Bachelorarbeit, 2014
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Konflikt
2.1.1 Definition
2.1.2 Konfliktarten und -dimensionen
2.1.3 Die neun Eskalationsstufen
2.1.4 Konflikte in der Praxis: Unternehmenstypische Konflikte
2.1.5 Psychologische Aspekte von Konflikten und ihre Folgen
2.2 Mediation
2.2.1 Definition und Wortherkunft
2.2.2 Geschichtliche Herkunft der Mediation
2.2.3 Prinzipien und Methodik der Mediation
2.2.4 Verlauf und Phasen der Mediation
2.2.5 Methoden und Techniken der Mediation
2.2.6 Vorteile durch Mediation
2.3 Betriebliches Konfliktmanagement
3 Theorie-Praxis-Transfer
3.1 Marktanalyse für Mediationsdienstleistungen
3.2 Untersuchungsmethode und Herangehensweise: Experteninterviews
3.2.1 Suche und Auswahl der Experten
3.2.2 Interviewform und –struktur
3.3 Auswertung der Experteninterviews
3.4 Conclusio
3.4.1 SWOT-Analyse
3.4.2 Zielgerichtete Empfehlungen zur Implementierung von Mediation
4 Schlussbetrachtung
4.1 Fazit und Ausblick
4.2 Persönliche Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Mediation als Methode zur Lösung innerbetrieblicher Konflikte und entwickelt Implementierungsvorschläge aus einer unternehmensstrukturellen Perspektive, um Mediation nachhaltig in betriebliche Abläufe zu integrieren.
2.1.3 Die neun Eskalationsstufen
In diesem Abschnitt soll der Konfliktverlauf untersucht werden. Ein Konflikt kann sich in zweierlei Hinsicht entwickeln. Ein zwar vorliegender Konflikt führt nicht zwangsläufig zu einer problematischen Situation. Dies ist vor allem im betrieblichen Kontext denkbar, wenn Abmahnungen oder Kündigungen ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung bzw. Einschränkungen verlangen. Wird er allerdings offen ausgetragen, hängt der Konfliktverlauf wesentlich von den Persönlichkeitsdispositionen, der Leistungs- und Anreizstruktur, dem vorherrschenden sozialen Druck sowie den existierenden Normen ab (Baranova, 2008).
Innerhalb der Konfliktforschung hat sich ein Neun-Phasen-Modell durchgesetzt, das einen Konflikt zeitlich einteilt. Friedrich Glasl prägte dabei den Terminus „Neun Eskalationsstufen eines Konfliktes“. Dabei wird ein Konflikt als dynamischer und neunstufiger Prozess betrachtet. Für jede Eskalationsstufe wird die Intensität der Auseinandersetzung und Möglichkeiten zur Konfliktlösung beschrieben. Der Eskalationsprozess ist dabei eine Abwärtsbewegung, in deren Verlauf sich der Konflikt sukzessive zuspitzt (Glasl, 1990).
„Die jeweilige Eskalationsstufe kann an den verbalen Äußerungen, der Körpersprache, den Strategien und Verhaltensweisen sowie an der gesamten Gesprächsatmosphäre der Konfliktparteien identifiziert werden. Die Zuordnung zu einer Eskalationsstufe ist wiederum stark von der Wahrnehmung der betrachtenden Person abhängig“ (Wenzel, 2008, S. 64).
Die neun Eskalationsstufen sind dabei Verhärtung (1), Debatte und Polemik (2), Taten statt Worte (3), Images und Koalitionen (4), Gesichtsverlust (5), Drohstrategien (6), Begrenzte Vernichtungsschläge (7), Zersplitterung (8) und Gemeinsam in den Abgrund (9). Während dieser Stufen und Phasen spitzt sich der Konflikt zunehmend und schneller zu. Die Streitparteien verändern währenddessen auch ihr Verhalten und überschreiten sogenannte Regressionsschwellen: „Sie fallen zunehmend in wenig reflektierte, irrationale Reaktionsmuster zurück. Die eigenen Handlungsmöglichkeiten werden immer stärker eingeengt, weil Handlungsalternativen zunehmend ausgeschlossen werden“ (Kals & Ittner, 2008, S. 31).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Mediation als alternative Streitbeilegung in Unternehmen und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer betriebswirtschaftlichen Integration.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begriffsdefinitionen von Konflikten, Mediation sowie betrieblichem Konfliktmanagement und stellt psychologische sowie strukturelle Modelle dar.
3 Theorie-Praxis-Transfer: Der Hauptteil analysiert den Mediationsmarkt, präsentiert Ergebnisse aus Experteninterviews mit Mediatoren und Personalmanagern und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
4 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung der Mediation in der betrieblichen Praxis.
Mediation, Konfliktmanagement, innerbetriebliche Konflikte, Konfliktlösung, Personalwesen, Wirtschaftsmediation, Implementierung, Win-Win-Lösung, Konfliktkultur, Experteninterviews, SWOT-Analyse, Organisationsstruktur, Konflikteskalation, Feedback, Unternehmensführung
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Nutzung von Mediation als Methode zur Konfliktbewältigung in Unternehmen und untersucht, wie diese in betriebliche Strukturen integriert werden kann.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Konflikt und Mediation, analysiert den Status quo des Mediationsmarktes und wertet Expertenmeinungen aus verschiedenen Branchen aus.
Das Hauptziel ist es, auf Basis theoretischer Erkenntnisse und praktischer Experteninterviews konkrete Implementierungsvorschläge für die Einführung von Mediation in Unternehmen zu entwickeln.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse für den theoretischen Rahmen sowie qualitative Experteninterviews (teilstrukturiert) mit Mediatoren und Personalverantwortlichen für den praktischen Teil.
Der Hauptteil widmet sich dem Theorie-Praxis-Transfer, der Durchführung und Auswertung der Experteninterviews sowie der Ableitung von Empfehlungen durch eine SWOT-Analyse.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Mediation, betriebliches Konfliktmanagement, Konfliktkultur, Win-Win-Strategie und Implementierungsvorschläge.
Die befragten Experten geben an, dass eine interne Mediationslösung erst sinnvoll ist, wenn das Unternehmen eine ausreichende Größe erreicht hat, um Unabhängigkeit zu gewährleisten, und eine entsprechende Personalabteilung existiert.
Der Erfolg hängt stark vom "Matching" zwischen dem Mediator und der Unternehmenskultur sowie von den persönlichen Eigenschaften des Mediators ab, da dieser als neutrale bzw. allparteiliche Instanz akzeptiert werden muss.
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