Diplomarbeit, 2005
92 Seiten, Note: sehr gut (1,5)
Einführung und Überblick
1. Perspektiven und Gestaltungswege zur Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensführung
1.1 Blick auf aktuelle theoretische Nachhaltigkeitskonzepte und mögliche konzeptionelle Weiterentwicklungen
1.1.1 Was ist unternehmerische Nachhaltigkeit ?
1.1.2 Die kulturprägende Dimension von Unternehmen
1.1.3 Die ethische Dimension von Unternehmen
1.2 Unternehmerische Nachhaltigkeit aus dem Blickwinkel strategischem Managements
1.2.1 Corporate Sustainability als strategischer Lernprozeß
1.2.2 Corporate Sustainability als wertsteigerndes Reputationsmanagement
1.2.3 Corporate Sustainability und Risikomanagement im Hinblick auf KonTraG
1.2.4 Corporate Sustainability, Innovationen, Zukunftsmärkte
1.3 Corporate Sustainability in mittelständischen Unternehmen
1.4 Mögliche Instrumente zur Umsetzung und Förderung unternehmerischer Nachhaltigkeit
1.4.1 Die Sustainable Balanced Scorecard (S.BSC)
1.4.1.1 Die Balanced Scorecard als grundlegendes Konzept
1.4.1.2 Die Weiterentwicklung zur Sustainable Balanced Scorecard
1.4.2 Sustainable Excellence durch Prozeß-Benchmarking
1.4.2.1 Das Excellence Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM) als Grundlage
1.4.2.2 Die Weiterentwicklung des EFQM-Modells zur Sustainable Excellence (SusEx)
1.4.2.3 Nachhaltiges Prozeßmanagement durch Sustainability-Benchmarking
2. Mittelständische Unternehmensfinanzierung im 21. Jahrhundert
2.1 Die Neugestaltung der Eigenkapitalrichtlinien im Zuge von BASEL II und seine Auswirkungen auf die mittelständische Unternehmensfinanzierung und –bewertung
2.2. Basel II als Türöffner für Corporate Sustainability
2.2.1. Die Notwendigkeit eines professionelleren Umgangs mit dem Thema Rating
2.2.2 Die Weiterentwicklung von Basel II-Controllingsstrukturen zur Vorbereitung auf „Corporate Sustainability-Ratings“
2.3 Kapitalmarktorientierte Chancen einer nachhaltigen Unternehmensführung
2.3.1 Private Equity und Mezzanine-Kapital
2.3.2 Nachhaltiges Investment
2.3.3 Die wachsende Bedeutung von externen Nachhaltigkeitsrankings
Schlußbetrachtung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Potenziale und Umsetzungsstrategien einer nachhaltigen Unternehmensführung (Corporate Sustainability) speziell in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Ein zentraler Fokus liegt auf der Verknüpfung von Nachhaltigkeitsmanagement mit den durch die Basel II-Richtlinien induzierten Anforderungen an das Rating und die Unternehmensfinanzierung.
1.1.2 Die kulturprägende Dimension von Unternehmen
Unternehmenserfolg begründet sich in zunehmendem Maße auf die Schaffung von Produktkulturen und Erlebniswelten, und die eigentliche Produktion selbst wird als zentrales unternehmerisches Geschäftsfeld stärker in den Hintergrund gedrängt. Unternehmen stehen nicht mehr alleine durch höheren Periodengewinn oder langfristig bessere betriebswirtschaftliche Erfolgspositionen in Konkurrenz, sondern in zunehmendem Maß auch über die unterschiedliche „kulturelle Qualität“ der von ihnen angebotenen Güter und Dienstleistungen. Produkte „sind mehr denn je von ihrem Gebrauchswert emanzipiert und nur noch [emotional] eingebettet in Produktkultur erklärbar“. Dabei schaffen gerade Marken in einer Welt permanenter Veränderungen Orientierungen und geben emotionale Sicherheit.
Es handelt es sich ganz klar um ein rekursives Verflechtungsverhältnis von Unternehmen und Gesellschaft, daß immer stärker kulturell aufgeladen ist und zeigt, „zu welch kulturell unterschiedlichen Perspektiven unternehmerische Angebotsstrategien führen können“.
Unternehmen des 21. Jahrhunderts müssen sich damit aber auch folglich stärker ihrer eigenen kulturellen Verantwortung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsanstrengungen stellen, denn Unternehmensstrategien sind heute immer auch gesellschaftliche Kommunikationsangebote, wie die Dinge gesehen werden und wie die Gesellschaft sich weiter entwickeln sollte. Dabei liegt es klar in der Verantwortung von Unternehmen, solche Angebote parallel unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung zu beurteilen. Auch deshalb erlangt die kulturprägende Dimension von Unternehmen im Bereich der unternehmerischen Nachhaltigkeitsforschung seit einiger Zeit größere Aufmerksamkeit.
Einführung und Überblick: Einführung in die Problemstellung des unternehmerischen Denkens in Nachhaltigkeitsdimensionen und die Zielsetzung der Arbeit.
1. Perspektiven und Gestaltungswege zur Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensführung: Theoretische Einordnung von Nachhaltigkeitskonzepten und Diskussion von Managementansätzen für strategische Lernprozesse.
2. Mittelständische Unternehmensfinanzierung im 21. Jahrhundert: Analyse der Auswirkungen der Basel II-Richtlinien auf die Finanzierung mittelständischer Unternehmen und deren Verknüpfung mit Nachhaltigkeitsratings.
Corporate Sustainability, Nachhaltige Unternehmensführung, Mittelstand, Basel II, Rating, Sustainable Balanced Scorecard, Risikomanagement, Unternehmensfinanzierung, Strategisches Management, Reputation, Nachhaltiges Investment, Stakeholder-Management, Soft Assets.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Erfolgspotenzialen und Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Unternehmensführung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf mittelständische Unternehmen gelegt wird.
Zu den Kernbereichen gehören strategisches Nachhaltigkeitsmanagement, die Nutzung moderner Managementinstrumente wie der Sustainable Balanced Scorecard sowie die Auswirkungen bankaufsichtlicher Regulierungen auf die Unternehmensfinanzierung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Konzepte der unternehmerischen Nachhaltigkeit als strategischer Vorteil genutzt werden können, insbesondere um die durch Basel II veränderten Finanzierungsbedingungen aktiv zu gestalten.
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Forschungsprojekte (z.B. SUMMER-Studie) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Nachhaltigkeitskonzepte, die Vorstellung spezifischer Instrumente wie der S.BSC und des EFQM-Excellence-Modells sowie die Analyse der Mittelstandsfinanzierung im Kontext von Basel II.
Die zentralen Begriffe sind Corporate Sustainability, Mittelstand, Basel II, Rating, Sustainable Balanced Scorecard und Risikomanagement.
Da Basel II Banken zu einer individualisierten, risikoorientierten Kreditvergabe zwingt, gewinnen qualitative Faktoren (Soft Assets) und langfristige Zukunftsstrategien der Unternehmen an Bedeutung. Eine nachhaltige Unternehmensführung wird somit zum Türöffner für ein besseres Rating.
Die S.BSC gilt als praktikables Instrument, das den Tunnelblick auf kurzfristige Finanzkennzahlen überwindet und eine Reflexion über Unternehmensziele ermöglicht, ohne den operativen Rahmen mittelständischer Unternehmen zu sprengen.
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