Bachelorarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Schall
2.2 Lärm
2.3 Emission – Transmission – Immission
3 Gesetzliche Grundlagen zur Erstellung von Lärmminderungsplänen
4 Charakterisierung des Untersuchungsgebietes
4.1 Definition des Untersuchungsgebietes
4.2 Straßennetz
4.2.1 Verkehrsaufkommen
4.2.2 Straßenoberfläche und Zustand
4.3 Bebauung
4.4 Flächennutzung
5 Analyse der Konfliktgebiete - Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr anhand der Grenzwerte
5.1 Konfliktgebiete zur Nutzung „Wohngebiete“
5.2 Konfliktgebiete zur Nutzung „Besonders schutzbedürftige Gebiete“
5.3 Konfliktgebiete zur Nutzung „Mischgebiete“
5.4 Konfliktgebiete zur Nutzung „Gewerbegebiete“
6 Schienenverkehr als zusätzliche Schallquelle
7 Möglichkeiten der Schallminderung
7.1 Vegetation als Schallschutzdämmung
7.2 Lärmarme Fahrbahnen
7.3 Verringerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
7.4 Schallschutzwände und -dämme
7.5 Verkehrsverlagerung auf Umgehungsstraßen
7.6 Kreisverkehr statt Ampel
8 Abschlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Straßenschallimmissionen in einem ausgewählten Stadtgebiet von Bochum mittels Simulationssoftware, um in Anlehnung an die EU-Umgebungslärmrichtlinie Konfliktgebiete zu identifizieren und mögliche Minderungsmaßnahmen zu bewerten.
2.1 Schall
Unter »Schall« werden physikalisch messbare Schwingungen und Wellen verstanden. Der Hörbereich der Menschen liegt zwischen den Frequenzen 16 Hz und 20.000 Hz. Bei älteren Menschen nimmt der Hörbereich zunehmend ab (BEIER, 2002, S.244). Schall breitet sich in Luft bei 20°C als Longitudinalwelle mit einer Geschwindigkeit von 343 m/s aus (SCHUSCHKE, 1981, S.15, HOFFMANN, 1979, S.16). Das menschliche Ohr empfindet höher- und tieferfrequenten Schall weniger empfindlich als den mittleren Frequenzbereich, der etwa 500 bis 4000 Hz entspricht. In diesem Bereich befinden sich die meisten Alltagsgeräusche, vor allem die Sprache.
Abbildung 1 veranschaulicht den menschlichen Hörbereich. Auf der x-Achse lässt sich der Frequenzbereich in Hertz ablesen, auf der y-Achse ist der Schallpegel in Dezibel dargestellt. Es zeigt sich, dass in niedrigeren und höheren Frequenzen die Hörschwelle bei einem höheren Schallpegel liegt als im mittleren Bereich. Daher wird in der Lärmgesetzgebung sowie zur Lärmmessung fast ausschließlich der A-Schallpegel verwendet, der mit Hilfe des A-Filters gemessen wird. Dieser soll dem menschlichen Hörbereich sehr nahe kommen, indem tiefe und hohe Frequenzen im Verhältnis zu den am Mikrofon auftreffenden Signalen unterbewertet werden, während der Bereich von 1000 bis 4000 Hz geringfügig stärker bewertet wird (LERCHER, 1998, S. 108; BOHNY, 1986, S.143).
1 Einleitung: Einführung in die EU-Umgebungslärmrichtlinie und Erläuterung der Zielsetzung, eine Lärmanalyse für ein gewähltes Gebiet in Bochum durchzuführen.
2 Begriffsbestimmungen: Definition der physikalischen Grundlagen von Schall und der sozial-psychologischen Wahrnehmung von Lärm sowie der Begriffe Emission, Transmission und Immission.
3 Gesetzliche Grundlagen zur Erstellung von Lärmminderungsplänen: Darstellung der rechtlichen Basis gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz und der fünf Stufen der Lärmminderungsplanung.
4 Charakterisierung des Untersuchungsgebietes: Beschreibung des 4 km² großen Untersuchungsgebiets hinsichtlich Straßennetz, Verkehrsaufkommen, baulicher Dichte und Flächennutzung.
5 Analyse der Konfliktgebiete - Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr anhand der Grenzwerte: Differenzierte Auswertung der Lärmbelastung für verschiedene Nutzungsgebiete wie Wohn-, Misch- und Gewerbegebiete.
6 Schienenverkehr als zusätzliche Schallquelle: Vergleichende Analyse des Einflusses von Bahntrassen auf den Gesamtlärmpegel in ausgewählten Bereichen.
7 Möglichkeiten der Schallminderung: Untersuchung und Diskussion technischer Maßnahmen wie Vegetation, lärmarme Beläge, Geschwindigkeitsbegrenzungen und baulicher Schutzmaßnahmen.
8 Abschlussbetrachtung: Kritische Reflexion der Ergebnisse, der methodischen Einschränkungen der Simulation und Ausblick auf notwendige weitere Untersuchungen.
Schallsimulation, Lärmminderungsplanung, EU-Umgebungslärmrichtlinie, Immission, Emission, Verkehrsbelastung, Konfliktgebiete, Straßenverkehr, Schienenverkehr, Lärmschutz, Dezibel, Stadtplanung, Bochum, Mittelungspegel, Wohnqualität
Die Arbeit analysiert die Lärmbelastung durch Straßen- und Schienenverkehr in einem spezifischen Untersuchungsgebiet in Bochum unter Anwendung von Schallsimulationssoftware.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Lärm, gesetzliche Rahmenbedingungen, die Charakterisierung des Untersuchungsgebietes und die Identifikation von Lärm-Konfliktgebieten.
Das Ziel ist die Feststellung der Auswirkungen von Straßenschallimmissionen auf ein städtisches Gebiet zur Unterstützung von Lärmminderungsplanungen gemäß EU-Richtlinien.
Die Arbeit nutzt Schallsimulationssoftware (IMMI 5.3.1) in Kombination mit digitalen Geodaten (ArcView 3.3), um Immissionskarten zu erstellen und Konfliktgebiete zu visualisieren.
Der Hauptteil analysiert die Lärmbelastung für verschiedene Nutzungen (Wohn-, Misch-, Gewerbegebiete) und diskutiert Maßnahmen zur Schallminderung wie Vegetation oder bauliche Schutzwände.
Die wichtigsten Begriffe sind Schallsimulation, Lärmminderungsplanung, Immissionsrichtwerte, Konfliktgebiete und Verkehrslärm.
Die Analyse zeigt, dass der Schienenverkehr einen erheblichen, nicht zu vernachlässigenden Einfluss hat, der in den untersuchten Beispielen zu Lärmpegelsteigerungen von bis zu 20 dB(A) führen kann.
Die Software IMMI setzte bei Straßengattungsänderungen (z.B. Gemeindestraße zu Autobahn) pauschale Werte, die nicht mit den tatsächlichen, vor Ort erhobenen Daten übereinstimmten, was eine manuelle Anpassung erforderlich machte.
Die Simulation verdeutlicht, dass eine 6 Meter hohe Schallschutzwand die Immissionswerte in der direkten Umgebung der Autobahn wirksam senken kann, was eine deutliche Reduzierung der Überschreitungen des Tagesgrenzwertes bewirkt.
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