Bachelorarbeit, 2017
106 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Systemtheoretische Grundlagen
2.1 Definition System
2.2 Autopoiese
2.3 Konstruktivismus
2.3.1 Radikaler Konstruktivismus
2.3.2 Operativer Konstruktivismus
2.4 Die Systemtheorie nach Luhmann
2.4.1 Kybernetik 1. und 2. Ordnung
2.4.2 Kommunikation
3 Systemische Soziale Arbeit
3.1 Definition systemischer Sozialarbeit
3.2 Inhalt systemischer Sozialen Arbeit
3.2.1 Exkurs Alltags- und Lebensweltorientierung nach Thiersch
3.3 Systemische Merkmale in der Sozialen Arbeit
3.4 Systemische Grundhaltung
3.5 Systemisches Menschenbild
3.6 Ein systemisches Verständnis von Problemen
3.6.1 Definition Problem
3.6.2 Die Problemerzeugung
3.6.3 Nützlichkeit von Problemen
3.7 Handlungsformen der systemischen Sozialen Arbeit
4. Kinder- und Jugendhilfe
4.1 Die stationäre Jugendhilfe
4.2 AdressatInnen der stationären Jugendhilfe
4.3 Zahlen und Fakten
4.4 Gründe für eine stationäre Unterbringung
4.5 Familienstrukturen
4.6 Erziehung
5 Systemische Elternarbeit
5.1 Definition Elternarbeit
5.2 Rechtliche Grundlagen
5.2.1. Beteiligungs- und Mitwirkungsrecht
5.3 Ziele systemischer Elternarbeit
5.3.1 Partizipation
5.4 Begründung systemischer Elternarbeit
5.5 Spezifische Anwendung systemischer Elternarbeit
5.6 Systemisches Denken in der Elternarbeit
5.7 Schwierigkeiten systemischer Elternarbeit
5.7.1 Probleme auf Seiten der Eltern
5.8 Methoden systemischer Elternarbeit
5.9 Systemische Elternberatung
5.10 Exkurs Empowerment und systemische Elternarbeit
5.10.1 Definition Empowerment
5.10.2 Empowerment und systemische Elternarbeit
6 Empirie
6.1 Begriffsbestimmung
6.2 Methodik
6.2.1 Einzelfallanalyse
6.2.2 Qualitative Inhaltsanalyse
6.2.3 Die Analysetechnik „Zusammenfassung“ der qualitativen Inhaltsanalyse
6.3 Vorgehen
6.3.1 Der Untersuchungsplan der Einzelfallanalyse
6.3.2 Die Bestimmung des Ausgangsmaterials
6.3.3 Die Fragestellung der Analyse
6.3.4 Verlauf der Befragung
6.4 Analyse
6.4.1 Darstellung der Kategorien
6.4.2 Analyse Interview I
6.4.3 Analyse Interview II
6.4.4 Analyse Interview III
7 Ergebnisse
8 Fazit
Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen multiperspektivischen Blick auf die systemische Elternarbeit innerhalb der stationären Jugendhilfe zu werfen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, worin Möglichkeiten, Nutzen und Schwierigkeiten dieses Ansatzes liegen, um Familien bei der Bewältigung von Problemen und der Förderung einer tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung zu unterstützen.
3.5 Systemisches Menschenbild
Systemische Soziale Arbeit bedarf einem Menschenbild, welches das systemische Denken unterstreicht und darüber hinaus allgemeine Aspekte menschlichen Lebens einbezieht, die von anderen Theorien behandelt wurden (vgl. Ritscher 2008, 55). So fließen in das systemische Menschenbild, neben den systemischen Paradigmen, ethische Maßstäbe und gesellschaftliche Normen mit ein (vgl. Schwing/ Fryszer 2012, 325):
Nach Herwig- Lempp ist das systemische Menschenbild bestimmt durch die Annahme der Eigensinnigkeit eines Menschen und durch die eigenständige Persönlichkeit. Demnach stellt der Mensch den Sinn über sein Erleben selbst her und entscheidet autonom über die ihm erkennbaren und zugänglichen Handlungsoptionen. Autonomie und Eigensinnigkeit werden als vorhanden vorausgesetzt (vgl. 2002, 45). Für das fachliche Handeln in der Praxis Sozialer Arbeit bedeutet dies die Beobachtung der Autopoiese von Systemen. Die Menschen schreiben ihre Geschichte des Lebens eigensinnig und nehmen das an, was für sie persönlich als sinnvoll angesehen wird (vgl. Schwing/ Fryszer 2012, 325).
Ein weiterer Aspekt des systemischen Menschenbildes legt Martin Buber fest mit der Aussage: „Der Mensch wird am Du zum Ich“ (1923). Erst in der Auseinandersetzung mit einem anderen Menschen, realisiert der Mensch, dass er Teil eines größeren Systems ist. Das Ich kann nach Buber nicht alleine existieren und ist immer auf sein Gegenüber mit einer bestimmten Haltung oder Intention bezogen. Resultierend ergibt sich daraus die Allparteilichkeit und Neutralität im Umgang mit sozialen Systemen. Bei der Anwendung von Interventionen müssen die Folgen und Konsequenzen für den Kontext des Gegenübers und auch für das Gegenüber bedacht werden. Demnach benötigt es einem Verständnis und Einfühlungsvermögen für die bestehenden Handlungen und einer Reflexion auf die Reaktion eine Intervention (vgl. Schwing/Fryszer 2012, 326).
1 Einleitung: Vorstellung des Erkenntnisinteresses, der Fragestellung und des methodischen Vorgehens der Bachelorarbeit.
2 Systemtheoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe wie Autopoiese, Konstruktivismus und der Systemtheorie nach Luhmann.
3 Systemische Soziale Arbeit: Definition und Merkmale systemischer Sozialarbeit sowie ein Verständnis von Problemen und deren Nützlichkeit.
4 Kinder- und Jugendhilfe: Einordnung der stationären Jugendhilfe und Beschreibung der erzieherischen Rahmenbedingungen.
5 Systemische Elternarbeit: Detaillierte Darstellung der Ziele, rechtlichen Grundlagen und Methoden in der systemischen Elternarbeit.
6 Empirie: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Einzelfallanalyse und des methodischen Vorgehens bei der Datenerhebung.
7 Ergebnisse: Auswertung der Interviews und Zusammenführung der Ergebnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
8 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung und Anwendungsmöglichkeiten systemischer Elternarbeit.
Systemtheorie, Soziale Arbeit, stationäre Jugendhilfe, Elternarbeit, Autopoiese, Konstruktivismus, Systemisches Fragen, Empowerment, Einzelfallanalyse, Partizipation, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Allparteilichkeit, Familiensystem, Kindeswohl
Die Arbeit untersucht den Einsatz systemischer Konzepte in der stationären Jugendhilfe mit einem Fokus auf die Zusammenarbeit mit Eltern.
Zentrale Themen sind systemtheoretische Grundlagen, systemisches Arbeiten in der Sozialen Arbeit, die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die praktische Umsetzung systemischer Elternarbeit.
Die Forschungsfrage lautet: „Wo liegen die Möglichkeiten/ Nutzen und Schwierigkeiten in der systemischen Elternarbeit in der stationären Unterbringung?“ Ziel ist es, diese Aspekte durch einen multiperspektivischen Blick zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt die qualitative Einzelfallanalyse nach Mayring. Dabei wurden problemzentrierte Leitfadeninterviews mit drei Personen (Sozialarbeiterin, Jugendliche, Mutter) geführt und ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Systemtheorie, Sozialarbeit, Jugendhilfe), die detaillierte Darstellung systemischer Methoden in der Elternarbeit und den empirischen Teil mit Analyse der Interviewergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Systemtheorie, Elternarbeit, stationäre Jugendhilfe, Ressourcenorientierung, Partizipation, Autopoiese und Konstruktivismus.
Die Akteure heben insbesondere die Wertschätzung und die Ressourcenorientierung hervor. Während Eltern sich gestärkt fühlen, berichten Jugendliche von gemischten Gefühlen, erkennen aber den positiven Effekt auf den Kontakt zu ihren Eltern.
Der Paragraph stellt eine Herausforderung dar, da bei einer Kindeswohlgefährdung gesetzliche Vorgaben das systemische Arbeiten einschränken können, was einen Interessenskonflikt zwischen dem Schutzauftrag und der systemischen Selbstbestimmung erzeugt.
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