Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Begriff der Moderne in Afghanistan
2.1 Multiple Moderne(-n)? Eisenstadts Modernebegriff in Afghanistan
2.2 Die Möglichkeit der Moderne – Amanullahs Herrschaft als Zäsur
3. Reformer und Reformen
3.1 Der König, seine Familie und seine prekäre Machtbasis
3.2 „The Agony of Modernization“ – Reformversuche
4. Der Charakter der afghanischen Moderne
4.1 Das Scheitern der Reformen Amanullahs
4.2 Merkmale der afghanischen Moderne
4.3 Amanullahs Moderneverständnis
5. Résumé
Die vorliegende Arbeit untersucht den Modernisierungscharakter der Herrschaft von König Amanullah in Afghanistan (1919-1929). Das primäre Ziel besteht darin, durch die Analyse seiner Reformversuche und deren Scheitern wesentliche Merkmale einer spezifisch "afghanischen Moderne" zu identifizieren und den Prozess der gesellschaftlichen Transformation im Kontext der damaligen politischen und ethnischen Gegebenheiten einzuordnen.
3.1 Der König, seine Familie und seine prekäre Machtbasis
Amanullah Khan (je nach Transliteration auch Aman-Allah, was „Friede Gottes“ bzw. „göttlicher Friede“ bedeutet) wurde am 2. Juni 1892 als dritter Sohn des Emirs von Afghanistan Habibullah I. und seiner Hauptfrau Ulya Hadrat in Paghman, der Sommerresidenz des Emirs unweit der Hauptstadt Kabul geboren. Über Amanullahs Kindheit ist wenig bekannt. Rhea Stewart hat sich in ihrem Werk über das Afghanistan des frühen 20. Jahrhunderts stark auf mündliche Quellen verlassen, schriftliche existieren entweder nicht oder sind jedenfalls nicht bekannt, was allerdings insofern konsequent ist als der mündlichen Tradierung von Geschichte in Zentralasien bis heute eine große Bedeutung zukommt.
Stewarts teils anekdotisches Buch ist nicht unumstritten, bis heute jedoch die einzige semibiographische Arbeit über Amanullah. Sie beschreibt den jungen Prinzen als sportlich und wissbegierig, tatsächlich existieren aus späteren Jahren zahlreiche Photographien, die den König beim Tennis und Reiten zeigen. Auch scheint sich der spätere König sehr für Technik interessiert zu haben, die ihm freilich in seinem Land kaum zur Verfügung stand. Bereits mit 15 Jahren soll Amanullah „Scham“ über die Rückständigkeit seines Landes geäußert haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Herrschaft von König Amanullah ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Der Begriff der Moderne in Afghanistan: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen wie Eisenstadts „multiple Modernen“ auf den afghanischen Kontext angewendet und die Regierungszeit Amanullahs als Zäsur definiert.
3. Reformer und Reformen: Dieses Kapitel widmet sich der Biographie des Königs, seiner familiären Prägung durch Machmud Tarzi sowie den konkreten Reformversuchen, insbesondere der Verfassung von 1923.
4. Der Charakter der afghanischen Moderne: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Ursachen für das Scheitern der Reformen sowie eine Identifikation der Kernmerkmale, die eine afghanische Moderne ausmachen.
5. Résumé: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Amanullahs Reformen trotz ihres Scheiterns wegweisende Merkmale wie Nationalismus und Bildung für die afghanische Moderne etabliert haben.
Amanullah Khan, Afghanistan, Moderne, Modernisierung, afghanischer Nationalismus, Machmud Tarzi, Reformen, Stammesgesellschaft, Bildung, Staatlichkeit, Paschtunen, Ulama, Transformationsprozess, Herrschaftslegitimation, Geschichte Afghanistans
Die Arbeit analysiert die Modernisierungsversuche des afghanischen Königs Amanullah in den 1920er Jahren und deren Scheitern.
Zentrale Themen sind der afghanische Nationalismus, die Bedeutung von Bildung als Modernisierungsfaktor, das Spannungsfeld zwischen Staat und Stammesstrukturen sowie die Rolle religiöser Autoritäten.
Ziel ist es, den Charakter einer spezifisch afghanischen Moderne zu bestimmen und zu klären, warum Amanullahs Reformen trotz ihres zukunftsweisenden Ansatzes scheiterten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-analytischen Untersuchung, die unter anderem Konzepte von Shmuel Eisenstadt und Cyril Black zur Einordnung des afghanischen Sonderwegs nutzt.
Der Hauptteil behandelt die Person des Königs, die Rolle seiner Mentoren (insbesondere Machmud Tarzi), die Verfassung von 1923 sowie die sozio-politischen Hindernisse, die zum Zusammenbruch der Reformen führten.
Die wichtigsten Begriffe sind Amanullah Khan, afghanischer Nationalismus, Moderne, Bildungsreformen und der sozio-kulturelle Transformationsprozess in Afghanistan.
Tarzi war der ideologische Mentor und Schwiegervater des Königs; er gilt als Wegbereiter des afghanischen Nationalismus und forderte eine Bildung, die staatliches Handeln an einer schriftgestützten Kultur orientiert.
Amanullahs Herrschaft markiert den Beginn eines nachhaltigen Versuchs, das Land grundlegend zu reformieren, staatliche Institutionen zu schaffen und die Gesellschaft durch Bildungsprozesse aktiv zu transformieren.
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