vor Ort.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Armutsbegriffs, die Analyse von Sozialkaufhäusern in Rostock sowie die kritische Reflexion des Konzepts "Almosenökonomie".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Sozialkaufhaus", "neue Armut", "Almosenökonomie" und "soziale Ausgrenzung" geprägt.
Die befragten Sprecher bewerten Sozialkaufhäuser überwiegend als notwendige Provisorien, sehen darin jedoch keine nachhaltige Lösung für die strukturellen Ursachen von Armut.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Sozialkaufhäuser eher zur Förderung der Normalisierung von Armut beitragen, anstatt deren strukturelle Ursachen wirksam zu bekämpfen.
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