Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Theoretische Überlegungen
2a) Die aristotelischen Einheiten
2b) Zwischen Theater und Film
3. David Bordwells Narationstheorie
3a) Der Zuschauer bei Bordwell
3b) Fabula und Syuzhet
4. Reservoir Dogs
4a) Hintergründe
4b) Fabula
4c) Syuzhet
4d) Aristotelische Einheiten
5. The Hateful Eight
5a) Hintergründe
5b) Fabula
5c) Syuzhet
5c) Aristotelische Einheiten
6. Reservoir Dogs und The Hateful Eight: Ein Vergleich
7. Fazit und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
8.1 Online-Literatur
8.2 Filmografie
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Beziehung zwischen dem dramatischen Konzept der drei aristotelischen Einheiten und dem filmischen Erzählen. Ziel ist es, zu analysieren, wie Quentin Tarantinos Filme Reservoir Dogs und The Hateful Eight durch ihre Erzählstrukturen (Fabula und Syuzhet) einerseits Nähe zum Theater suggerieren und andererseits diese durch spezifisch filmische Mittel dekonstruieren oder erweitern.
4d) Aristotelische Einheiten
Da das Syuzhet keiner geradlinigen Erzählstruktur folgt, sich aber auf die Geschehnisse in der Lagerhalle fokussiert, sind diese als Haupthandlungsstrang des Films und gleichzeitig als dritter Teil eines heist movies definiert (vgl. Fischer/ Körte/ Seeßlen 2000, 73), während die Rückblenden Szenen aus den ersten beiden Teilen eines solchen Films darstellen (vgl. 2000, 78). Die Folgen des Raubes nehmen in anderen Filmen des Genres ca. 10 Minuten ein und sind nicht die Haupthandlung (vgl. Nagel 1997, 28). In Reservoir Dogs spielen hingegen 46 Minuten, also mehr als die Hälfte des Films, in der Lagerhalle (vgl. 1997, 32, 49). Genau in diesem Haupthandlungsstrang manifestieren sich die drei aristotelischen Einheiten (vgl. 1997, 36; vgl. Fischer/ Körte/ Seeßlen 2000, 73-74). Die Handlung in der Lagerhalle spielt an einem Ort, an einem Tag und ist in sich abgeschlossen, mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende. Darüber hinaus läuft sie in diesem Teil in Echtzeit ab, wodurch die Syuzhet-, Fabula- und Spielzeit gleich sind und das Realitätsempfinden höher ist (vgl. 2000, 73-74; vgl. Nagel 1997, 32, 36-37).
Der Film würde jedoch auch ohne die Rückblenden, die Parallelmontage und dem Prolog im Diner funktionieren, da die aristotelischen Einheiten in der Lagerhalle gegeben sind: Die Handlung ist auf den vereinbarten Treffpunkt beschränkt und benötigt so keinen weiteren Ort. Sie kann innerhalb eines Tages beendet werden und mit der Ankunft Mr. Oranges und Mr. Whites, über den Tod Mr. Blondes bis hin zum Eintreffen der Polizei, verfügt sie über das bekannte Schema von Anfang, Mittel und Ende. Die Fabula bleibt auch ohne die Einschübe verständlich, da Informationen verbal vermittelt werden (vgl. 1997, 70) und durch diese Botenberichte, wie sie vor allem im Theater erscheinen (vgl. Kaul / Palmier 2016a, 45), ganze Szenen redundant bzw. ergänzend wirken.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, indem sie die filmische Nähe von Tarantinos Werken zum klassischen Theater kritisch beleuchtet und die Forschungsfrage zur Beziehung zwischen filmischem Erzählen und aristotelischen Einheiten formuliert.
2. Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der aristotelischen Einheiten von Ort, Zeit und Handlung und diskutiert, inwiefern diese Konzepte auf das Medium Film übertragen werden können.
3. David Bordwells Narationstheorie: Die Narrationstheorie nach Bordwell wird eingeführt, um Konzepte wie Zuschaueraktivität, Fabula, Syuzhet sowie Zeit- und Raumwahrnehmung im Film wissenschaftlich greifbar zu machen.
4. Reservoir Dogs: Eine detaillierte Analyse der Hintergründe, der Fabula, des komplexen Syuzhets sowie der Anwendung der aristotelischen Einheiten im Film Reservoir Dogs.
5. The Hateful Eight: Untersuchung von Hintergründen, Fabula, Syuzhet und den aristotelischen Einheiten im Spätwerk The Hateful Eight, wobei insbesondere die Kammerspielartigkeit hervorgehoben wird.
6. Reservoir Dogs und The Hateful Eight: Ein Vergleich: Der Vergleich beider Filme arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus, insbesondere wie das Genre des Heist Movies dekonstruiert oder das dramatische Prinzip in unterschiedlichen Kontexten angewandt wird.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die aristotelischen Einheiten in beiden Filmen als Basis dienen, die durch spezifisch filmische Erzählstrukturen variiert und episodisch erweitert werden.
8. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen Fachliteratur und Quellen.
Aristotelische Einheiten, Tarantino, Reservoir Dogs, The Hateful Eight, Bordwell, Syuzhet, Fabula, Heist Movie, Filmanalyse, Narrationstheorie, Zeitstruktur, Rauminszenierung, Episodischer Charakter, Kammerspiel, Filmästhetik.
Die Arbeit untersucht die filmische Umsetzung und Dekonstruktion der klassischen aristotelischen Einheiten (Zeit, Ort, Handlung) anhand der Filme von Quentin Tarantino.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erzähltheorie, der Filmanalyse, der Struktur von Heist Movies und der formalen Ästhetik von Tarantinos Regiearbeit.
Das Ziel ist es zu ergründen, wie die erzählerischen Mittel des Films, wie Rückblenden und Parallelmontagen, mit dem traditionellen dramatischen Anspruch an Einheit korrespondieren.
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (Aristoteles, Bordwell) auf spezifische Filmanalysen der Werke Reservoir Dogs und The Hateful Eight anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, separate Analysen beider Filme hinsichtlich ihrer narrativen Struktur sowie einen direkten Vergleich.
Zentrale Begriffe sind die aristotelischen Einheiten, Fabula, Syuzhet und die spezifische filmische Narration bei Tarantino.
Während in Reservoir Dogs die Einheiten eher ein Resultat einer dekonstruierten Heist-Struktur sind, ist The Hateful Eight bereits durch seine Prämisse stärker in einem dramatischen Kammerspiel-Rahmen verankert.
Die Lagerhalle fungiert als zentraler Ort, der die Aristotelische Einheit des Ortes erst ermöglicht und durch Echtzeit-Passagen eine hohe Plausibilität erzeugt.
Die Rückblenden werden als Mittel identifiziert, das den theatralischen Charakter der Handlung durch filmische Komplexität ergänzt, ohne die aristotelische Basis der Haupthandlung grundsätzlich zu zerstören.
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