Masterarbeit, 2019
75 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Bilanzpolitik
2.1 Definition der Bilanzpolitik
2.2 Ziele und Zielkonflikte der Bilanzpolitik
2.3 Bilanzpolitische Instrumente
2.3.1 Reale Bilanzpolitik
2.3.2 Buchmäßige Bilanzpolitik
2.3.3 Auswahlkriterien des bilanzpolitischen Instrumentariums
2.4 Grenzen der Bilanzpolitik
2.5 Anreize zu Bilanzpolitik
2.5.1 Erfolgsmaximierung und Erfolgsminimierung
2.5.2 Ergebnisglättung
2.5.3 Benchmarking
2.6 Messung der Bilanzpolitik
2.6.1 Messung buchmäßiger Bilanzpolitik
2.6.2 Messung realer Bilanzpolitik
2.6.3 Messung Ergebnisglättung
2.6.4 Messung Benchmarking
3 Börseneinführung
3.1 Definition und Motive
3.1.1 Motive für eine Börseneinführung
3.1.2 Motive gegen eine Börseneinführung
3.2 Börsenreifekriterien
3.2.1 Gesetzliche Kriterien
3.2.2 Wirtschaftliche Kriterien
3.2.3 Organisatorische Kriterien
3.3 Prozess der Börseneinführung
4 Analyse der empirischen Literatur
4.1 Bilanzpolitik bei Börseneinführung
4.1.1 Empirische Ergebnisse für Bilanzpolitik vor Börseneinführung
4.1.2 Empirische Ergebnisse für die Langzeitperformance
4.2 Zusammenfassung und Limitation der Forschungsergebnisse
5 Fazit
Die Arbeit untersucht den gezielten Einsatz von Bilanzpolitik im Kontext erstmaliger Börsengänge (Initial Public Offerings). Ziel ist es, auf Basis der empirischen Literatur zu analysieren, ob Unternehmen durch bilanzpolitische Maßnahmen ihre wirtschaftliche Lage vor dem Börsengang manipulieren, um Emissionserlöse zu maximieren, und welche Auswirkungen dieses opportunistische Verhalten langfristig auf die Performance des Unternehmens hat.
1.1 Problemstellung
Unter dem Begriff der Rechnungslegung kann die gesetzliche und freiwillige Offenlegung unternehmensbezogener Informationen an aktuelle und potenzielle Bilanzadressaten verstanden werden. Die übermittelnden Informationen sollen nachvollziehbar, verlässlich und entscheidungsrelevant sein, weshalb bestimmte Bereiche der Rechnungslegung gesetzlich normiert sind. Innerhalb der Rechnungslegung werden jedoch bilanzpolitische Spielräume gewährt, die es einem Entscheidungsträger ermöglichen, bestimmte finanz-, publizitäts- sowie individualpolitische Ziele zu erreichen. So kann bei Erstellung von Jahresabschlüssen davon ausgegangen werden, dass ein rationaler Entscheidungsträger stets die Bilanzierungsalternativen wählt, die seinen eigenen Nutzen maximieren. Demnach können nach außen getragene Informationen zu Gunsten des Managements oder des Unternehmens verzerrt werden. Ein Anreiz zu solch einer Handlung könnte sich in einem erstmaligen Börsengang widerspiegeln.
Am 4. November 2011 ging der Online-Gutscheinanbieter Groupon Incorporated mit einem Unternehmenswert von ungefähr 13 Milliarden Dollar an die Börse und erreichte durch den Verkauf von knapp fünf Prozent der Unternehmensanteile einen Emissionserlös von rund 700 Millionen Dollar bei einem Emissionskurs von 20 Dollar. Nur knapp sechs Monate später lag der Aktienkurs, aufgrund der Mitteilung von wesentlichen Schwächen bei der Beurteilung der Rückerstattungen und einer Neubewertung der finanziellen Lage an die US-Börsenaufsichtsbehörde, unter drei Dollar. Bis heute konnte das Niveau des Emissionskurses nicht annähernd erreicht werden.
Zu vermuten ist, dass ein opportunistisches Handeln des Managements mit Hilfe von Bilanzpolitik ursächlich für die Entwicklung war. Zumindest wurden die Gewinne vor dem Börsengang mit Hilfe der entwickelten Kennzahl adjusted consolidated segment operating income (CSOI) stark aufgebläht, was auf ein bilanzpolitisches Handeln hindeutet. Das Beispiel Groupon zeigt, dass Bilanzpolitik täuschende und manipulative Elemente enthält und sich das bilanzierende Unternehmen in einer Grauzone bewegen kann. Hierbei sollte jedoch die Frage gestellt werden, ob eine solche Bilanzpolitik betriebswirtschaftlich, vor allem auf lange Sicht, sinnvoll ist.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik bilanzpolitischen Handelns im Kontext von Börsengängen anhand des Beispiels Groupon und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Bilanzpolitik: Definition der Bilanzpolitik sowie detaillierte Vorstellung ihrer Ziele, Instrumente, Anreize und der wissenschaftlichen Messmethoden.
3 Börseneinführung: Definition, Motive und Voraussetzungen für Börsengänge sowie Darstellung der drei Phasen von der Entscheidung über die Vorbereitung bis zur Durchführung.
4 Analyse der empirischen Literatur: Analyse der Hypothesen zur Bilanzpolitik vor dem Börsengang und deren Einfluss auf die langfristige Aktienperformance unter Auswertung empirischer Studien.
5 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Bilanzpolitik ein häufig genutztes Gestaltungsinstrument zur Steuerung des Unternehmensbildes vor Börsengängen ist, was jedoch langfristig oft mit einer negativen Performance korreliert.
Bilanzpolitik, Börseneinführung, Initial Public Offering, Rechnungslegung, Ergebnisglättung, Earnings Management, Langzeitperformance, Informationsasymmetrien, Unternehmensführung, Börsenreife, DPA, Jahresabschluss, Aktienrendite, Emissionserlös, Kapitalmarkt.
Die Masterarbeit untersucht den Einsatz von Bilanzpolitik durch Unternehmen, die erstmalig an die Börse gehen (IPOs), und wie dieser Einsatz empirisch nachgewiesen werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Bilanzpolitik, den Motiven und Anforderungen von Börsengängen sowie der Auswertung empirischer Studien zum manipulativen Potenzial der Rechnungslegung vor dem Börsengang.
Die Arbeit analysiert, ob Managemententscheidungen vor einem Börsengang durch Bilanzpolitik motiviert sind, um den Emissionserlös zu maximieren, und ob dies negativ auf die Aktienentwicklung der Folgejahre wirkt.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse empirischer Studien, die zur Identifizierung von Bilanzpolitik insbesondere Modelle diskretionärer Periodenabgrenzungen (DPA) wie das Jones-Modell nutzen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Bilanzpolitik, Kriterien für die Börsenreife, den Prozess des Börsengangs und die detaillierte Diskussion empirischer Ergebnisse aus internationaler Literatur.
Zu den Kernbegriffen zählen Bilanzpolitik, Initial Public Offering (IPO), Ergebnisglättung (Earnings Management), Langzeitperformance und Informationsasymmetrien.
Groupon dient als illustratives Negativbeispiel für ein Unternehmen, dessen Gewinne vor dem Börsengang vermutlich bilanzpolitisch aufgebläht wurden, woraufhin der Aktienkurs nach dem Börsengang massiv einbrach.
Die zweite Hypothese postuliert, dass sich die Anwendung von Bilanzpolitik im Rahmen eines erstmaligen Börsengangs negativ auf die langfristige Performance des Unternehmens auswirkt.
Obwohl das Jones-Modell weit verbreitet ist, wird kritisiert, dass es auf Annahmen beruht (z.B. keine Bilanzpolitik in der Schätzperiode), die in der Praxis oft zu Schätzfehlern führen können.
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