Bachelorarbeit, 2019
49 Seiten, Note: 1,0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER RAHMEN UND ABLEITUNG DER HYPOTHESEN
2.1 RECHTSPOPULISMUS, -EXTREMISMUS UND -RADIKALISMUS – EINE BEGRIFFSABGRENZUNG
2.1.1 Rechtspopulismus
2.1.2 Rechtsradikale Ideologeme
2.1.3 Verhältnis zwischen Rechtspopulismus und -radikalismus
2.2 DEPRIVATIONSTHEORIEN UND DIE ENTWICKLUNG DER MODERNISIERUNGSVERLIERERTHEORIE
2.2.1 Ursprung der Modernisierungsverliererthese: Scheuch & Klingemann - Modell
2.2.2 Weiterentwicklung der Modernisierungsverliererthese zur Theorie durch Spier
2.2.3 Kritik an der Modernisierungsverlierertheorie
2.3 DESINTEGRATIONSTHEORIE UND IHR VERHÄLTNIS ZUR DEPRIVATIONSTHEORIE
2.4 INDIKATOREN UND HYPOTHESENABLEITUNG
3 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODISCHES VORGEHEN
3.1 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND FALLAUSWAHL
3.1.1 Datenbasis
3.1.2 Fallauswahl
3.2 METHODIK
3.2.1 Deskriptive Statistik
3.2.2 Regressionsanalyse
3.2.3 Faktorenanalyse bzw. Kategoriale Hauptkomponentenanalyse
4 EMPIRISCHE ANALYSE
4.1 OPERATIONALISIERUNG
4.1.1 Operationalisierung der subjektiven Deprivationsindikatoren
4.1.2 Operationalisierung der autoritären und xenophoben Einstellungen
4.2 HYPOTHESENTESTUNG
5 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Mikroebene, inwiefern subjektive Deprivationserfahrungen die Ausbildung autoritärer und xenophober Einstellungen in Österreich beeinflussen. Ziel ist es, mittels quantitativer Regressionsmodelle basierend auf dem European Social Survey 2016 zu prüfen, ob verschiedene Dimensionen der Deprivation – wie etwa Armutsempfinden, Zukunftsängste oder soziale Exklusion – als Erklärungsfaktoren für diese spezifischen psychischen Dispositionen dienen können.
2.1.1 Rechtspopulismus
Rechtspopulismus ist nicht direkter Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, aber eng mit der untersuchten Thematik verbunden. Denn die Modernisierungsverlierertheorie nach Spier, welche die theoretische Basis dieser Arbeit bildet, versucht das Wahlverhalten rechtspopulistischer Parteien zu erklären. Da diese Arbeit den Mechanismus untersucht, wie bestimmte rechtsradikale Einstellungen entstehen, ist auch zu klären, wie Rechtspopulismus mit den untersuchten Phänomenen in Beziehung steht.
Rechtspopulismus wird in dieser Studie nicht als reiner Politikstil verstanden, sondern ist mit einem rechtsradikalen Ideologie-Komplex (siehe auch vorheriges Kapitel 2.1.1) und homogenen Volksbild verknüpft. Spier begreift Rechtspopulismus als eine Verbindung eines populistischen Politikstils und eines rechtsradikalen Ideologiekomplexes bestehend aus den drei Kernelementen, die im nächsten Subkapitel in 2.1.2 genauer beschrieben werden: Autoritarismus, Nationalismus bzw. Nativismus und Xenophobie. Erst die Verbindung aus einer kohärenten Ideologie und dem populistischen Politikstil lässt rechtspopulistische Parteien zu einer ‚famille spirituelle‘ werden und eine Partei als rechtspopulistisch einordnen (vgl. Spier 2010, 24f.). Rechtspopulistische Parteien grenzen sich von der Elite ab und stehen auf der Seite des Volkes. Der Volksbegriff ist nationalistisch und beinhaltet jene Menschen mit gemeinsamer Abstammung und dadurch geteilter Werte. Es kommt zu einem Ingroup-Outgroup-Denken, wobei jene, die in den Volksbegriff eingeschlossen sind, zur Ingroup und die herrschende Elite und alle Fremden (MigrantInnen, AusländerInnen und andere Minderheiten) zur Outgroup gehören. Die Zugehörigkeit zum Volk soll Identität stiften und Abgrenzung zur Elite schaffen (Anti-Establishment). Der Rechtspopulismus ist in seiner Ideologie tendenziell zwar xenophob, aber nicht automatisch rassistisch (vgl. Wolf 2017, 12ff.; Spier 2010, 25).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das kontroverse Forschungsfeld des Rechtspopulismus und der Modernisierungsverlierertheorie ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur subjektiven Deprivation in Österreich.
2 THEORETISCHER RAHMEN UND ABLEITUNG DER HYPOTHESEN: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, die Modernisierungsverlierertheorie sowie die Desintegrationstheorie und leitet die vier zentralen Arbeitshypothesen ab.
3 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODISCHES VORGEHEN: Hier werden die Datenbasis des ESS, die Fallauswahl Österreichs sowie die statistischen Methoden, insbesondere die Regressions- und Faktorenanalyse, dargestellt.
4 EMPIRISCHE ANALYSE: In diesem Teil erfolgt die Operationalisierung der Variablen sowie die statistische Testung der aufgestellten Hypothesen mittels Regressionsmodellen.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet die Signifikanz der untersuchten Zusammenhänge zwischen Deprivation und den untersuchten Einstellungen.
Rechtspopulismus, Modernisierungsverlierertheorie, subjektive Deprivation, Österreich, European Social Survey, Autoritarismus, Xenophobie, soziale Exklusion, Regressionsanalyse, Arbeitslosigkeitsangst, Einkommensarmut, politische Einstellungen, Mikroebene, empirische Sozialforschung, Ideologeme.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss subjektiv wahrgenommene Deprivation – also das Gefühl der Benachteiligung – auf die Ausbildung autoritärer und xenophober Einstellungen bei Individuen in Österreich hat.
Die zentralen Themen umfassen Rechtspopulismus, Modernisierungsverlierertheorien, soziale Exklusion sowie psychologische Dispositionen gegenüber autoritären und fremdenfeindlichen Denkmustern.
Die Forschungsfrage lautet: Welche subjektiven Deprivationsfaktoren beeinflussen die Ausbildung autoritärer und xenophober Einstellungen auf individueller Ebene in Österreich?
Es handelt sich um eine quantitative Sekundärdatenanalyse. Als Datengrundlage dient die achte Runde des European Social Survey (ESS) 2016, wobei multivariate lineare Regressionsmodelle und kategoriale Hauptkomponentenanalysen angewendet werden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Moderne, Deprivation, Desintegration) erarbeitet, Indikatoren für die Untersuchung operationalisiert und anschließend die Hypothesen anhand des Datensatzes statistisch geprüft.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Modernisierungsverlierer, subjektive Deprivation, Autoritarismus, Xenophobie, soziale Exklusion und eine quantitative Ausrichtung auf Basis des European Social Survey.
Österreich wurde gewählt, da hier ein hohes Interesse an der Thematik besteht und das Land im objektiven Vergleich eine relativ geringe materielle Deprivation aufweist, was die Untersuchung subjektiver Empfindungen besonders interessant macht.
Soziale Exklusion wird als zentraler Indikator für immaterielle Deprivation betrachtet, um über rein ökonomische Erklärungsansätze hinauszugehen und den Einfluss von Ausschluss von sozialer Teilhabe auf politische Einstellungen zu messen.
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