Examensarbeit, 2007
94 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Forschungsüberblick
3. Die -heim-Namen
3.1. Siedlungsnamen
3.2. Die Siedlungsnamen auf –heim
3.2.1. Bedeutung
3.2.2. Sprachliche Form
3.2.3. Bildung der -heim-Namen
3.2.4. Lage
3.2.5. Verbreitung
3.2.6. Alter der -heim-Namen
3.3. „Das -ingen-/-heim-Problem, ein onomastischer Dauerbrenner“
4. Siedlungsnamen-Katalog
4.1. Anlage der Namenartikel
4.2. Katalog
5. Auswertung des Kataloges
5.1. Deskriptive -heim-Namen
5.2. Personennamen als Bestimmungswörter
5.3. Ertsnennung
6. Der Bliesgau
6.1. Geologie und Geographie
6.2. Besiedlung des Bliesgaus
6.2.1. Gräberfelder
6.2.2. Patrozinien
7. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der -heim-Siedlungsnamen im Saarland, mit besonderem Fokus auf den Bliesgau. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild dieser Ortsnamen zu gewinnen, ihre etymologische Herkunft und Bildungsweise zu analysieren sowie siedlungsgeschichtliche Zusammenhänge auf Basis archäologischer und historischer Erkenntnisse aufzuzeigen.
3.2.1. Bedeutung
Das GW -heim leitet sich ebenso wie got. haims f.; anord. heimr- m.; ae. hám m.; afr. hām m./n., hēm; as. hēm n.; ahd. heima f. und mhd. heim von germanisch *haima- m. ab, welches sich mit „Heim, Dorf, Welt“ übersetzen lässt. So tritt uns das Element in der Bedeutung „Heimat eines Stammes“ bereits in antiken Quellen entgegen. Es ist Bestandteil des Ländernamens Boi[o]haemum bzw. τό Βουίαιµον „Heimatland der Boier“ (mhd. Bēheim, nhd. Böhmen). Weiter findet es Gebrauch in von Ländernamen abgeleiteten Stammesnamen. *haima- liegt also eine ganz allgemeine Bedeutung zu Grunde. Adolf Bach hat sich in seiner „Deutschen Namenkunde“ für einen semantischen Unterschied zwischen ahd. heima bzw. as. hēm und dem got. *haims ausgesprochen. Karel Roelandts hat hierzu bereits 1965 festgestellt: „In sämtlichen [germanischen] Sprachen deutet haim- auf den ständigen Wohnsitz, es sei das Haus oder der Hof, das Dorf, oder sogar die Welt – kurz den Ort, wo man beheimatet ist“.
1. Einleitung: Einführung in die Siedlungsnamenforschung und Darlegung der Zielsetzung der vorliegenden Abhandlung.
2. Forschungsüberblick: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Siedlungsnamen von den frühen Volksetymologien bis hin zu modernen Standardwerken.
3. Die -heim-Namen: Detaillierte linguistische Untersuchung der Bedeutung, Form, Bildung, Lage und Verbreitung von Siedlungsnamen auf -heim.
4. Siedlungsnamen-Katalog: Systematische Erfassung und Aufschlüsselung der existierenden sowie historischen -heim-Siedlungen im Saarland.
5. Auswertung des Kataloges: Analyse der gewonnenen Katalogdaten bezüglich deskriptiver Namen, Personennamen und der zeitlichen Einordnung der Erstnennungen.
6. Der Bliesgau: Geographische und siedlungsgeschichtliche Untersuchung des Bliesgaus als Hauptverbreitungsgebiet unter Einbeziehung archäologischer Funde.
7. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Datierung und den historischen Kontext der -heim-Siedlungen.
Siedlungsnamen, -heim, Bliesgau, Onomastik, Sprachgeschichte, Namenforschung, Etymologie, Frühmittelalter, Landesgeschichte, Siedlungsgeschichte, Personennamen, Fiskalgut, Merowingerzeit, Ortsnamen, Saarland.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und systematischen Erfassung der Siedlungsnamen auf -heim im saarländischen Raum.
Zentrale Themen sind die Etymologie der Namen, deren Bildungsweisen, die geographische Verbreitung sowie die historische Einordnung der Siedlungstätigkeit in das frühe Mittelalter.
Das Hauptziel ist es, einen umfassenden Katalog der saarländischen -heim-Siedlungen zu erstellen und durch Auswertung dieser Daten Erkenntnisse über Alter, Namengeber und Siedlungsstrukturen zu gewinnen.
Es handelt sich um eine onomastische Untersuchung, die durch die Analyse von historischen Belegreihen, sprachwissenschaftlichen Ableitungen sowie archäologischen und geographischen Zusatzinformationen ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Theorie zu -heim-Namen, einen umfassenden Katalog der einzelnen Ortsnamen mit Belegen und Analysen sowie die Auswertung dieser Daten unter Einbeziehung des Bliesgaus.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Onomastik, -heim-Siedlungsnamen, Siedlungsgeschichte, Saarland, Bliesgau und frühes Mittelalter beschreiben.
Der Bliesgau wird besonders hervorgehoben, da dort eine auffällige Konzentration von -heim-Siedlungen vorliegt, die im Vergleich zum umliegenden Raum eine besondere siedlungsgeschichtliche Bedeutung aufweist.
Ixheim wurde in die Untersuchung aufgenommen, da es in einem unmittelbaren, engen Zusammenhang mit der großen Anhäufung der -heim-Namen im Bliesgau steht.
Archäologische Reihengräberfelder dienen als essentielles Hilfsmittel, um die Siedlungsnamen zeitlich einzuordnen und den festen Siedlungsbezug in der Merowingerzeit zu belegen.
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