Bachelorarbeit, 2013
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bildung und soziale Ungleichheit
2.1. Die Bedeutung von Bildung
2.2. Soziale Ungleichheit innerhalb der soziologischen Forschung
2.3. Bildungsungleichheit als eine Form der sozialen Ungleichheit
3. Pierre Bourdieus Theorie zur Entstehung von Bildungsungleichheit
3.1. Soziale Ungleichheit in der Theorie Bourdieus
3.1.1. Der Raum der sozialen Positionen
3.1.2. Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit
3.2. Bildungsungleichheit bei Bourdieu
3.2.1. Die Illusion der meritokratischen Ideologie
3.2.2. Die Vererbung des kulturellen Kapitals
3.2.3. Schule und Hochschule als Institution sozialer Reproduktion
4. Raymond Boudons Theorie zur Entstehung von Bildungsungleichheit
4.1. Soziale Ungleichheit bei Boudon
4.2. Bildungsungleichheit bei Boudon
4.2.1.Primäre Effekte der Schichtzugehörigkeit
4.2.2.Sekundäre Effekte der Schichtzugehörigkeit
5. Theorievergleich der Ansätze von Bourdieu und Boudon
5.1. Einordnung der beiden Theorien
5.2. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Ansätze
5.3. Potentiale und Defizite der Theorien
6. Resümee und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Mechanismen von Bildungsungleichheit in modernen Gesellschaften durch einen systematischen Vergleich der soziologischen Ansätze von Pierre Bourdieu und Raymond Boudon, um zu ergründen, warum die soziale Herkunft nach wie vor den Bildungserfolg maßgeblich beeinflusst.
3.2.3. Schule und Hochschule als Institution sozialer Reproduktion
Nun müsste davon ausgegangen werden, dass die Schule diese ursprünglichen Bildungsungleichheiten von Anbeginn der Grundschulzeit zu reduzieren und zu kompensieren vermag. Doch scheint dies, wie Bourdieu in seinen Forschungsarbeiten feststellt, nicht der Fall zu sein. Die Schule setzt nämlich implizit gewisse Einstellungen der Kinder zur Schule, ein Mindestsprachniveau und ein ‚Know-How’ – kurz einen gewissen Habitus – voraus: nämlich den der Mittel- und Oberklasse (vgl. Bourdieu 1971: 126). Die Schule verlangt also eine Kultur und Sprache, die nicht vollständig in der Schule erworben werden kann:
„Da das System nicht explizit liefert, was es verlangt, verlangt es implizit, daß [sic] seine Schüler bereits besitzen, was es nicht liefert: eine Sprache und Kultur, die außerhalb der Schule durch unmerkliche Familiarisierung gleichzeitig mit der entscheidenden Einstellung zu Sprache und Kultur ausschließlich auf diese Weise erworben werden kann.“ (ebd.)
Das Problem, das nun hierbei entsteht, liegt in der offiziell festgelegten Gerechtigkeit der Schule und der formalen Gleichheit aller Schüler (vgl. Bourdieu 2001b: 38). Denn dadurch, dass die Schule alle Schüler als gleich ansieht, obwohl sie von Beginn an ungleich sind, entzieht sie sich ihrer Verantwortung und legitimiert das Bestehen sozialer Ungleichheiten (ebd.: 38f.). Sie fördert den Habitus der Mittel- und Oberklasse und benachteiligt dadurch automatisch den Habitus der unteren Klassen. Für Bourdieu hat das Schulsystem daher eine konservative Funktion inne, dessen Funktion darin liegt, im Sinne der herrschenden Klassen die bestehende Ordnung zu perpetuieren und die sozialen Strukturen zu reproduzieren (vgl. Bourdieu 1971: 127; Bourdieu 2001b: 25).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen dem gesellschaftlichen Ideal der Chancengleichheit und der empirischen Realität der Bildungsungleichheit, die stark von der sozialen Herkunft abhängt.
2. Bildung und soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Bildung und soziale Ungleichheit und ordnet Bildungsungleichheit als eine spezifische Dimension der soziologischen Ungleichheitsforschung ein.
3. Pierre Bourdieus Theorie zur Entstehung von Bildungsungleichheit: Das Kapitel erläutert Bourdieus Konzepte des sozialen Raums, des Habitus und des Kapitals, um zu erklären, wie das Schulsystem soziale Strukturen reproduziert.
4. Raymond Boudons Theorie zur Entstehung von Bildungsungleichheit: Hier steht die individuelle Bildungsentscheidung im Zentrum, die Boudon als rationalen Kosten-Nutzen-Prozess beschreibt, beeinflusst durch primäre und sekundäre Herkunftseffekte.
5. Theorievergleich der Ansätze von Bourdieu und Boudon: Ein systematischer Abgleich der beiden Theorien hinsichtlich ihrer Einordnung, Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie ihrer wissenschaftlichen Potentiale und Defizite.
6. Resümee und Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse des Vergleichs zusammen und reflektiert die Bedeutung der Erkenntnisse für die pädagogische Praxis und zukünftige bildungspolitische Lösungsansätze.
Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Pierre Bourdieu, Raymond Boudon, Meritokratie, Kulturelles Kapital, Habitus, Bildungsentscheidung, Kosten-Nutzen-Kalkulation, Soziale Reproduktion, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Bildungschancen, Soziale Mobilität, Bildungssoziologie
Die Arbeit untersucht die Ursachen der Chancenungleichheit im Bildungswesen und vergleicht dazu die soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu und Raymond Boudon.
Im Zentrum stehen die soziale Herkunft, die Wirkung von kulturellem Kapital, der Einfluss von Bildungsentscheidungen der Eltern und die Rolle des Bildungssystems bei der sozialen Reproduktion.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die soziale Ungleichheit im Bildungssystem entsteht, und zu prüfen, ob die meritokratische Ideologie der Chancengleichheit der Realität standhält.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die eine vergleichende Analyse der soziologischen Ansätze von Bourdieu und Boudon vornimmt.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Bourdieus Theorie (Sozialer Raum, Habitus, Reproduktion) und Boudons Theorie (Rational-Choice-Ansatz, primäre und sekundäre Herkunftseffekte) sowie deren Vergleich.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, kulturelles Kapital, Habitus, Bildungsentscheidungen und soziale Reproduktion definiert.
Bourdieu betrachtet das Schulsystem als ein reproduktives System, das den Habitus der Oberklasse bevorzugt, während Boudon den Fokus stärker auf die bewusste Kosten-Nutzen-Entscheidung der Individuen und Familien legt.
Diese beschreiben, wie Familien je nach sozialem Status unterschiedliche Entscheidungen über den weiteren Bildungsweg ihrer Kinder treffen, selbst wenn die schulischen Leistungen der Kinder zuvor identisch waren.
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