Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation/Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Fragestellungen
1.2.1 Zielsetzung
1.2.2 Fragestellungen
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen
2.1 System
2.1.1 Humberto Maturana
2.1.2 Soziales System von Niklas Luhmann
2.1.3 Organisationssystem (Organisation aus systemischer Perspektive)
2.2 Systemisches/Evolutionäres Management
2.3 Selbstorganisation/Selbstmanagement
3 Systemisches Management und Selbstorganisation als Lösung?
3.1 Gründe für den Veränderungsbedarf der Organisationsmodelle
3.2 Neue Rahmenbedingungen für zeitgemäße Organisationen
3.3 Strategien zur Begegnung dieser Rahmenbedingungen und der damit einhergehenden Komplexität
3.4 Skizzierung der zeitgemäßen Organisation für dynamische und vernetzte Märkte
3.5 Erfolgreicher Wandel zu zeitgemäßen Organisationen
4 Heterarchie
4.1 Die zu Grunde liegende Idee der Heterarchie
4.2 Funktionsweise der Heterarchie
4.2.1 Niemand hat einen Vorgesetzten.
4.2.2 Mitarbeitende verhandeln Verantwortungsbereiche mit ihren Kollegen und es gibt keine Titel und keine Beförderungen.
4.2.3 Jeder kann das Geld des Unternehmens ausgeben und ist verantwortlich dafür die von ihm benötigten Werkzeuge zu erwerben.
4.2.4 Entgeltentscheidungen werden in der Gemeinschaft getroffen.
4.3 Exempel Morning Star
5 Holokratie
5.1 Die zu Grunde liegende Idee der Holokratie
5.2 Funktionsweise der Holokratie
5.2.1 Rollen statt Jobbeschreibungen
5.2.2 Verteilte Autorität
5.2.3 Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Organisationsstruktur
5.2.4 Transparente Regeln
5.3 Exempel Zappos
6 Fraktale Organisation
6.1 Die zu Grunde liegende Idee der Fraktalen Organisation
6.2 Funktionsweise der Fraktalen Organisation
6.2.1 Voraussetzungen
6.2.2 Aufbau
6.3 Exempel Schwan-Stabilo
7 Kritische Gegenüberstellung der drei Organisationsformen
7.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
7.2 Entscheidungshilfe für die Auswahl der richtigen Organisation
8 Skizzierung von Implementierungsansätzen
8.1.1 Besonderheiten der Heterarchie
8.1.2 Besonderheiten der Holokratie
9 Fazit
9.1 Helfen die neuen Organisationsformen Unternehmen im sich permanent als auch rasant wandelnden und vernetzten Markt bestehen zu können?
9.2 Schafft die systemische Selbstorganisation die notwendigen dynamischen Strukturen für den dynamischen und komplexen Markt?
9.3 Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Diese Bachelorarbeit untersucht, welche modernen Organisationsformen Unternehmen in einem dynamischen, global vernetzten und komplexen Marktumfeld bestmöglich unterstützen. Ziel ist es, durch die Analyse systemtheoretischer Ansätze und spezifischer Selbstorganisationskonzepte Handlungsempfehlungen für die Organisationsentwicklung abzuleiten, um Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft in Zeiten des permanenten Wandels zu sichern.
4.1 Die zu Grunde liegende Idee der Heterarchie
Vermutlich stammt die Idee zur heterarchischen Organisationsstrukturierung zumindest implizit daher, dass Unternehmen als Analogie zu biologischen Organismen wahrgenommen werden können. Es ist keine Führung notwendig, alles reguliert sich selbst. Wie z.B. im Gehirn jede Zelle gleich viel bestimmt und alle miteinander kommunizieren können, kann dies auch in Organisationssystemen mit ihren Elementen passieren. Besonders interessant für diese Arbeit ist die offensichtliche Verwandtschaft zu systemtheoretischen Ansätzen. (vgl. Kaden 2002)
Bereits 1986 hat Hedlund den modernen, internationalen Großkonzern als Heterarchie gezeichnet und diese Organisationsform beschrieben. Vier Jahre später arbeitete er mit seinem Kollegen Rolander konkrete Anwendungsformen aus und stellte dabei diese These auf: Organisationsstrukturen und Kontrollsysteme in internationalen Großkonzernen streben Richtung Heterarchie. (vgl. Kaden 2002/Hedlund/Rolander 1990, o.S.) Zwar haben sich in den letzten zwanzig Jahren die hierarchisch geordneten Unternehmen in Richtung flacherer Hierarchien angepasst und etwas dezentraler gestaltet, jedoch ist noch heute nicht davon zu sprechen, dass internationale Großkonzerne und auch kleinere Unternehmen die Wandlung zu Heterarchien vollzogen hätten. (vgl. Moore/Hill 2011)
Die Annahmen hinter diesen damals schon angestrebten Heterarchien sind, dass die Funktion der Führungskräfte ineffizient ist, Selbstorganisation sich wesentlich besser eignet um auf Veränderungen zu reagieren, und Hierarchien dem Aufblühen von MitarbeiterInnen allgemein im Wege stehen. Die Führungskräfte sind insofern ineffizient, als sie hohe Bürokratie und lange Entscheidungswege fördern und zusätzlich immens hohe Kosten verursachen. Obwohl sie eigentlich das Unternehmen steuern sollen, werden oft die falschen Entscheidungen getroffen, da in Hierarchien die größten Entscheidungsträger meist am weitesten weg vom Business angesiedelt sind und somit die vorgegebenen Wege sich oft als nicht umsetzbar erweisen. (vgl. Hamel 2011)
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Schwierigkeiten traditioneller, starrer Hierarchien in dynamischen Märkten und leitet daraus die Notwendigkeit für neue, selbstorganisierende Organisationsmodelle ab.
2 Begriffsdefinitionen: Es werden fundamentale systemtheoretische Konzepte nach Maturana und Luhmann geklärt, um das Verständnis für Organisationen als komplexe, soziale Systeme zu schärfen.
3 Systemisches Management und Selbstorganisation als Lösung?: Dieses Kapitel beleuchtet, wie systemisches Management durch indirektes Einwirken auf Strukturen und Kommunikation den Wandel zu anpassungsfähigen Organisationsformen ermöglicht.
4 Heterarchie: Das Modell der Heterarchie wird als radikaler Gegenentwurf zur Hierarchie vorgestellt, in dem das Fehlen von Vorgesetzten durch Kooperation und gemeinsame Mission ersetzt wird.
5 Holokratie: Hier liegt der Fokus auf der Verteilung von Autorität über Rollen statt fester Jobbeschreibungen, um durch transparente Regeln und regelmäßige Feedback-Meetings Evolution zuzulassen.
6 Fraktale Organisation: Es wird das Konzept der fraktalen Fabrik analysiert, bei dem kleine, eigenständige Sub-Einheiten („Fraktale“) im Sinne des Gesamtunternehmens hochflexibel agieren.
7 Kritische Gegenüberstellung der drei Organisationsformen: Ein Vergleich der Konzepte zeigt sowohl Gemeinsamkeiten im systemischen Ansatz als auch spezifische Unterschiede hinsichtlich Bürokratie, Entscheidungswegen und Implementierungsaufwand auf.
8 Skizzierung von Implementierungsansätzen: Dieses Kapitel liefert praktische Orientierungshilfen für den Wandel bestehender Unternehmen hin zu mehr Selbstorganisation und Empowerment.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bestätigung, dass die untersuchten Organisationsformen entscheidend dazu beitragen, in volatilen Märkten bestehen zu können, und empfiehlt den konsequenten Weg zum Selbstmanagement.
Selbstorganisation, Systemtheorie, Holokratie, Heterarchie, Fraktale Organisation, Systemisches Management, Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Agilität, Empowerment, Komplexität, Marktdynamik, Veränderungsmanagement, Evolution, Unternehmensstruktur.
Die Arbeit untersucht zeitgemäße, selbstorganisierende Organisationsformen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, in einem permanenten Wandel und in komplexen, vernetzten Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Systemtheorie, den Modellen der Heterarchie, Holokratie und Fraktalen Organisation sowie den Herausforderungen der Implementierung neuer Organisationsstrukturen.
Das Ziel ist die Identifikation und Gegenüberstellung von Organisationsformen, die besser auf unvorhersehbare Marktentwicklungen reagieren können als klassische, hierarchische Strukturen, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Die Autorin nutzt eine hierarchische Literaturrecherche, in deren Rahmen Fachliteratur, wissenschaftliche Artikel, Essays und Praxisbeispiele (wie Morning Star, Zappos und Schwan-Stabilo) analysiert und systematisch verarbeitet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Systembegriff, Management), eine detaillierte Ausarbeitung der drei Organisationsmodelle sowie deren kritische Gegenüberstellung und die Skizzierung von Implementierungspfaden.
Die zentralen Begriffe sind Selbstorganisation, Systemtheorie, Heterarchie, Holokratie, Fraktale Organisation, Agilität und systemisches Management.
Während in der Heterarchie eine fast vollständige Abwesenheit von Vorgesetzten bei hoher Flexibilität vorherrscht, nutzt die Holokratie eine "flexible Hierarchie" mit explizit definierten Rollen und transparenten, formalisierten Regeln zur Steuerung.
Das Besondere ist die Bildung von kleinen, autonomen "Unternehmen im Unternehmen", die wie ein Schwarm agieren, dabei aber auf eine gemeinsame strategische Ausrichtung und zentrale Overhead-Funktionen zur Koordination nicht verzichten.
Das Unternehmen dient als Praxisbeispiel für die erfolgreiche Implementierung der Fraktalen Organisation, bei der messbare Effizienzvorteile durch die Restrukturierung in eigenständige, agile Einheiten erreicht wurden.
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