Bachelorarbeit, 2019
60 Seiten, Note: 1,0
Diese Arbeit untersucht den Roman "Kassandra" von Christa Wolf und analysiert, inwiefern der zeitgeschichtliche Hintergrund des Werks durch den gleichnamigen Mythos verschlüsselt dargestellt und kritisiert wird. Die Arbeit beleuchtet die enge Verbindung zwischen literarischem Werk und historischem Kontext, sowie die Rolle der mythologischen Figur der Kassandra als Instrument für die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen und politischen Situation in der DDR.
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor und erläutert die Relevanz der Untersuchung. Kapitel 2 behandelt das Werk "Kassandra" selbst, inklusive einer Inhaltsangabe und einer Analyse des Erzähltextes. Dabei werden die Erzählperspektive, der Diskurs und die Geschichte des Romans betrachtet. Kapitel 3 widmet sich dem Mythos der Kassandra, beginnend mit einer Begriffsbestimmung und einer Erläuterung der Funktionen des Mythos. Anschließend wird die griechische Mythologie und Christa Wolfs eigene Arbeit mit dem Mythos genauer betrachtet. Kapitel 4 beleuchtet den zeitgeschichtlichen Kontext des Romans. Zuerst werden die kulturpolitischen Umstände für Autoren in der DDR erläutert, bevor Christa Wolfs Wirken als DDR-Autorin näher beleuchtet wird. Der zweite Teil dieses Kapitels untersucht die Parallelen zwischen der Lebenswelt der Autorin und der von Kassandra und zeigt, wie Christa Wolf ihre Kritik verschlüsselt in den Roman einbringt. Das Fazit soll die Forschungsfrage zusammenfassend beantworten.
Die Arbeit befasst sich mit den Themen "Kassandra", "Christa Wolf", "DDR-Literatur", "Mythos", "zeitgeschichtlicher Kontext", "verschlüsselte Kritik", "Erzähltextanalyse", "Identitätsfindung", "Frauenrolle", "politische und gesellschaftliche Kritik".
Christa Wolf nutzt den antiken Mythos, um Themen wie Krieg, Machtmissbrauch, Zensur und die gesellschaftliche Situation in der DDR der 1980er Jahre zu reflektieren.
Kassandra dient als Identifikationsfigur, die die Wahrheit sieht, aber nicht gehört wird. Dies ermöglichte Wolf eine verschlüsselte Kritik an den politischen Verhältnissen unter den Augen der Zensur.
Der Roman erschien 1983 während des Kalten Krieges, als die Spannungen zwischen Ost und West ein existenzgefährdendes Niveau erreichten und die DDR-Literatur strenger Kontrolle unterlag.
Die Arbeit analysiert, wie die Veränderungen im fiktiven Troja (Kriegsvorbereitung, Unterdrückung) reale politische und wirtschaftliche Interessenkonflikte der realen Welt widerspiegeln.
Durch die Analyse von Erzählperspektive und Diskurs wird aufgezeigt, wie Wolf die kritische Botschaft literarisch vermittelt und die Identitätsfindung der Protagonistin darstellt.
Der Abstract zieht Verbindungen zu modernen Handelsstreitigkeiten (China/USA) und Kriegen im Nahen Osten, um die Zeitlosigkeit von Wolfs Fragen nach Regierungshandeln und Krieg zu unterstreichen.
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