Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung: Die Debatte zwischen Real- und Idealpolitik
2. Die Definition von Realpolitik
2.1. Bekannte Vertreter des klassischen Realismus
2.2. Das Machtverständnis im Neorealismus
3. Die Definition von Idealpolitik
3.1. Neoliberalismus
3.2. Bekannte Vertreter des klassischen Idealismus
4. Der Friedensbegriff im Realismus und Idealismus
5. Komplexe Interdependenz im Internationalen System
6. Die Mittelposition des Institutionalismus
7. Die Mittelposition des Strukturalismus
8. Deutschland zwischen Realismus und Idealismus
8.1. Internationale Ebene
8.2. Berührungspunkte zwischen Idealismus und Realismus in der Politik
9. Das Fazit
Die Arbeit untersucht die theoretische Ambivalenz zwischen Realismus und Idealismus in den Internationalen Beziehungen, um zu prüfen, ob sich eine pragmatische, symbiotische Position zwischen diesen beiden vermeintlich konträren Denkschulen entwickeln lässt.
2. Die Definition von Realpolitik
Der Begriff der Realpolitik hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Zum damaligen Zeitpunkt ging es den europäischen Staaten in erster Linie um machtpolitische Interessen. Ihrem Ursprung nach gründet sich die Realpolitik auf einer pessimistischen Anthropologie (Zusammenleben aller Menschen als Krieg aller gegen alle). Der theoretische Spielraum der realistischen Denkrichtung reicht vom klassischen Realismus Hans J. Morgenthaus bis zum von Kenneth N. Waltz vertretenen strukturellen Realismus. Die Ansätze sind bisweilen recht unterschiedlich, doch der kleinste gemeinsame Nenner aller Realisten ist gleichwohl die pessimistische Grundstimmung (vgl. Puglierin 2011: 19-20). Dieser Pessimismus steht in der Tradition von Thomas Hobbes. Für ihn galt der Grundsatz: "Jedermann hat sich um Frieden zu bemühen, solange dazu Hoffnung besteht. Kann er ihn nicht herstellen, so darf er sich alle Hilfsmittel und Vorteile des Krieges verschaffen und sie benutzen." (Hobbes 1968: 190). Mit Beginn des Ost-West-Konfliktes wurde die realistisch orientierte Anschauung immer populärer. Sie stieg schließlich zum vorherrschenden Paradigma der Weltpolitik auf. Ihre erfolgreiche Phase dauert bis in die heutige Zeit an (vgl. Menzel/Varga 1999: 38-41). Die Realpolitik knüpft in ihrem Handeln erstrangig an den vorgegebenen Tatsachen an. Spezielle Werte und abstrakte Moralvorstellungen sind für Realisten nebensächlich. Realpolitiker beschäftigt vielmehr die Frage, was zur Durchsetzung von Macht möglich ist und was nicht.
1. Einleitung: Die Debatte zwischen Real- und Idealpolitik: Führt in die klassische Grundsatzdebatte zwischen Realismus und Idealismus ein und definiert die Forschungsfrage nach einer möglichen Symbiose.
2. Die Definition von Realpolitik: Erläutert die anthropologischen und machttheoretischen Grundlagen des Realismus und stellt dessen wichtigste klassische und neorealistische Vertreter vor.
3. Die Definition von Idealpolitik: Analysiert das optimistische Menschenbild und die normativen Prinzipien des Idealismus (Liberalismus) sowie dessen Weiterentwicklungen wie den Neoliberalismus.
4. Der Friedensbegriff im Realismus und Idealismus: Gegenüberstellung des "negativen" Friedensbegriffs der Realisten und des "positiven" Friedensbegriffs der Idealisten.
5. Komplexe Interdependenz im Internationalen System: Untersucht, wie globale Verflechtungen und ökonomische Faktoren die traditionelle Trennung der Theorien in Frage stellen.
6. Die Mittelposition des Institutionalismus: Erörtert, wie institutionelle Ansätze versuchen, Machtstreben und normative Kooperation zu vereinen.
7. Die Mittelposition des Strukturalismus: Beleuchtet die sozialkritische Perspektive, die Machtverhältnisse primär ökonomisch durch Klassengegensätze begründet sieht.
8. Deutschland zwischen Realismus und Idealismus: Analysiert die außenpolitische Praxis Deutschlands im Spannungsfeld der beiden Theorien.
9. Das Fazit: Führt die Argumente zusammen und belegt die Notwendigkeit einer Symbiose beider Paradigmen für eine verantwortungsbewusste Außenpolitik.
Realismus, Idealismus, Außenpolitik, Internationale Beziehungen, Machtpolitik, Weltfrieden, Interdependenz, Neorealismus, Neoliberalismus, Institutionalismus, Strukturalismus, Sicherheitspolitik, Globalisierung, Politische Theorie, Staatenkonkurrenz.
Die Arbeit untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen der realpolitischen und der idealistischen Denkschule im Kontext der internationalen Politik.
Die zentralen Themen sind Machtbegriffe, Friedenskonzeptionen, staatliche Souveränität, die Bedeutung internationaler Organisationen und die Auswirkungen globaler Interdependenz.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Realismus und Idealismus keine unvereinbaren Gegensätze sind, sondern sich zu einer pragmatischen, symbiotischen Politik verbinden lassen.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturstudie der klassischen und modernen Lehrmeinungen der Internationalen Beziehungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die separate Definition der Paradigmen, die Untersuchung von Mittelpositionen wie Institutionalismus und Strukturalismus sowie eine Analyse der deutschen Außenpolitik.
Die wichtigsten Begriffe sind Realismus, Idealismus, Internationale Beziehungen, Macht, Frieden, Interdependenz und globale Regierungsführung.
Aufgrund der anthropologischen Grundannahme des Realismus, dass das internationale System als anarchisch gilt und Staaten in einem permanenten Überlebenskampf stehen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass für komplexe globale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts weder rein idealistische noch rein realistische Ansätze ausreichen, weshalb eine Symbiose unabdingbar ist.
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