Fachbuch, 2020
77 Seiten
1 Einleitung
2 Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit
2.1 Diskurslinien sozialraumorientierter Sozialer Arbeit
2.2 Theoretische Ausgangslage und Diskurslinie
3 Aneignungstheoretisch-subjektorientierte Sozialraumorientierung
3.1 Aneignungsbegriff und Aneignungskonzept
3.2 Sozialräumliche Aneignungsdimensionen
3.3 Sozialräumliche Haltungen und Arbeitsprinzipien
3.4 Methoden
4 Die Kindertagesstätte im sozialräumlichen Kontext
4.1 Kindertagesstätte – gesellschaftspolitische Herausforderungen
4.2 Raumverständnisse und Raumdimensionen
4.3 Diskussion um Sozialraumorientierung
5 Potentiale sozialraumorientierter Arbeit in Kindertagesstätten
5.1 Grundlegende Anknüpfungspunkte
5.2 Konzeptionelle Einbindung und Aufgabenprofil
5.3 Dimensionen und Methodik
5.4 Haltung und Arbeitsprinzipien
6 Resümee und weiterführende Perspektiven
Diese Arbeit untersucht, inwieweit eine aneignungstheoretisch-subjektorientierte Perspektive dazu beitragen kann, sozialräumliche Arbeit in Kindertagesstätten erfolgreich zu implementieren und die Lebenswelt der Kinder stärker einzubeziehen.
3.2 Sozialräumliche Aneignungsdimensionen
Im Kontext des derzeitigen Aneignungskonzepts und den historischen Vorläufern lassen sich fünf unterschiedliche Aneignungsdimensionen bilden, die die sozialräumliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in der eigentätigen Auseinandersetzung mit der Umwelt untersuchen können (vgl. Deinet 2014a: S. 2).
Die erste Dimension thematisiert die Erweiterung motorischer Fähigkeiten, die einen starken Rückbezug zu Leontjew aufweist und die Aneignung der gegenständlichen und symbolischen Kultur über die Eigentätigkeit fokussiert. Im Vordergrund steht hierbei die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Umgang und in der Nutzung mit Gegenständen, Werkzeugen, Materialien und Medien (vgl. ebd.). Diese Aneignungsprozesse können durch gezielte Angebote ermöglicht werden, indem der Raum, das Material, die Gegenstände und das Werkzeug dementsprechend bereitstellt und arrangiert werden. Im Hinblick auf die Aneignungsprozesse ist zu beachten, dass diese Angebote nicht durchgehend planbar sind und zu einem gelingenden Angebot auch die konsequente Orientierung an den Lebenswelten und das Einschätzen der bestehenden motorischen Fähigkeiten der Adressat*innen unabdingbar sind.
In diesem Zusammenhang sollten daher ansprechende und geeignete Themen gefunden werden und Schwierigkeitsgrade mitbedacht werden. Von komplexen Aktionen, wie z. B. dem Bau einer Skaterbox bis hin zu einfachen Angeboten, wie z. B. das „Verschönern“ und „Schmücken“ von Fahrrädern, können die motorischen Fähigkeiten im Kontext des Aneignungskonzepts angeregt werden. Dabei bieten sich besonders Projektformen an, die ein eigentätiges und kontinuierliches Arbeiten und Aneignen ermöglichen, um die neu erworbenen Fähigkeiten in einem Rhythmus von Ausprobieren, Wiederholen und Einüben zu festigen. Die Angebote sollten zudem einen hohen Grad an Offenheit aufweisen und keine vorab formulierten pädagogisch erwünschten Ziele „erzwingen“ sondern den Adressat*innen einen eigenen Gestaltungsraum bieten (vgl. Deinet 2009e: S. 122 f.).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steigende gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Kindertagesstätten sowie die zunehmende Bedeutung der Öffnung dieser Einrichtungen zum Sozialraum.
2 Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Raumverständnisse und Diskurslinien der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit.
3 Aneignungstheoretisch-subjektorientierte Sozialraumorientierung: Hier werden der Aneignungsbegriff sowie die verschiedenen Aneignungsdimensionen und deren Bedeutung für die sozialräumliche Arbeit detailliert vorgestellt.
4 Die Kindertagesstätte im sozialräumlichen Kontext: Dieses Kapitel verknüpft die Kindertagesstätte mit aktuellen gesellschaftspolitischen Anforderungen und den damit verbundenen Raumvorstellungen.
5 Potentiale sozialraumorientierter Arbeit in Kindertagesstätten: Das Kapitel analysiert konkrete Anknüpfungspunkte, Methoden und Aufgabenprofile für eine sozialraumorientierte Gestaltung des Kita-Alltags.
6 Resümee und weiterführende Perspektiven: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Weiterentwicklung der vorgestellten Ansätze.
Sozialraumorientierung, Kindertagesstätte, Aneignungstheorie, Subjektorientierung, Lebensweltorientierung, Sozialpädagogik, Raumverständnis, Inklusion, Partizipation, Sozialraum, Frühkindliche Bildung, Stadtteilarbeit, Pädagogischer Ort, Lebensweltanalyse, Bildungsprozesse
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und die Implementierungsmöglichkeiten von Sozialraumorientierung in Kindertagesstätten aus einer aneignungstheoretisch-subjektorientierten Perspektive.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von Aneignungstheorie und pädagogischem Handeln in Kitas, der Analyse von Sozialräumen sowie der Gestaltung von Bildungsräumen innerhalb und außerhalb der Einrichtung.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Kindertagesstätten durch ein sozialraumorientiertes Konzept die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern erweitern können.
Die Arbeit stützt sich primär auf die aneignungstheoretisch-subjektorientierte Ebene der Sozialraumorientierung, eingebettet in einen relationalen Raumbegriff.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Sozialraumorientierung, die konkrete konzeptionelle Einbindung in Kitas sowie methodische Ansätze zur Sozialraumerschließung durch Kinder.
Wichtige Begriffe sind Sozialraumorientierung, Aneignungstheorie, Lebensweltorientierung, Subjektorientierung und pädagogische Raumgestaltung.
Sie dient als exemplarisches pädagogisches Konzept, das wichtige Anknüpfungspunkte zur räumlichen Gestaltung und zur Einbindung des Sozialraums in den Kita-Alltag bietet.
Sie hilft pädagogischen Fachkräften, Autonomie und Sicherheit abzuwägen, um Kindern Freiräume für Explorationen zu lassen, ohne sie unkalkulierbaren Gefahren auszusetzen.
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