Diplomarbeit, 2017
104 Seiten, Note: 1,3
1. Abkürzungs- und Zitationsverzeichnis
2. Einleitung
3. Gegenstandsanalyse und Darstellung des Vorgehens
3.1. Darstellung der Untersuchungsgegenstände
3.1.1. Die „Botschaft Gottes“ (1940)
3.1.1.1. Walter Grundmann und Erich Fromm zur „Botschaft Gottes“
3.1.1.2. Die Gattung der „Botschaft Gottes“
3.1.1.3. Hans Freiherr von Soden zur „Botschaft Gottes“
3.1.2. Der Lukas-Kommentar (21961)
3.2. Aufbau und methodisches Vorgehen
4. Quantitative Analyse zum lukanischen Textbestand
4.1. Erhebung zum lukanischen Textbestandes
4.2. Auswahl und Einschränkungen hinsichtlich der weiteren Analyse
4.3. Anordnung und Kompilation des lukanischen Sonderguts in der „Botschaft Gottes“
5. Qualitative Analyse zum lukanischen Sondergut
5.1. Betrachtung der verwendeten Perikopen des lukanischen Sonderguts
5.1.1. Lk 2,41-52: Der zwölfjährige Jesus im Tempel
5.1.2. Lk 4,16-30: Jesu Predigt in Nazareth
5.1.3. Lk 10,29-37: Der barmherzige Samariter
5.1.4. Lk 13,10-17: Die Heilung der verkrümmten Frau am Sabbat
5.1.5. Lk 15,11-32: Vom verlorenen Sohn
5.2. Betrachtung der ausgelassenen Perikopen des lukanischen Sonderguts
5.2.1. Lk 3,10-14: Die Standespredigt des Johannes
5.2.2. Lk 7,11-17: Der Jüngling zu Nain
5.2.3. Lk 14,7-14: Von Rangordnung und Auswahl der Gäste
5.2.4. Lk 16,19-31: Vom reichen Mann und armen Lazarus
5.2.5. Lk 23,6-16: Jesus vor Herodes und Jesu Verurteilung
6. Ergebnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des Lukasevangeliums durch den Theologen Walter Grundmann, um eine mögliche Kontinuität antijudaistischer und antisemitischer Haltungen zwischen seinen Werken vor 1945 und seinem späteren Lukas-Kommentar zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich die ideologische Ausrichtung von Grundmanns Schrift „Die Botschaft Gottes“ (1940) auch in seiner wissenschaftlichen Kommentierung von 1961 widerspiegelt.
3.1.1.1. Walter Grundmann und Erich Fromm zur „Botschaft Gottes“
In seinem Aufsatz „Unsere Arbeit am Neuen Testament“ erklärt Grundmann, dass es das „Christentum in seiner organisatorisch-kirchlichen Gestalt gewesen [sei], das die Grundlage für das Werden des deutschen Volkes und der Vielfalt der germanischen Stämme bildete.“ Diese Verbindung zum Christentum sei im Zuge voranschreitender Entkirchlichung verlorengegangen. Es müsse nun Aufgabe sein, das spezifisch Christliche in der irdischen Existenz, resp. der Ordnung des deutschen Lebens herauszuarbeiten. Und eben dies müsse schon beim biblischen Zeugnis ansetzen, deren Verdeutschung lutherischer Prägung nicht mehr gelesen und kaum noch verstanden werde.
Die methodisch-wissenschaftlichen Kriterien, von denen sich die Abfassung der BG habe leiten lassen, setzen bei der historisch-kritischen Arbeit am Alten und Neuen Testament an. Infolgedessen habe die Wissenschaft zum einen erkannt, dass der Text des Neuen Testaments von verschiedenen Autoren bearbeitet worden sei, wodurch sich die Textbrüche, die unterschiedlichen Deutungen und Verbindungen erklären ließen. Und zum anderen habe man erkannt, dass es das „Jüdische im Alten Testament und auch in bestimmten Partien des Neuen Testaments [ist], das für unzählige deutsche Menschen den Zugang zur Bibel [und zur Gottesdienstpraxis] versperrt.“ Unter Berufung auf Friedrich Büchsel identifiziert Grundmann das Jüdische als legendarische Zusätze. Diese gilt es aus dem Text zu tilgen, um das Evangelium in „seiner alten Form herauszuarbeiten und zugleich in eine Sprache zu gießen, die heute gesprochen wird.“ Dadurch solle jedoch nicht die Lutherübersetzung verdrängt, sondern das Werk Luthers fortgesetzt werden.
1. Abkürzungs- und Zitationsverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachabkürzungen und Zitationsrichtlinien.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz der Untersuchung von Walter Grundmanns theologischer Arbeit im Kontext des Nationalsozialismus.
3. Gegenstandsanalyse und Darstellung des Vorgehens: Detaillierte Analyse der Vergleichsobjekte „Die Botschaft Gottes“ und des Lukas-Kommentars sowie der zugrunde liegenden Methodik.
4. Quantitative Analyse zum lukanischen Textbestand: Statistisches Erhebungsverfahren zur Nutzung des lukanischen Textes in Grundmanns Werken.
5. Qualitative Analyse zum lukanischen Sondergut: Tiefgehende Untersuchung spezifischer Perikopen des Lukas-Sonderguts hinsichtlich ihrer textlichen Behandlung und ideologischen Interpretation.
6. Ergebnis: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage nach der Kontinuität Grundmanns antijudaistischer Haltung.
Walter Grundmann, Botschaft Gottes, Lukasevangelium, Antijudaismus, Nationalsozialismus, lukanisches Sondergut, Exegese, Evangelienharmonie, Germanisierung, Ideologie, Bibelübersetzung, Theologie, Drittes Reich, Geschichtlichkeit, Judentum.
Die Arbeit analysiert die theologischen Schriften von Walter Grundmann unter besonderer Berücksichtigung seiner nationalsozialistisch geprägten „Botschaft Gottes“ im Vergleich zu seinem wissenschaftlichen Lukas-Kommentar von 1961.
Im Mittelpunkt stehen die antijudaistische Auslegung des Neuen Testaments, die Frage der Kontinuität theologischer Ansichten nach 1945 und die methodische Aufarbeitung biblischer Texte in der NS-Zeit.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob und inwieweit antijudaistische und antisemitische Haltungen aus Grundmanns früheren Werken auch nach 1945 in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit fortbestanden.
Die Arbeit kombiniert eine quantitative Datenanalyse des Textbestandes mit einer qualitativen, exegetischen Vergleichsanalyse ausgewählter Perikopen des lukanischen Sonderguts.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Auswahl, Anordnung und Übersetzung der untersuchten Perikopen des Lukas-Sonderguts in der „Botschaft Gottes“ und gleicht diese mit der wissenschaftlichen Exegese im Lukas-Kommentar ab.
Die wichtigsten Schlagworte sind Walter Grundmann, Botschaft Gottes, Antijudaismus, Lukasevangelium und lukanisches Sondergut.
Es bildete den institutionellen Rahmen für die Erstellung der „Botschaft Gottes“, deren Ziel die bewusste Tilgung jüdischer Einflüsse aus dem Neuen Testament war.
Die BG nimmt sich die Freiheit, Begriffe wie „Synagoge“ oder „Sabbat“ im Sinne einer nationalsozialistischen Ideologie umzudeuten (z.B. als „Feiertag“ oder „Gemeindeversammlung“), um jüdische Konnotationen zu minimieren.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Lukas-Kommentar zwar eine liberalere exegetische Basis zeigt, aber dennoch Spuren der „Botschaft Gottes“ in der theologischen Argumentation Grundmanns erkennbar bleiben.
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