Magisterarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,4
1. EINLEITUNG
2. DÜRRENMATTS POETIK DER KOMÖDIE
2.1. Schriftstellerische Entwicklung
2.2. Dramentheoretische Überlegungen
2.2.1. Die geschichtsphilosophische Begründung der Komödie
2.3. Der ‚neue’ Komödienbegriff
2.3.1. Tragödie als Theater der Identifikation
2.3.2. Theater der Distanz
2.3.3. „Gefahr, ins Leere zu stoßen“
2.4. Theaterwelt als Gegenwelt
2.4.1. Die Dramaturgie des Einfalls und das Groteske
2.4.2. Der Zufall als Einfall
Exkurs: Das Modell Scott
2.5. Ist das Groteske nihilistisch?
3. DÜRRENMATTS EINFALL: DER METEOR
3.1. Struktur
3.2. Inhalt
3.3. Die Idee des Stücks
3.4. Absage an das Leben
3.4.1. Die bittere Erkenntnis
3.4.2. Abrechnung mit der Literatur
3.5. Schwitter als Richter über die Welt
3.5.1. ‚Totentanz’ der Nebenpersonen
3.5.1.1. Nyffenschwander und Auguste
3.5.1.2. Pfarrer Lutz
3.5.1.3. Muheim
3.5.1.4. Olga
3.5.1.5. Jochen
3.5.1.6. Schlatter
3.5.1.7. Koppe
3.5.1.8. Georgen
3.5.1.9. Frau Nomsen
3.6. Die schlimmstmögliche Wendung
3.7. Warum Schwitters Tod Illusion bleiben muss
4. REZEPTION
4.1. Der „metaphysische Brocken“
4.2. Eine Schaffensbilanz?
5. ZUSAMMENFASSUNG
Ziel dieser Arbeit ist es zu durchleuchten, warum Dürrenmatt die Komödie als die einzig angemessene Dramenform für die moderne Welt ansieht und wie er diese Poetik in seinem Stück "Der Meteor" durch den theatralischen Einfall und das Groteske umsetzt.
3.5.1.3. Muheim
Der „große Muheim“ (33) ist eine jener Figuren, die ohne jede psychologische Motivation auftauchen, sie erscheinen zufällig, oder, wie Durzak es nennt, sie fallen „gewissermaßen vom Bühnenhimmel herunter“99. Die einzige Rechtfertigung für seinen Besuch ist die Tatsache, dass er „Inhaber dieser schauerlichen Mietskaserne, der Besitzer dieses miesen Ateliers“ (33) ist.
Muheim ist ein achtzigjähriger vitaler Grundstücksmakler, Bauunternehmer und Häuserbesitzer, und tritt als zweiter Besucher Schwitters auf. Er ist reich, mächtig und korrupt. Er verkörpert den rücksichtslosen, von Unternehmergeist und Profitgier getriebenen Kapitalismus, der in der Gesellschaft den absoluten Machtanspruch für sich erhebt. Mit seiner Aussage „die Parteien habe ich im Sack“ (37) deutet er ungeniert den maßgeblichen Einfluss von Wirtschaft und Geld auf die Politik an. Muheim berichtet über seine Karriere, er „fing unten an“ (37), arbeitete sich erfolgreich hoch, wobei er „nie zimperlich“ vorging, schließlich sei es nie seine Absicht gewesen, „als sozialer Apostel herumzugondeln“ (37). Als gigantischer Bauunternehmer herrscht er mittlerweile über die ganze Stadt, in der er viele Feinde hat, die ihn fürchten, wie er sich rühmt.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich Dürrenmatts Komödienverständnis.
2. DÜRRENMATTS POETIK DER KOMÖDIE: Theoretische Herleitung, warum die Komödie als adäquates Ausdrucksmittel für eine komplexe und chaotische moderne Welt dient.
3. DÜRRENMATTS EINFALL: DER METEOR: Detaillierte Analyse des Stücks "Der Meteor", inklusive der Struktur, inhaltlicher Motive und der Bedeutung der Nebenfiguren.
4. REZEPTION: Überblick über die Aufnahme des Stücks durch Kritik und Öffentlichkeit sowie Diskussion der Interpretationsansätze.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur dramaturgischen und inhaltlichen Intention Dürrenmatts.
Friedrich Dürrenmatt, Der Meteor, Komödie, Groteske, Einfall, Zufall, Schwitter, Weltbild, Nihilismus, Dramaturgie, Literaturkritik, Moderne, Welttheater, Gesellschaftskritik, Sterben
Die Arbeit untersucht Friedrich Dürrenmatts Poetik der Komödie und analysiert, wie diese spezifische Dramaturgie in seinem Stück "Der Meteor" angewendet wird, um die Verfasstheit der modernen Welt darzustellen.
Zentral sind die Dramaturgie des Einfalls, die Rolle des Grotesken und Zufalls, der Umgang mit dem Sterben sowie eine Kritik an gesellschaftlichen Institutionen und der Literatur selbst.
Es soll beleuchtet werden, warum für Dürrenmatt nur die Komödie im Stande ist, der Welt auf dem Theater entgegenzutreten, und wie "Der Meteor" dieses Konzept als Zeitstück interpretiert.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse, die theoretische Grundlagen des Autors mit einer detaillierten Analyse des Stücktextes sowie kritischer Sekundärliteratur verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Poetik der Komödie) und eine tiefgehende Analyse des Stücks "Der Meteor", inklusive der Untersuchung der verschiedenen Nebenfiguren, die Schwitter als Richter über die Welt gegenüberstehen.
Neben Dürrenmatt und seinem Werk "Der Meteor" sind Begriffe wie "Groteske", "Einfall", "Zufall", "Nihilismus" und "Gesellschaftskritik" prägend für den Inhalt.
Die Arbeit diskutiert, ob "Der Meteor" als eine Art Eingeständnis des Autors einer Schaffenskrise oder als Abrechnung mit dem eigenen literarischen Ruhm und den Erwartungen des Kulturbetriebs zu verstehen ist.
Das Licht und die Kerzen dienen im Stück als Leitmotiv, mit dem Schwitter die Atmosphäre im Atelier manipuliert und an seine Vorstellung von einem "sterbegerechten" Raum anpasst.
Das Sterben wird zur zentralen Paradoxie: Schwitter sehnt sich nach dem Tod als Erlösung von einer absurden Welt, doch das Wunder der Auferstehung verwehrt ihm diesen Ausweg, was ihn zum "ewigen Nicht-Sterben-Können" verdammt.
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