Masterarbeit, 2015
112 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Mehrsprachigkeitsdidaktik
2.1 Definition von Mehrsprachigkeit
2.2 Die europäische Forderung nach Mehrsprachigkeit
2.3 Von der Einsprachigkeit zur Mehrsprachigkeit
2.4 Das Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik
2.5 Stand der Mehrsprachigkeitsdidaktik in Theorie und Praxis
3. Interkomprehensionsdidaktik
3.1 Definition von Interkomprehension
3.2 Das Konzept der Interkomprehensionsdidaktik
3.2.1 Ziele der Interkomprehensionsdidaktik
3.2.2 Prinzipien des interkomprehensiven Unterrichts
3.3 Stand der IK-Didaktik in Forschung und Praxis
3.4 Grundlagen der interkomprehensiven Erschließung
3.4.1 Schlüsselrolle des Transfers und Gefahr der Interferenz
3.4.2 Transferbasen
3.4.3 Begriff der Brückensprache
3.4.4 Brückensprachen im Hinblick auf das Spanische
3.4.5 EuroComRom: Die sieben Siebe
3.5 Konzeption interkomprehensiver Lernszenarien
4. Konzeption und Durchführung der Unterrichtsreihe
4.1 Thema der Unterrichtsreihe
4.2 Themen der einzelnen Unterrichtsstunden
4.3 Lehr- und Lernvoraussetzungen der Kurse
4.4 Didaktische Begründung des Themas
4.5 Sachanalyse
4.6 Didaktische Transformation des Themas
4.7 Lehr- und Lernziele und Kompetenzorientierung
4.8 Didaktisch-methodische Begründung der einzelnen Lehr- und Lernschritte
4.9 Reflexion nach Durchführung
5. Feedback-Fragebogen der Schüler
5.1 Hauptfragestellung und untersuchte Aspekte
5.2 Methode: Konzeption und Auswertung
5.3 Ergebnisse
5.4 Diskussion
6. Fazit und Ausblick
7. Bibliographie
8. Webliographie
9. Anhang
Die Arbeit untersucht, wie mehrsprachigkeits- und interkomprehensionsdidaktische Ansätze effektiv in den schulischen Fremdsprachenunterricht (FSU) der Oberstufe implementiert werden können, um das vorhandene Sprachvorwissen der Lernenden für den Erwerb weiterer Sprachen zu nutzen. Ziel ist es, durch die Konzeption und praktische Erprobung einer Unterrichtsreihe am Beispiel des Spanischen aufzuzeigen, wie Sprachbewusstsein und rezeptive Lesekompetenz durch gezielte Transferstrategien gefördert werden können.
3.4.1 Schlüsselrolle des Transfers und Gefahr der Interferenz
Der Transfer gilt in der IK-Didaktik als das wohl wichtigste lernpsychologische Konzept (vgl. Meißner/Reinfried 1998, 15). Daher wird die IK-Didaktik des Öfteren auch als Transferdidaktik bezeichnet (vgl. Meißner 2005a, 84). Unter „Transfer wird allgemein die Übertragung von Elementen (Strukturen, Lexik, Verhaltensweisen usw.) von einem Kontext bzw. einer Situation auf eine(n) andere(n) verstanden“ (Bär 2009, 45f.). Dabei ist der Begriff grundsätzlich wertneutral und impliziert gleichermaßen den positiven wie den negativen Transfer. Die Interkomprehension im didaktischen Sinne nutzt den ‚positiven Transfer’ als Hauptlernstrategie.
Der ‚negative Transfer’ wird in der Literatur als ‚Interferenz’ bezeichnet. Lange Zeit fand in der Fremdsprachenforschung nur der negative Transfer Berücksichtigung, um zukünftig durch missglückte Schlüsse entstandene Fehler zu vermeiden. Im Bereich des Spracherwerbs konzentriert sich die Interferenzforschung daher überwiegend auf die Fehleranalyse, vor allem im Bereich der Lexik (vgl. Reissner 2007, 72). Eine besondere Form der Interferenz sind die sogenannten ‚falschen Freunde’. Hierbei handelt es sich um Worte, die trotz ähnlicher Form eine unterschiedliche Bedeutung haben. So bedeutet créer im Französischen ‚erschaffen’, wohingegen creer im Spanischen ‚glauben’ bedeutet. Reissner (2007) betont, dass der Relevanz der falschen Freunde oftmals eine zu große Bedeutung zugeschrieben wird und der Erfolg des positiven Transfers für den rezeptiven Spracherwerb deutlich überwiegt (vgl. ebd., 76f.). Auch Schöpp (2013a) schließt sich dieser Meinung an und betont, dass angesichts der Vielzahl an, wie er es nennt, ‚vrais-amis’, die vergleichsweise wenigen ‚faux-amis’ nicht überbewertet werden dürfen (vgl. Schöpp 2013a, 156). Der Nutzen des positiven Transfers auf rezeptiver Basis kann also als deutlich größer eingeschätzt werden, als der oftmals befürchtete Schaden durch Interferenz, der ohnehin durch Kontextualisierung minimiert oder gar verhindert werden kann (vgl. Klein 2004a, 23).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt und stellt die Forschungsfrage nach der Implementierung mehrsprachigkeitsdidaktischer Ansätze in den Fremdsprachenunterricht.
2. Mehrsprachigkeitsdidaktik: Dieses Kapitel definiert Mehrsprachigkeit und diskutiert das didaktische Konzept sowie den aktuellen Stand in Theorie und Praxis im deutschen Schulwesen.
3. Interkomprehensionsdidaktik: Es werden die theoretischen Grundlagen der Interkomprehension, wie Transfer, Interferenz und Brückensprachen, sowie die EuroComRom-Methodik erläutert.
4. Konzeption und Durchführung der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel beschreibt die Planung und Durchführung einer vierstündigen Unterrichtsreihe im Fach Französisch, die auf das rezeptive Erschließen des Spanischen ausgerichtet ist.
5. Feedback-Fragebogen der Schüler: Die Ergebnisse der Schülerbefragung zur Akzeptanz und Motivation bezüglich der interkomprehensiven Unterrichtseinheiten werden hier analysiert und diskutiert.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt Empfehlungen für eine stärkere Verankerung der Mehrsprachigkeitsdidaktik in Lehrplänen und Lehrerbildung.
Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkomprehensionsdidaktik, Transfer, Interferenz, Brückensprache, EuroComRom, rezeptive Kompetenz, Sprachenbewusstheit, Sprachlernbewusstheit, Französischunterricht, Spanisch, Schülerperspektive, Unterrichtskonzeption, Fremdsprachenunterricht, Lernerautonomie.
Die Arbeit befasst sich mit der Mehrsprachigkeits- und Interkomprehensionsdidaktik und untersucht, wie man Schüler im Französischunterricht dazu befähigen kann, ihr Vorwissen zu nutzen, um Texte in einer anderen romanischen Sprache wie Spanisch rezeptiv zu erschließen.
Die zentralen Themen sind die Förderung von Mehrsprachigkeit durch den Transfer zwischen Sprachen, die didaktische Aufbereitung von Sprachvergleichen im Unterricht und die empirische Untersuchung der Schülerperspektive zu diesen Methoden.
Das primäre Ziel ist die Konzeption und Erprobung einer Unterrichtsreihe, die zeigt, dass Sprachlernende durch gezielte Interkomprehensionsmethoden (wie die sieben Siebe von EuroComRom) eine rezeptive Lesekompetenz für eine bislang unbekannte romanische Sprache entwickeln können.
Es wurde eine Befragung der Schüler mittels Fragebögen durchgeführt, wobei quantitative Daten mittels SPSS ausgewertet und offene Antworten mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring kategorisiert wurden.
Im theoretischen Teil wird die Mehrsprachigkeits- und Interkomprehensionsdidaktik wissenschaftlich fundiert. Im praktischen Teil folgt die konkrete Planung, Durchführung und Auswertung einer Unterrichtsreihe für die gymnasiale Oberstufe (Klasse 10).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkomprehensionsdidaktik, Transfer, Brückensprache, Sprachbewusstheit sowie die rezeptive Lesekompetenz.
Französisch dient als „Brückensprache“, da aufgrund der romanischen Sprachverwandtschaft ein Großteil des spanischen Wortschatzes durch Rückgriff auf das Französische transferiert werden kann, was den Erwerb rezeptiver Kompetenzen erheblich beschleunigt.
Sie dient als Instrument, mit dem Schüler angeleitet werden, grammatische Gesetzmäßigkeiten zwischen Französisch und Spanisch selbstständig zu entdecken, statt diese lediglich passiv zu lernen.
Die Schüler bewerten den interkomprehensiven Unterricht überwiegend positiv; sie empfinden die Methode als motivierend und sind nach den Stunden zuversichtlicher, unbekannte romanische Texte erschließen zu können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

