Bachelorarbeit, 2018
83 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage und Theorien
1.3 Methodik
2. Begriffserklärung
2.1 Sexualität
2.2 Sexualerziehung
2.3 Sexualpädagogik
2.4 Sexualaufklärung
2.5 Sexuelle Sozialisation
3. Diskurse der Sexualpädagogik im geschichtlichen Ablauf
3.1 Diskurs der 1960er
3.2 Diskurs der 1970er
3.3 Diskurs der 1980er
3.4 Sexualpädagogik heute
4. Sexualpädagogik der Vielfalt
4.1 Themen der Sexualpädagogik der Vielfalt
4.2 Einflüsse auf die Sexualpädagogik der Vielfalt
4.3 Konzepte, Theorien & Leitgedanken als treibende Kräfte
4.3.1 Heteronormativität
4.3.2 Vielfalt als Grundlage
4.3.3 Anerkennung
4.3.4 Das Kind als sexuelles Wesen
4.4 Standpunkte anderer Theorien
4.4.1 Entwicklung sozialer Kognition: Theory of Mind
4.4.2 Die Prägung
4.4.3 Die Inzesthemmung
4.4.4 Die Bindungstheorie
4.4.5 Sexualität als multidimensionales Modell
4.4.6 Wo bleibt die Liebe?
5. Didaktische Methoden zur Umsetzung der Sexualpädagogik der Vielfalt
5.1 ‚Von Tussis und Bürschchen‘
5.2 ‚Nogger Dir einen‘
5.3 ‚So anders?!‘
5.4 ‚Soll ich oder soll ich nicht?‘
6. Sexualerziehung in der Schule: Ist-Situation und Optionen
6.1 Die Situation in den Ausbildungsphasen des Lehrpersonals
6.2 Elterninitiative ‚Sexualerziehung? Elternsache!‘
6.3 Rebellierende Eltern? Begründet oder unbegründet?
6.4 Peer-to-Peer? ‚Achtung°liebe‘
7. Kinder, Sex und Pornografie
7.1 Die Sexualität im Cyberspace
7.2 Pornografie für das männliche Auge
7.3 Pornografiekonsum der Jugendlichen
8. Fazit
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Theorie der Sexualpädagogik der Vielfalt und deren Umsetzung in der schulischen Praxis auseinander. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen dieses pädagogischen Ansatzes zu identifizieren und zu verstehen, wie aktuelle Diskurse sowie die zunehmende Sexualisierung durch Medien, insbesondere Pornografie, die schulische Sexualerziehung beeinflussen.
1.1 Problemstellung
Ein Fragebogen zum Thema Sexualität, der von einem Sozialarbeiter einer Klasse vorgelegt wurde, erhielt besonders hohe Aufmerksamkeit in den Medien. Eine Mutter beschwerte sich über die obszöne Wortwahl in manchen Fragen: „Muss man nackt ficken?“ (Mair 2018)
Dieser Artikel und die nachfolgende Diskussion führte zu dem Entschluss über die Theorie der Sexualpädagogik der Vielfalt und ihre praktische Umsetzung zu schreiben.
Solche Meldungen in den Medien entsprechen nicht einem Einzelfall. Immer wieder wird von aufgebrachten Eltern berichtet, die mit dem schulischen Umgang des Themas Sexualität nicht zufrieden sind. Doch dies ist nicht der einzige problematische Aspekt. Auch das Lehrpersonal fühlt sich oft nicht qualifiziert das Thema Sexualität den Kindern ‚richtig’ zu vermitteln oder unter anderem den Erwartungen der Gesellschaft und des Staates bei dieser Vermittlung zu entsprechen.
Zudem wird auch ein verändertes Verhalten in der Sexualität der Jugend beobachtet. Warum sich deren Sexualverhalten von der vorherigen Generation drastisch unterscheidet ist eine wichtige Frage, die nach einer Antwort verlangt.
Das Internet kann als ein Grund genannt werden, der das Wissen über die Sexualität beeinflusst und somit indirekt auch das Sexualverhalten. Durch den einfachen Zugriff auf Pornografie kann das Kind seine Neugierde befriedigen. Pornografische Darstellungen vermitteln ein falsches, nicht der Realität entsprechendes Bild der Sexualität.
Letzten Endes sind die Theorie und die Praxis zwei Seiten einer Münze. Es stellt sich der Theorie die Aufgabe, sich praxisorientiert weiterzuentwickeln und somit einer Wandlung in die Richtung des Idealismus entgegenzuwirken. Geisteswissenschaften tendieren leider zu diesem Extrem, welches als nicht umsetzbar gilt und sich oft als realitätsfern herausstellt.
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung, die zu dieser Arbeit führte, insbesondere die mediale Debatte über einen Sexualfragebogen, sowie die Forschungsfrage und die methodische Vorgehensweise.
2. Begriffserklärung: Definiert zentrale Fachbegriffe wie Sexualität, Sexualerziehung, Sexualpädagogik, Sexualaufklärung und sexuelle Sozialisation, um eine einheitliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3. Diskurse der Sexualpädagogik im geschichtlichen Ablauf: Analysiert die Entwicklung der Sexualpädagogik von den 1960er Jahren bis zur heutigen Zeit und zeigt den Wandel der gesellschaftlichen und pädagogischen Diskurse auf.
4. Sexualpädagogik der Vielfalt: Untersucht die zentralen Themen, Einflüsse, Theorien und Leitgedanken der Sexualpädagogik der Vielfalt, einschließlich der Bedeutung von Vielfalt, Anerkennung und des Kindes als sexuelles Wesen.
5. Didaktische Methoden zur Umsetzung der Sexualpädagogik der Vielfalt: Stellt konkrete methodische Ansätze und Übungen für den Unterricht vor und diskutiert deren Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung.
6. Sexualerziehung in der Schule: Ist-Situation und Optionen: Beleuchtet die aktuelle schulische Praxis, die Ausbildung des Lehrpersonals, die Rolle von Elterninitiativen und alternative Wege der Sexualerziehung.
7. Kinder, Sex und Pornografie: Behandelt die Auswirkungen der digitalisierten und sexualisierten Umwelt auf Kinder und Jugendliche, insbesondere den Konsum und Einfluss von Pornografie.
8. Fazit: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Ambivalenzen in der sexualpädagogischen Praxis und gibt Ausblicke auf notwendige Weiterentwicklungen.
Sexualpädagogik, Sexualerziehung, Vielfalt, Heteronormativität, Anerkennung, schulische Praxis, Jugendliche, Pornografie, sexuelle Sozialisation, Elternrechte, Diskurs, Prävention, Sexualaufklärung, Bindungstheorie, Identität
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sexualpädagogik der Vielfalt, analysiert deren theoretische Fundamente und setzt diese in den Kontext der aktuellen schulischen Praxis.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Sexualpädagogik, theoretische Konzepte wie Heteronormativität und Anerkennung, die didaktische Umsetzung, die Rolle von Lehrkräften und Eltern sowie der Einfluss von Pornografie auf Jugendliche.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Sexualpädagogik der Vielfalt aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese Pädagogik in der Schule umgesetzt wird und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturanalyse und folgt einem hermeneutischen Ansatz. Zudem werden empirische Studien zur Schulpraxis und ein Experteninterview in die Analyse einbezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Diskursanalyse, die Erläuterung der Theorien der Sexualpädagogik der Vielfalt, die Darstellung didaktischer Methoden, eine Untersuchung der Ist-Situation an Schulen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Kindern, Sex und Pornografie.
Wichtige Begriffe sind Sexualpädagogik, Sexualerziehung, Vielfalt, Heteronormativität, Anerkennung, schulische Praxis, Pornografie und sexuelle Sozialisation.
Die Arbeit betont die Elternrolle, da es oft zu Konflikten zwischen Schule und Eltern kommt, wenn Sexualerziehung ohne ausreichende Transparenz oder Partizipation der Eltern erfolgt, was das Bedürfnis nach Anerkennung und Kommunikation unterstreicht.
Das Internet und der einfache Zugang zu Pornografie beeinflussen das Wissen und das sexuelle Verhalten von Kindern und Jugendlichen massiv, wobei pornografische Inhalte oft ein falsches Bild der Sexualität vermitteln und zu Minderwertigkeitsgefühlen führen können.
Die Analyse verdeutlicht, dass die theoretischen Ideale der Sexualpädagogik in der Praxis oft schwer umzusetzen sind, dass Lehrkräfte sich häufig unsicher fühlen und dass externe Fachkräfte wie Sozialarbeiter zwar Entlastung bieten, aber auch spezifische Herausforderungen in der individuellen Klassenführung mit sich bringen.
Die Sexualpädagogik der Vielfalt wird als ein wichtiges Ergebnis des Demokratisierungsprozesses gesehen, dessen Prinzipien gut sind, dessen praktische Umsetzung jedoch eine offenere und anerkennende Pädagogik erfordert, statt starrer Ideologien.
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