Bachelorarbeit, 2019
31 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Gehörlosigkeit und Hörschädigungen
3. Gebärdensprache
3.1 Definition
3.2 Geschichte
3.3 Verbreitung
4. Aufbau und Struktur von Gebärden
5. Bedingungen des Gebärdenspracherwerbs
6. Gebärdensprache im deutschen Schulsystem
6.1 Gebärdensprache als Unterrichtsfach
6.1.1 Inhalte im Gebärdensprachunterricht
6.1.2 Leistungsbeurteilung im Unterricht
6.2 Gebärdensprache als Fremdsprache
6.3 Bilingualer Unterricht und Chancengleichheit in Erziehung und Bildung
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Deutschen Gebärdensprache als Unterrichtsfach an Schulen, um die Inklusion gehörloser Menschen in die Gesellschaft zu fördern und die bestehenden Kommunikationsbarrieren zwischen Hörenden und Gehörlosen abzubauen.
Aufbau und Struktur von Gebärden
Zunächst fallen die Aktivitäten der Hände auf. Ein Großteil der gebärdensprachlichen Lexeme wird mit Hilfe der Hände artikuliert, diese Bewegungen werden Gebärden genannt. Einen wesentlichen Anteil bei der Kommunikation mit Gebärdensprache haben aber auch die Bewegungen des Oberkörpers, des Kopfes, die Blickrichtung und die Mundbewegungen. „Mit der Orientierung des Oberkörpers wird zum Beispiel angezeigt, wer zu wem spricht. Ein leicht geneigter Kopf mit gleichzeitig erhobenen Augenbrauen signalisiert, dass es sich bei einer entsprechend begleiteten Phrase um einen Konditionalsatz handelt. Die Mimik verrät je nach Stellung der Augenbrauen, ob der Gebärdensprachnutzer gerade eine genuine oder doch eher eine rhetorische Frage stellt. Adverbiale Informationen lassen sich an den Lippen oder an der Mimik ablesen. Allein diese grobe Skizzierung zeigt auf: Gebärdensprache ist weit mehr als nur Handzeichen.“
Vorgreifend sollte an dieser Stelle der Begriff „Gebärdenraum“ erläutert werden. Der Gebärdenraum ist der physische Raum vor dem Oberkörper des Gebärdensprachnutzenden. Wie auf einer dreidimensionalen Bühne werden hier die einzelnen Gebärdenzeichen platziert, um sinnvoll zueinander in Bezug gesetzt werden zu können.
Wie einzelne Wörter in der Lautsprache, lassen sich auch in der Gebärdensprache die einzelnen Gebärdenzeichen in unterschiedliche Bausteine zerlegen. Damit verfügen sie über eine sublexikalische Struktur. Bei der Durchführung der Gebärdenzeichen mit den Händen kommt es auf folgende Elemente an: die Handform, die Handstellung, die Ausführungsstelle und die Bewegung.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Kommunikation und stellt die isolierte Stellung der Gehörlosen in Deutschland dar, die durch die fehlende Kenntnis der Gebärdensprache bei Hörenden verstärkt wird.
2. Gehörlosigkeit und Hörschädigungen: Dieses Kapitel definiert Gehörlosigkeit sowie verschiedene Formen der Hörschädigung und thematisiert das Cochlea-Implantat als technologische Hilfestellung.
3. Gebärdensprache: Hier werden Definition, Geschichte und die aktuelle Verbreitung der Gebärdensprache behandelt, wobei sie als eigenständige und vollwertige Sprache etabliert wird.
4. Aufbau und Struktur von Gebärden: Das Kapitel erläutert die linguistischen Grundlagen der Gebärdensprache, inklusive Handformen, Mundbildern, dem Gebärdenraum und der grammatikalischen Funktion der Mimik.
5. Bedingungen des Gebärdenspracherwerbs: Es werden die verschiedenen Erwerbskontexte (primär, gesteuert, ungesteuert) bei gehörlosen und hörenden Kindern sowie bei Erwachsenen unterschieden.
6. Gebärdensprache im deutschen Schulsystem: Dieses Hauptkapitel analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen der Einführung der Gebärdensprache als Unterrichtsfach, inklusiven bilingualen Unterrichts sowie die Anerkennung als Fremdsprache.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Gebärdensprache für die gesellschaftliche Integration zusammen und plädiert für eine stärkere Verankerung im Bildungssystem zur Schaffung von Chancengleichheit.
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Die Arbeit befasst sich mit dem Status der Deutschen Gebärdensprache im Bildungssystem und der Notwendigkeit, diese als Unterrichtsfach an Schulen einzuführen, um eine bessere Integration gehörloser Menschen zu ermöglichen.
Die Arbeit behandelt die soziokulturellen Hintergründe der Gehörlosengemeinschaft, die linguistische Struktur der Gebärdensprache, die Herausforderungen des Spracherwerbs sowie die bildungspolitische Situation in Deutschland.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch die Etablierung der Gebärdensprache als Unterrichtsfach Barrieren abgebaut und Chancengleichheit für gehörlose Kinder in Erziehung und Bildung gefördert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Heranziehen von Experten-Interviews sowie der Auswertung aktueller pädagogischer Konzepte und bildungspolitischer Rahmenlehrpläne.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Spracheigenschaften, die Analyse der Erwerbsbedingungen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Implementierung der Gebärdensprache an Regelschulen und Förderschulen.
Zentrale Begriffe sind Inklusion, bilingualer Unterricht, Gebärdensprachkompetenz, Chancengleichheit und die Anerkennung als Fremdsprache.
Der Gebärdenraum ist der physikalische Bereich vor dem Oberkörper, in dem Gebärdenzeichen dreidimensional platziert werden, um grammatikalische Beziehungen zwischen Subjekten und Objekten sowie zeitliche Bezüge darzustellen.
Die Anerkennung als Fremdsprache würde hörgeschädigten Schülern den Nachteilsausgleich erleichtern, da sie ansonsten neben Deutsch und Gebärdensprache zusätzlich zwei weitere Fremdsprachen erlernen müssten, um das Abitur zu erlangen.
Die Mimik ist ein integraler Bestandteil der Grammatik; sie übermittelt adverbiale Informationen, unterscheidet Satzarten wie Ja/Nein-Fragen von Befehlen und dient der emotionalen Kontextualisierung.
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