Bachelorarbeit, 2014
86 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Theorie Pierre Bourdieus
2.1 Eine erste Orientierung
2.2 Zentrale Themen und Gegenstände der Theorie Bourdieus
2.2.1 Habitus
2.2.2 Soziale Felder
2.2.3 Kapital
2.2.4 Sozialer Raum, soziale Positionen, Klassen, Lebensstil und Geschmack
2.3 Herrschaft, Macht und soziale Ungleichheit
3 Die Theorie Bourdieus vor dem Hintergrund der Theorie von Hans Thiersch
3.1 Eine kurze Einführung in das lebensweltorientierte Konzept
3.2 Theoretischer Hintergrund des lebensweltorientierten Konzepts
3.2.1 Traditionslinien und Theoriebezüge
3.2.2 Dimensionen der Lebensweltorientierung
3.2.3 Struktur- und Handlungsmaxime
3.3 Das lebensweltorientierte Konzept mit Bezug zur Theorie Bourdieus
4 Junge wohnungslose Erwachsene
4.1 Begriffsdefinitionen
4.1.1 Wohnungslosigkeit
4.1.2 Jung, erwachsen und wohnungslos
4.2 Das Phänomen in Wissenschaft und Forschung
4.3 Die Situation junger wohnungsloser Erwachsener
4.4 Hintergründe und Erklärungsansätze
4.4.1 Entwicklungsbedingte Faktoren
4.4.2 Familiäre Faktoren
4.4.3 Strukturelle Faktoren
5 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sozioökonomische und soziokulturelle Benachteiligungen im Kindes- und Jugendalter das Risiko erhöhen, im Erwachsenenalter wohnungslos zu werden. Das primäre Ziel ist es, die komplexen Ursachen und Wirkmechanismen sozialer Ausgrenzung bei jungen Erwachsenen durch eine Verknüpfung der soziologischen Theorie Pierre Bourdieus mit dem lebensweltorientierten Konzept von Hans Thiersch zu analysieren.
2.2.1 HABITUS
„Als Produkt der Geschichte produziert der Habitus individuelle und kollektive Praktiken, also Geschichte, nach den von der Geschichte erzeugten Schemata; er gewährleistet die aktive Präsenz früherer Erfahrungen, die sich in jedem Organismus in Gestalt von Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata niederschlagen.“ (Bourdieu 1987: 101)
Im weitesten Sinne wird durch den Habitus die innere Grundeinstellung, die die Wahrnehmung sowie das Handeln und Denken der Akteure in der sozialen Welt prägt, die individuellen Dispositionen, die selbstverständlich gewordenen, unbewussten Handlungen, die subjektiven Vorstellungen ideeller Werte sowie die Art und Weise, wie man sein Leben verbringt zum Ausdruck gebracht. Dadurch ist es möglich, in der Gesellschaft zusammen zu leben und Erfahrungen, Fähigkeiten und Wissen auszutauschen (vgl. Fuchs-Heinritz/König 2005: 113f.).
Der Habitus zeigt sich bei jedem sozialen Akteur in Form von Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata. Demzufolge kann die analytische Trennung dreier Aspekte folgen: Zum einen die Wahrnehmungsschemata, die rezeptiv die alltäglichen Wahrnehmungen ordnen und strukturieren. Zum anderen die Denkschemata, zu denen die „Alltagstheorien“ (Schwingel 2011: 62) gehören und die in Form von Klassifikationsmustern die kognitive Systematisierung und Interpretation der sozialen Welt ermöglichen. Diese implizieren ethische Normen, mit deren Hilfe die Individuen gesellschaftliche Handlungen beurteilen sowie ästhetische Maßstäbe, die von Bourdieu als „Geschmack“ (Bourdieu 1998: 278) bezeichnet werden. Darüber hinaus existieren Handlungsschemata, die die individuellen und kollektiven Handlungsweisen der Individuen generieren (vgl. Schwingel 2011: 62).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema soziale Ungleichheit ein und stellt die Relevanz der Untersuchung für die Soziale Arbeit dar, insbesondere im Hinblick auf junge wohnungslose Erwachsene.
2 Die Theorie Pierre Bourdieus: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe wie Habitus, Kapital und soziale Felder, um das theoretische Verständnis für die Strukturierung sozialer Ungleichheit zu schaffen.
3 Die Theorie Bourdieus vor dem Hintergrund der Theorie von Hans Thiersch: Es erfolgt eine Zusammenführung der Bourdieuschen Soziologie mit Thierschs lebensweltorientiertem Konzept, um die praktische Anwendung auf Alltagswelten der Klienten zu ermöglichen.
4 Junge wohnungslose Erwachsene: Dieser Teil widmet sich der Definition, Situation sowie den Ursachen und Erklärungsansätzen für Wohnungslosigkeit bei jungen Menschen, unterteilt in entwicklungsbedingte, familiäre und strukturelle Faktoren.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel synthetisiert die gewonnenen Erkenntnisse und formuliert Konsequenzen für die Arbeit der Institutionen in der Wohnungslosenhilfe.
Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Habitus, Kapital, Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Wohnungslosigkeit, junge Erwachsene, Sozialisation, Armut, soziale Ausgrenzung, Lebensbewältigung, Soziale Arbeit, Stigmatisierung, Jugendphase.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf junge Erwachsene, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, und nutzt dazu theoretische sowie praxisbezogene Ansätze.
Die zentralen Felder sind die soziologische Theorie nach Pierre Bourdieu, das lebensweltorientierte Konzept von Hans Thiersch sowie die spezifischen Lebenslagen wohnungsloser junger Menschen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern sozioökonomische und soziokulturelle Benachteiligungen im Kindes- und Jugendalter das Risiko für Wohnungslosigkeit im Erwachsenenalter signifikant erhöhen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende Forschungsergebnisse, soziologische Konzepte und sozialpädagogische Theorien verknüpft, ergänzt durch exemplarische Fallbeispiele aus der Wohnungslosenhilfe.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Konzepte von Bourdieu und Thiersch sowie eine anschließende detaillierte Analyse der Lebenssituation und der Erklärungsansätze für junge Wohnungslose.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Habitus, Wohnungslosigkeit, Lebensweltorientierung und Jugendphase beschreiben.
Betroffene verfügen oft über ein geringes ökonomisches und kulturelles Kapital, was ihren Alltag durch ständigen Mangel und Anpassungszwänge anstatt durch freie Gestaltungsmöglichkeiten prägt.
Thierschs Konzept bietet eine Methode, um die individuellen Alltagsbewältigungsmuster Betroffener zu verstehen und sie professionell bei der Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.
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