Diplomarbeit, 2008
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Wandel der sozialen Sicherung
1..2 Aufbau der Arbeit
2. Das Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland
2.1 Systematik des Gesundheitssystems
2.2. Akteure des deutschen Gesundheitssektors
2.3 Wandel zum Gesundheitsmarkt
3. Non-Profit-Organisationen
3.1 Merkmale
3.2 Typologisierungen
3.3 Rechtliche Erscheinungsformen
3.4 Duale Zielkonzeption
3.5 Fundraising als Strategische Mittelgenerierung
4. Non-Profit-Marketing
4.1 Marketing als marktorientierte Unternehmensführung
4.2 Begriffsverständnis und Perspektiven des Social Marketing
4.2.1 Beeinflussung gesellschaftlicher Verhaltensweisen
4.2.2 Corporate Social Responsibility
4.2.3 Systematische Marktbearbeitung duch NPOs
4.3 Aktueller Stand der betriebswirtschaftlichen Forschung
4.4 Bedeutung und Entwicklungsperspektiven
5. Entwurf einer Typologie anhand der Marktabdeckung und den Tätigkeitsschwerpunkten von NPOs im Gesundheitswesen
5.1 Empirische Untersuchung durch standardisierte Befragung
5.2 Selektierung anhand der Tätigkeitsschwerpunkte
5.2.1 Informations- und Intermediärfunktion
5.2.2 Medizinische Dienstleitungen
5.2.3 Kombinationsanbieter
5.3 Selektierung anhand der Marktabdeckung
5.3.1 Marktabdeckung nach Abell
5.3.2 Nischenstrategie
5.3.3 Marktspezialisierung
5.3.4 Produktspezialisierung
5.3.5 Vollständige Marktabdeckung
5.3.6 Vollständige Selektive Spezialisierung
5.4 Empirische Feststellungen
6. Angewandtes Non-Profit-Marketing
6.1 Strategisches Marketing
6.2 Marketing-Prozess
6.2.1 Analyse
6.2.1.1 Marktforschung
6.2.1.2 SWOT- Analyse
6.2.2 Planung
6.2.2.1 Strategie- und Zielbildung
6.2.2.2 Entwicklung eines Positionierungskonzeptes
6.2.3 Implementierung
6.2.3.1 Realisierung des Positionierungskonzeptes
6.2.3.2 Marketing-Organisation
6.2.4 Kontrolle
6.2.4.1 Strategische Kontrolle
6.2.4.2 Operative Kontrolle
6.3 Marketing-Instrumente
6.3.1 Produktpolitik
6.3.2 Kommunikationspolitik
6.3.3 Preispolitik
6.3.4 Distributionspolitik
6.3.5 Personalpolitik
6.3.6 Prozesspolitik
6.3.7 Ausstattungspolitik
6.3.8 Marketing-Mix als spezifische Kombination der Instrumente
7. Risiken und Perspektiven des Non-Profit-Marketing
7.1 Ablehnungsgründe
7.2 Kondratieffzylus „Life Sciences“
8. Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Vielfalt der Non-Profit-Organisationen (NPOs) im deutschen Gesundheitswesen zu strukturieren und eine systematisierte Typologie zu entwickeln, um NPOs bei der Anwendung marktorientierter Managementansätze zu unterstützen und praktische Marketing-Empfehlungen abzuleiten.
3.1 Merkmale
Die Definition des Begriffes Non-Profit-Organisation (NPO) ist aufgrund der Heterogenität ihrer Erscheinungsformen mit großen Schwierigkeiten verbunden. Aus diesem Grund besteht auch in der wissenschaftlichen Literatur keinesfalls Einigkeit über eine allgemeingültige Begriffsbestimmung. Eine mehr polemische als wissenschaftliche Definition bezeichnet NPOs als „Appendix“ zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, als eine Anomalie innerhalb des Wirtschaftssystems.11 Der Betätigungsbereich der NPOs wird analog als sog. Non-Profit-Sektor bzw. „Dritter Sektor“ bezeichnet, um die Abgrenzung von staatlichen und erwerbswirtschaftlichen Teilbereichen zu verdeutlichen.12
Für NPOs müssen nach der International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO) die im Folgenden erläuterten sechs Merkmale kumulativ vorliegen um diese der entsprechenden Begriffskonvention unterwerfen zu können.13
NPOs benötigen eine formale Organisationsstruktur, die sich bspw. in Zuständigkeitsbereichen und Verantwortlichkeiten, in festgelegten Verfahrensregeln und Prozessabläufen manifestiert, und NPOs von informellen oder nicht institutionalisierten Gruppen und Vereinigungen abgrenzt.
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Wandel der sozialen Sicherung in Deutschland und definiert das Ziel, die Rolle von Non-Profit-Organisationen im Gesundheitssektor betriebswirtschaftlich einzuordnen.
2. Das Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland: Analysiert die Systematik, Akteure und den Wandel zum Gesundheitsmarkt, um das Umfeld für NPOs zu verstehen.
3. Non-Profit-Organisationen: Definiert NPOs durch spezifische Merkmale, Typologien und Rechtsformen und beleuchtet die duale Zielkonzeption sowie die Finanzmittelgenerierung.
4. Non-Profit-Marketing: Erläutert die Bedeutung von Marketing als marktorientierte Unternehmensführung, grenzt Social Marketing von kommerziellen Ansätzen ab und diskutiert den aktuellen Forschungsstand.
5. Entwurf einer Typologie anhand der Marktabdeckung und den Tätigkeitsschwerpunkten von NPOs im Gesundheitswesen: Stellt eine eigene Klassifizierung vor, die auf einer empirischen Befragung basiert und NPOs nach Leistungsschwerpunkten und Marktabdeckung systematisiert.
6. Angewandtes Non-Profit-Marketing: Detailliert den Marketing-Prozess (Analyse, Planung, Implementierung, Kontrolle) und die konkrete Anwendung der Marketing-Instrumente in Abhängigkeit vom NPO-Typus.
7. Risiken und Perspektiven des Non-Profit-Marketing: Reflektiert kritisch über Ablehnungsgründe für Marketing im sozialen Bereich und diskutiert langfristige Perspektiven wie den Kondratieffzyklus „Life Sciences“.
8. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit für NPOs, ethisch verträgliche Gesundheitsmarketing-Konzepte als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck zu implementieren.
Non-Profit-Organisationen, Gesundheitswesen, Marketing-Mix, Social Marketing, Marktabdeckung, Tätigkeitsschwerpunkte, Strategisches Marketing, Dienstleistungsmarketing, NPO-Typologie, Patientenorientierung, Finanzmittelgenerierung, Gesundheitsmarkt, Unternehmensführung, Qualitätsmanagement, Sozialwirtschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung betriebswirtschaftlicher Marketingkonzepte auf Non-Profit-Organisationen im deutschen Gesundheitssektor, um diesen bei der Bewältigung struktureller Veränderungen zu helfen.
Zu den Kernfeldern zählen die Systematik des deutschen Gesundheitswesens, die Besonderheiten von NPOs, die Theorie des Social Marketings sowie der konkrete Marketing-Prozess im Dienstleistungsbereich.
Ziel ist die Entwicklung einer spezifischen Typologie für NPOs im Gesundheitswesen, um darauf basierend maßgeschneiderte Marketingstrategien und Anwendungsempfehlungen formulieren zu können.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie ein empirisches Forschungsvorhaben, welches durch eine standardisierte schriftliche Befragung von Gesundheitsorganisationen (hauptsächlich in Bayreuth) durchgeführt wurde.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung eine neue NPO-Typologie vorgestellt, der Marketing-Prozess detailliert analysiert und verschiedene Marketing-Instrumente hinsichtlich ihrer Eignung für unterschiedliche NPO-Typen diskutiert.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Non-Profit-Marketing, soziale Organisationen, Gesundheitsökonomie, Marktorientierung und strategisches Management geprägt.
Die Arbeit identifiziert, dass Vorbehalte oft aus Informationsdefiziten, der Befürchtung einer Gewinnorientierung oder der Sorge vor einem Verlust des sozialen Images resultieren, obwohl Marketing auch in NPOs zur Erreichung der originären Ziele beitragen kann.
Die Ausstattungspolitik (Physical Evidence) bei NPOs zielt darauf ab, Vertrauen zu schaffen und die Leistungsfähigkeit der Organisation in einem Umfeld zu dokumentieren, in dem die Qualität der Dienstleistung für den Patienten oft schwer vorab einschätzbar ist.
Der Autor bezieht sich auf die Theorie der langen Wellen und diskutiert, ob der Gesundheitssektor den sechsten Kondratieffzyklus darstellt, was durch demographischen Wandel und technologischen Fortschritt ein signifikantes Wachstumspotenzial für NPOs nahelegt.
Aufgrund knapper öffentlicher Zuweisungen wird Fundraising als strategische Mittelgenerierung zunehmend kritisch für die Existenzsicherung von NPOs, wobei die Vertrauenswürdigkeit der Organisation eine zentrale Rolle spielt.
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