Magisterarbeit, 2005
121 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Perspektiven
2.1. Die aktuelle Debatte im entwicklungstheoretischen Kontext
2.2. Definitorische Grundlagen: Gewalt, Kriminalität und Sicherheit
2.3. Good Governance
2.3.1. Good Governance und Sicherheit
2.3.2. Good Security Governance
2.4. Fragile Staatlichkeit
2.4.1. States at Risk
2.4.1.1. Die Kernfunktionen des Staates
2.4.1.2. Kategorien fragiler Staatlichkeit
2.5. Fazit und Forschungsdesign
3. Gewalt und Kriminalität als Entwicklungs- und Sicherheitsproblem: Guatemala und Südafrika – „States at Risk?“
3.1. Gewalt und Kriminalität: „Anschlag auf Entwicklung?“
3.1.1. Guatemala
3.1.2. Südafrika
3.1.3. Ergebnisse
3.2. Die Wahrnehmung der staatlichen Sicherheitsfunktion: „States at Risk?“
3.2.1. Guatemala
3.2.2. Südafrika
3.2.3. Ergebnisse
4. Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit – Ansatzpunkte für „Good Security Governance“ in Guatemala und Südafrika
4.1. Guatemala
4.2. Südafrika
5. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Gewalt und Kriminalität in Guatemala und Südafrika als Entwicklungs- und Sicherheitsprobleme zu verstehen sind und ob diese Staaten als „States at Risk“ gelten können. Ziel ist es, durch die Analyse der Sicherheitslage Handlungsoptionen für die Entwicklungszusammenarbeit abzuleiten, um durch das Konzept „Good Security Governance“ die staatliche Stabilität zu fördern und so die Grundlage für eine positive Entwicklung zu schaffen.
3.1.1. Guatemala
Nach dem offiziellen Endes des guatemaltekischen Bürgerkrieges im Dezember 1996 hat sich die Sicherheitslage im zentralamerikanischen Land verändert, aber nicht verbessert: Guatemala ist eines der Länder mit den höchsten Gewalt- und Kriminalitätsraten der Welt.
Waren es bis zum Ende des Krieges Formen politischer Gewalt, die die Bürger des Landes bedrohten, so sind es nun zumeist Formen sozialer und ökonomischer Gewalt, die sie um Leben, Eigentum und Entwicklungsperspektiven fürchten lassen. Diese Gewaltdiffusion wird von den Bürgern Guatemalas als noch bedrohlicher wahrgenommen, als die zuvor dominierende politische Gewalt. Wurde die während des Krieges zumeist in den ländlichen Gebieten herrschende Gewalt als weitestgehend kalkulierbar bewertet, so verstärkt der ubiquitäre, unvorhersehbare Charakter der „Alltagsgewalt“ das Gefühl von Unsicherheit.
Laut einer Umfrage des Consejo de Investigaciones e Información en Desarrollo (CIID) im Jahr 2000, sind 75% der Bewohner Guatemalas der Meinung, dass die Unsicherheit im Land nach der Unterzeichnung der Friedensverträge angewachsen sei. Zunehmend werden Kriminalität und Alltagsgewalt als zentrale Probleme des Landes betrachtet.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die massive Gewalt- und Kriminalitätslage in Guatemala und Südafrika, begründet die Forschungsrelevanz und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Theoretische Perspektiven: Das Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es aktuelle Debatten zur Entwicklungstheorie aufgreift, zentrale Begriffe wie Gewalt, Kriminalität und Sicherheit definiert und das „Good Governance“-Konzept sowie den Ansatz „Fragile Staatlichkeit“ erläutert.
3. Gewalt und Kriminalität als Entwicklungs- und Sicherheitsproblem: Guatemala und Südafrika – „States at Risk?“: Dieser Hauptteil analysiert empirisch die Auswirkungen von Gewalt auf Entwicklung und untersucht, inwiefern die Sicherheitsfunktionen beider Staaten aufgrund der hohen Kriminalitätsraten als defizitär einzustufen sind.
4. Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit – Ansatzpunkte für „Good Security Governance“ in Guatemala und Südafrika: Hier werden spezifische Lösungsansätze diskutiert, wie durch das Konzept „Good Security Governance“ die staatliche Sicherheit und Stabilität in den beiden Fallbeispielen verbessert werden kann.
5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbetrachtung resümiert die Erkenntnisse zur Entwicklungsrelevanz von Gewalt und plädiert dafür, Sicherheit als integrale Komponente der Entwicklungszusammenarbeit stärker zu berücksichtigen.
Gewalt, Kriminalität, Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit, Good Governance, Fragile Staatlichkeit, States at Risk, Guatemala, Südafrika, Good Security Governance, Sicherheitssektorreform, Gewaltmonopol, Entwicklung, Menschliche Sicherheit, Institutionen
Die Arbeit untersucht das hohe Gewalt- und Kriminalitätsniveau in Guatemala und Südafrika und dessen negative Auswirkungen auf die Entwicklung sowie die Stabilität der staatlichen Sicherheitsfunktionen.
Die Themenfelder umfassen die Sicherheitslage in fragilen Staaten, das Konzept der „Good Security Governance“, die ökonomischen Kosten von Kriminalität sowie staatliche Reaktionen auf Gewalt.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Gewalt und Kriminalität für die Entwicklung in Guatemala und Südafrika hochrelevant sind und dass die Entwicklungszusammenarbeit präventive Ansätze zur Stärkung staatlicher Sicherheitsfunktionen benötigt.
Die Arbeit nutzt den „States at Risk“-Ansatz zur Typologisierung fragiler Staatlichkeit und analysiert verschiedene Indikatoren (wie Kriminalitätsstatistiken und Opferstudien) im Rahmen einer vergleichenden Länderstudie.
Der Hauptteil analysiert die Gewaltproblematik in Guatemala und Südafrika, quantifiziert ökonomische und soziale Kosten und bewertet, ob diese Staaten aufgrund defizitärer Sicherheitsfunktionen als „fragile Staaten“ einzustufen sind.
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Kriminalität, Fragile Staatlichkeit, „Good Security Governance“, sowie „States at Risk“ im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit.
Während in Guatemala eine Tendenz zur „unkontrollierbaren“ Situation und Militarisierung besteht, zeigt Südafrika Ansätze zur Stabilisierung des Kriminalitätsniveaus, obwohl auch dort erhebliche Defizite fortbestehen.
Die „Maras“ werden nicht als politisch motivierte Akteure, sondern als kriminelle Gewaltakteure identifiziert, die durch ihre territoriale Kontrolle und das Gewaltniveau die menschliche Sicherheit und staatliche Autorität massiv untergraben.
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