Magisterarbeit, 2019
128 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Zweck der Arbeit
1.3 Hypothese und Untersuchungsdesign
1.4 Aufbau der Arbeit
2 BEGRIFFLICHKEITEN
2.1 Anwenden / Anwendung
2.2 Bewusstmachen / bewusstwerden
2.3 Schule
2.4 Schuleintritt / Schulantritt
2.5 Gespräch / Besprechung
2.6 Aufgaben / Bedingungen
2.7 Schulische Aufgaben
2.8 Mitwirken / Mitwirkung / beteiligen / Partizipation
2.9 Verantworten / Verantwortung / Verpflichtung
2.10 Eltern / Erziehungsberechtigte
2.11 Systemisch / System / Systematik
2.12 Coaching
2.13 Systemisches Coaching
3 DAS SCHULSYSTEM IN ÖSTERREICH – ZWISCHEN RELIGION UND POLITIK
3.1 Historischer Abriss des österreichischen Schulsystems
3.1.1 Neuzeit des 16. und 17. Jahrhunderts - das Schulsystem in der Rekatholisierung
3.1.2 Maria Theresia 1774 und Schulkodex 1805 – Das Hin und Her zwischen Aufklärung und Absolutismus
3.1.3 Reichsvolksschulgesetz 1869 – tendenziell einheitliche Rechtsgrundlagen
3.1.4 Die Lehrplanreform 1919 – Vormittagsschule anstatt Ganztagsunterricht
3.1.5 Deutsche Gesetze 1939-1945 – die Betonung der körperlichen Ertüchtigung
3.1.6 Einheitliche Rechtsbasis durch das Schulgesetzwerk 1962
3.1.7 Zwischenfazit
3.2 Gliederung des österreichischen Schulsystems nach dem internationalen Standard ISCED
4 ELTERNGESPRÄCHE UND SYSTEMISCHES COACHING
4.1 Einbezug der Eltern und Erziehungsberechtigten in schulische Aufgaben
4.1.1 Ziele und Aufgaben der österreichischen Schule
4.1.2 Obsorge – die rechtliche Verantwortung der Eltern und Erziehungsberechtigten
4.2 Gespräche im Rahmen der Schulpartnerschaft Kind-Eltern-Lehrer
4.3 Systemisches Coaching in den schulischen Elterngesprächen
5 GESPRÄCHSFÜHRUNG ALS PROZESS
5.1 Perspektiven der Systeme Schule und Elternhaus
5.1.1 Aus Sicht der Schule
5.1.2 Aus Sicht des Elternhauses
5.2 Gesprächsprozess und Methoden nach dem Gmünder Modell
6 EMPIRISCHE SOZIALFORSCHUNG
6.1 Durchführung der webbasierten Befragung
6.2 Beschreibung der Stichprobe und relevante Grundgesamtheiten
6.2.1 Vertreter des Systems Schule
6.2.2 System Elternhaus: Eltern und Erziehungsberechtigte
6.2.3 Gegenüberstellung der beiden Systeme
6.3 Gemeinsame Datenbasis: Schule und Elternhaus
6.3.1 Bereiche der elterlichen Verantwortung
6.3.2 Konkrete Unterstützungsmöglichkeiten bei schulischen Aufgaben
6.4 Datenbasis: Schule
6.5 Datenbasis: Elternhaus
6.6 Test der Subhypothese
6.7 Diskussion
7 RESÜMEE
Ziel der Magisterarbeit ist es, die Forschungslücke zum Einfluss von Eltern auf den Bildungserfolg ihrer Kinder zu verringern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit systemisches Coaching im Rahmen von Elterngesprächen beim Schuleintritt und in der Folgezeit dazu beitragen kann, Eltern ihrer Verantwortung zur Mitwirkung bei schulischen Aufgaben bewusst zu machen und sie zur Unterstützung ihrer Kinder zu motivieren.
1.1 Problemstellung
Ein Ansatz zur Verbesserung liegt nun darin, die primären Bezugspersonen dahin zu bringen, dass sie eigene, nicht passende Verhaltensweisen und eigene ungenügende Förderung ihrer Kinder erkennen und mit der Zeit verändern. So kann es gelingen, dass die Kinder ihre schulischen Aufgaben – trotz unterschiedlicher Leistungsniveaus - gut bewältigen. Dies ist eine Chance, gemeinsam mit der Schule die angeführten Unterschiede zu verringern und damit eine Chancenfairness (wenn schon nicht Chancengleichheit) herzustellen.
Ursachen für eine ungenügende oder gänzlich fehlende Teilnahme der Eltern und Erziehungsberechtigten an der Bewältigung der schulischen Aufgaben durch ihre Kinder können vielfältig sein:
a) Strukturell und langfristige Ursachen wie bildungsfernes Milieu, einer anderen Kultur angehörig oder andere Muttersprache sprechend, Überforderung aufgrund beruflicher Belastung oder Überforderung aufgrund familiärer Verhältnisse (Beispiel Alleinerziehende), zu geringe familiäre (finanzielle oder zeitliche) Ressourcen, kein Arbeitsplatz/Schreibtisch für Kinder vorhanden oder als unwichtig abgetan, Wohlstandsverwahrlosung, etc.
Ebenfalls hierher gehören ein überkontrollierendes und zu stark steuerndes Verhalten der Eltern, das die Kinder vor jeder Herausforderung bewahren und selbst vor kleinen, aber eventuell anspornenden Misserfolgen schützen will, wie der Begriff „Helikoptereltern“ anzeigt.
b) Situationsbedingte, mittel- und kurzfristige Ursachen wie außergewöhnliche Gegebenheiten im Beruf (neuer Arbeitsplatz) oder in der Familie (schwere Krankheit oder Scheidung).
1 EINLEITUNG: Skizziert die Problemstellung und die Forschungslücke und legt das Ziel sowie das methodische Untersuchungsdesign der Arbeit fest.
2 BEGRIFFLICHKEITEN: Klärt die zentralen Begriffe der Hypothese, darunter Anwendung, Schule, Gespräch, Aufgaben, Verantwortung, System und Coaching.
3 DAS SCHULSYSTEM IN ÖSTERREICH – ZWISCHEN RELIGION UND POLITIK: Analysiert die historische Entwicklung des österreichischen Schulsystems und dessen Gliederung nach dem ISCED-Standard.
4 ELTERNGESPRÄCHE UND SYSTEMISCHES COACHING: Behandelt die rechtlichen Grundlagen der elterlichen Verantwortung und präsentiert systemisches Coaching als Ansatz für Elterngespräche.
5 GESPRÄCHSFÜHRUNG ALS PROZESS: Untersucht die unterschiedlichen Perspektiven von Schule und Elternhaus und stellt das Gmünder Modell als Methode der Gesprächsführung vor.
6 EMPIRISCHE SOZIALFORSCHUNG: Beschreibt die webbasierte Befragung, wertet die Datenbasis aus und testet die aufgestellte Subhypothese zur elterlichen Unterstützung.
7 RESÜMEE: Fasst die Ergebnisse der theoretischen und empirischen Untersuchungen zusammen und gibt Empfehlungen zur Gestaltung von Elterngesprächen.
Systemisches Coaching, Elternarbeit, österreichisches Schulsystem, Schuleintritt, Schulerfolg, Bildungsziele, Elternverantwortung, Gesprächsführung, Gmünder Modell, empirische Sozialforschung, Bildungsförderung, Kommunikation, Chancenfairness, Volksschule, Mitteilungsheft.
Die Arbeit untersucht, wie durch systemisches Coaching in Elterngesprächen das Bewusstsein der Eltern für ihre Verantwortung bei der schulischen Unterstützung ihrer Kinder gestärkt werden kann.
Die zentralen Felder sind die Rolle der Eltern im österreichischen Schulwesen, systemtheoretische Kommunikation, professionelle Gesprächsführung und die empirische Erfassung von Eltern-Schule-Interaktionen.
Das primäre Ziel ist es, eine Forschungslücke zu schließen und zu prüfen, ob systemisches Coaching dazu führt, dass Eltern ihre Verantwortung für die schulische Bewältigung der Aufgaben ihrer Kinder aktiver wahrnehmen.
Die Arbeit nutzt ein zweigleisiges Design: eine theoretische Untersuchung anhand von Fachliteratur sowie eine empirische Sozialforschung mittels einer webbasierten Befragung von Lehrkräften und Eltern.
Der Hauptteil befasst sich mit Begriffsdefinitionen, der historischen Entwicklung des Schulsystems in Österreich, den theoretischen Grundlagen der Eltern-Schule-Kommunikation und der Anwendung des Gmünder Modells zur Gesprächsführung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemisches Coaching, Elternverantwortung, Volksschule, Schulerfolg und Kommunikation.
Das Mitteilungsheft fungiert als „kommunikative Drehscheibe“ zwischen Schule und Elternhaus; die Studie zeigt, dass tägliches Lesen des Heftes mit einer höheren Bereitschaft zur Unterstützung bei schulischen Aufgaben korreliert.
Das Gmünder Modell dient als flexibler Leitfaden für die Gesprächsführung, um in drei Phasen (Problementfaltung, Klären, Lösen) eine vertrauensvolle Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen und „problemblinde“ Verhaltensmuster zu bearbeiten.
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