Bachelorarbeit, 2019
69 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Themenannäherung
2.1 Das Alter(n)
2.2 Das Sterben
2.3 Der Tod
2.4 Der Soziale Tod
2.5 Die Trauer
2.6 Die Sterbehilfe
3. Gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung über Vorstellungen und Umgang mit Sterben und Tod
3.1 Sterben und Tod vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit
3.2 Sterben und Tod ab Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Moderne
4. Bedenkenswerte Aspekte Sozialer Arbeit im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
4.1 Der selbstbestimmte Tod und die Sterbehilfe
4.1 Sterben und Tod in Institutionen
4.3 Unterschiede in der Betroffenheit und im Umgang mit Alter(n), Sterben, Tod und Trauer von Männern und Frauen
5. Theoretische Bezugnahme zum Themenfeld Alter(n), Sterben, Tod und Trauer in der Sozialen Arbeit
5.1 Die Lebensweltorientierte Theorie
5.1.1 Grundgedanken der Lebensweltorientierten Theorie und ihre Herausforderungen in der zweiten Moderne
5.1.2 Fragen und mögliche Antworten zum Umgang mit dem Themenfeld Alter(n), Sterben und Tod in der zweiten Moderne
6. Sterben, Tod und Trauer - Aufgaben für die Soziale Arbeit
6.1 Sterbe- (Hilfe) und Begleitung in der Sozialen Arbeit
6.2 Die Soziale Arbeit in Hospiz und Palliative Care
6.3 Death Education und Soziale Arbeit
7. Fazit mit Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die gesellschaftliche Entwicklung im Umgang mit Alter(n), Sterben, Tod und Trauer zu analysieren und deren spezifische Auswirkungen auf die Soziale Arbeit und ihre Akteur*innen kritisch zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie die Profession Soziale Arbeit, die sich traditionell der Lösung sozialer Probleme widmet, Kompetenzen einbringen kann, um in einem humanitären demokratischen Staat eine angemessene Begleitung am Lebensende zu gewährleisten, die über die rein medizinisch-pflegerische Versorgung hinausgeht.
2.4 Der Soziale Tod
Norbert Elias macht neben der Bedeutung der letzten Lebensstunden darauf aufmerksam, dass manche Menschen deutlich früher vom Leben getrennt werden als durch den offiziell festgestellten physischen Tod. Der Soziale Tod beginnt bereits während dem Prozess des Alterns und des Gebrechlich-Werdens. Ein Abbauprozess, der ein Sich-Abwenden der Gesellschaft bedeuten kann. Menschen werden aufgrund ihres Verfalls isoliert. Auch wenn bei den alternden Menschen selbst ein Rückgang an Kontaktfreude und Gefühlsvalenzen erkennbar ist, besteht weiterhin ein Bedürfnis nach Kontakt mit anderen Menschen. Doch es ist nicht selbstverständlich, dass der Wunsch nach Zugehörigkeit erwidert wird. Elias spricht von einer „stillschweigenden Aussonderung“, einem „allmählichen Erkalten der Beziehung zu Menschen, denen ihre Zuneigung gehörte“ (Elias, 1983, S. 8). Der Verfall schmerzt in diesem Sinne durch das Alleingelassen-Sein. Dies kommt, so Elias, besonders häufig in entwickelteren Gesellschaften vor und ist ein Zeichen der Schwäche einer Gesellschaft (ebd., S. 8). Thorsten Benkel zählt die Formen des sozialen Todes zu den modernen Verschleierungen, die den alt gewordenen und sterbenden Menschen ihr physisches Ende vorwegnehmen.
Seit dem Beginn des institutionellen Sterbens in den 1930 ern wird entweder im Krankenhaus gestorben oder „das Altern(n), Leiden und Sterben“ (Benkel, 2008, S. 147) wird von alternativen Einrichtungen verwaltet. Der Tod ist sowohl in Kliniken als auch in Hospizen zur logistischen Herausforderung geworden, die auch ohne soziale Partizipation der Angehörigen oder deren Anteilnahme verwirklicht werden kann. In den Einrichtungen wird den alt gewordenen Patient*innen und Bewohner*innen, aufgrund ihres physischen Zustands, eine „neue soziale Umgebung“ (ebd., 2008, S. 147) aufgezwängt. Von der Lebenswelt mit ihrer inzwischen sozialen Vergangenheit, die vor dem Eintritt in eine Einrichtung noch gestaltet wurde, bleibt meist nur noch ein bruchstückhafter Zugang übrig.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel des Todes im Alltag der Menschen, von einer vertrauten Allgegenwart hin zur heutigen Verdrängung und Medizinisierung, und formuliert die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit.
2. Themenannäherung: Dieses Kapitel definiert und analysiert die zentralen Dimensionen des Themenfeldes – Alter(n), Sterben, Tod, sozialer Tod, Trauer und Sterbehilfe – aus fachwissenschaftlicher Sicht.
3. Gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung über Vorstellungen und Umgang mit Sterben und Tod: Hier wird der historische Rückblick von der frühen Neuzeit bis in die Postmoderne vollzogen, um zu verdeutlichen, wie sich gesellschaftliche Vorstellungen und der Umgang mit dem Ende des Lebens gewandelt haben.
4. Bedenkenswerte Aspekte Sozialer Arbeit im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer: Das Kapitel reflektiert spezifische Anforderungen an die Soziale Arbeit, insbesondere in Bezug auf Sterbehilfe, Institutionen sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Betroffenen.
5. Theoretische Bezugnahme zum Themenfeld Alter(n), Sterben, Tod und Trauer in der Sozialen Arbeit: Hier wird die lebensweltorientierte Theorie als zentraler Bezugsrahmen vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit im Themenfeld Alter und Sterben geprüft.
6. Sterben, Tod und Trauer - Aufgaben für die Soziale Arbeit: Das Kapitel konkretisiert die Aufgaben der Profession in der Sterbebegleitung, in Hospizen und Palliative Care sowie die Bedeutung der Death Education.
7. Fazit mit Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine stärkere Verankerung des Themenfeldes in Forschung, Lehre und Praxis der Sozialen Arbeit.
Soziale Arbeit, Alter(n), Sterben, Tod, Trauer, Hospiz, Palliative Care, Sterbehilfe, Lebensweltorientierung, Death Education, Soziale Altenarbeit, Sozialer Tod, Gesellschaftlicher Wandel, Ethik, Lebensqualität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit in einer alternden Gesellschaft, insbesondere im Umgang mit den Themenfeldern Alter(n), Sterben, Tod und Trauer.
Neben den theoretischen Begriffsdimensionen von Sterben und Tod stehen die geschlechtsspezifischen Unterschiede, der Umgang in Institutionen und die praktische Anwendung der lebensweltorientierten Theorie im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit aufzuzeigen, eine menschliche und kompetente Begleitung am Lebensende anzubieten, um dem gesellschaftlichen Trend zur Verdrängung des Todes entgegenzuwirken.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse sowie die Bezugnahme auf theoretische Konzepte wie die lebensweltorientierte Theorie und die Thanatologie, um die Praxis der Sozialen Arbeit kritisch zu reflektieren.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Sterbekultur, die theoretische Verankerung in der Sozialen Arbeit sowie die praktische Betrachtung von Handlungsfeldern wie Hospiz, Palliativmedizin und Death Education.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Hospiz, Sterbebegleitung, Lebensweltorientierung, Death Education und der soziale Tod.
Die Arbeit zeigt auf, dass Männer im Alter häufiger unter Isolation und Identitätsverlust nach der Erwerbsphase leiden, während Frauen oft stärker in familiäre Pflegeverantwortung eingebunden sind und andere soziale Netzwerke pflegen.
Die Death Education ist essenziell, um angehende Professionelle bereits im Studium auf die Konfrontation mit Sterben und Tod vorzubereiten und ein fundiertes Wissen über psychosoziale Bedürfnisse von Sterbenden zu vermitteln.
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