Masterarbeit, 2019
81 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Mediatisierung
2.1 Soziale Netzwerke und digitale Kommunikation
2.2 Geschichtlicher Abriss der Kommunikation
2.3 Herkunft sozialer Netzwerke und das Web 2.0
2.4 Funktionen sozialer Netzwerke
2.5 Spezielle Formen sozialer Netzwerke
2.5.1 Facebook
2.5.2 WhatsApp
2.5.3 Instagram
3 Freundschaft
3.1 Definition und Begriffsklärung
3.2 Freundschaftstheorien
3.2.1 Entwicklungsstufen der Freundschaft nach Selman
3.2.2 Entwicklungsmodell der Freundschaftserwartungen nach Bigelow und La Gaipa
3.3 Freundschaft als dynamischer Prozess
3.4 Funktion von Freundschaft
4 Empirische Untersuchung
4.1 Methodisches Vorgehen
4.1.1 Tagebuchstudie
4.1.2 Qualitatives Leitfadeninterview
4.1.3 Durchführung der Interviews und Datenaufbereitung
4.1.4 Datenauswertung
4.1.5 Stichprobe
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der Interaktionstagebücher
5.2 Einzelfalldarstellung
5.2.1 Interview I1
5.2.2 Interview I2
5.2.3 Interview I3
5.2.4 Interview I4
5.2.5 Interview I5
5.2.6 Interview I6
5.3 Zusammenfassende Ergebnisdarstellung
5.3.1 Kontaktpflege als Nutzungsmotiv
5.3.2 Soziale Online-Netzwerke als bequeme Kommunikationsmedien
5.3.3 Vorwegnahme potentieller Gesprächsthemen
5.3.4 Soziale Ausgrenzung und Konfliktpotential
5.3.5 Dauererreichbarkeit und Antwortzwang
5.3.6 Weitere Erkenntnisse
6 Fazit
6.1 Kritische Betrachtung und Schlussfolgerung
6.2 Ausblick und zukünftige Forschungsarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der digitalen Kommunikation über soziale Online-Netzwerke auf die freundschaftlichen Beziehungen junger Erwachsener. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche Bedeutung sozialen Netzwerken im digitalen Zeitalter zukommt, wie sich Interaktionen innerhalb von Freundschaften gestalten und wie sich die Kommunikation zwischen Freunden durch diese Medien verändert hat.
3.1 Definition und Begriffsklärung
Die Komplexität des wissenschaftlichen Freundschaftsbegriffs wird vor allem durch das große Spektrum an Begriffsbestimmungen in der Literatur deutlich. Mehrere Disziplinen setzen sich mit dem Konzept der Freundschaft auseinander, weshalb der jeweilige Einfluss der einzelnen Wissensgebiete einen entscheidenden Beitrag zur Begriffsspezifikation beiträgt.
In der vorliegenden Arbeit soll unter der Prämisse, dass eine einheitliche Definition von Freundschaft nicht zu finden ist, der Explikationsansatz von Auhagen (1993) herangezogen werden. Demnach ist
Freundschaft [...] eine dyadische, persönliche, informelle Sozialbeziehung. Die beiden daran beteiligten Menschen werden als Freundinnen oder Freunde bezeichnet. Die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Die Freundschaft besitzt für jede(n) der Freundinnen/Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann. Freundschaft wird zudem durch folgende weitere essentielle Kriterien charakterisiert: Freiwilligkeit – bezüglich der Wahl, der Gestaltung und des Fortbestandes der Beziehung; zeitliche Ausdehnung – Freundschaft beinhaltet einen Vergangenheits- und einen Zukunftsaspekt; positiver Charakter – unabdingbarer Bestandteil von Freundschaft ist das subjektive Erleben des Positiven; keine offene Sexualität. (Auhagen, 1993, S. 217)
Auch Argyle und Henderson (1986) betonen den Aspekt der Freiwilligkeit innerhalb von Freundschaften. Den Autoren zufolge differenziert sich die freundschaftliche Beziehung vor allem dadurch, dass sie im Gegensatz zu verwandtschaftlichen Beziehungen auf Freiwilligkeit basiert. Demnach existieren keinerlei Vorschriften darüber, zwischen wem eine Freundschaft Bestand hat oder durch welche Aktivitäten diese geprägt ist. Auch die Abwesenheit jeglicher Rollenbezüge und/oder kultureller Zeremonien kennzeichnet den Begriff Freundschaft und grenzt diesen somit von anderen Konzepten wie Beziehungen zu Verwandten oder Arbeitskollegen und dem Konzept der Ehe ab (Argyle & Henderson, 1986, S. 84).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Mediatisierung von Lebenswelten ein und leitet die Forschungsfragen zur Veränderung freundschaftlicher Beziehungen durch soziale Online-Netzwerke ab.
2 Mediatisierung: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Mediatisierung, die Entwicklung sozialer Netzwerke und deren Funktionen sowie die spezifischen Merkmale von Plattformen wie Facebook, WhatsApp und Instagram.
3 Freundschaft: Hier werden Definitionen und theoretische Modelle der Freundschaft, einschließlich deren Entwicklungsstufen und Dynamiken, wissenschaftlich fundiert dargestellt.
4 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, welches eine Kombination aus Tagebuchstudie und qualitativen Leitfadeninterviews umfasst, sowie die Kriterien der Stichprobenauswahl.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse aus den Interaktionstagebüchern und den sechs Einzelfallinterviews werden präsentiert, analysiert und hinsichtlich der identifizierten Kategorien wie Kontaktpflege oder Konfliktpotential diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Stärken und Grenzen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Mediatisierung, soziale Online-Netzwerke, Freundschaft, digitale Kommunikation, Kontaktpflege, Beziehungsqualität, WhatsApp, Instagram, Facebook, qualitative Inhaltsanalyse, Nutzerverhalten, Interaktion, Vertrauen, soziale Medien, digitale Lebenswelt
Die Arbeit untersucht, wie sich die Nutzung sozialer Online-Netzwerke auf die zwischenmenschliche Interaktion und das Konzept der Freundschaft bei jungen Erwachsenen auswirkt.
Die Themen umfassen die Mediatisierung, die theoretischen Grundlagen von Freundschaften, die Funktionen und Nutzungsweisen sozialer Medien sowie deren Auswirkungen auf die Qualität freundschaftlicher Beziehungen.
Ziel ist es zu untersuchen, welche Bedeutung soziale Online-Netzwerke für junge Erwachsene haben, wie diese ihre Interaktionen in Freundschaften gestalten und ob und wie sich die Kommunikation dadurch verändert hat.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus einer einwöchigen Tagebuchstudie zur Dokumentation der Interaktionen und anschließenden qualitativen Leitfadeninterviews mit sechs Teilnehmern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Mediatisierung und Freundschaftstheorien sowie den empirischen Teil mit der Beschreibung der Methodik, der Darstellung der Einzelfallergebnisse und der übergreifenden Auswertung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mediatisierung, soziale Netzwerke, Freundschaft, digitale Kommunikation, Kontaktpflege und Beziehungsqualität beschreiben.
Die Teilnehmer nutzen WhatsApp intensiv für die Kontaktpflege, bewerten es als bequemes Medium, berichten jedoch auch von negativem Druck durch Dauererreichbarkeit, Antwortzwang und eine mögliche Verflachung der Kommunikation.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die ständige digitale Kommunikation zu einer reduzierten Frequenz persönlicher Treffen führen kann und dass die Qualität der persönlichen Begegnungen leidet, wenn durch digitale Kanäle bereits alle Details ausgetauscht wurden.
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