Bachelorarbeit, 2015
41 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Was ist ein mirabile?
3 Konkrete Geschichten
3.1 Naturschauspiele
3.1.1 Das intermittierende Gewässer (Plin. epist. 4,30)
3.1.2 Schwimmende Inseln (Plin. epist. 8,20; Sen. nat. 3,15,8)
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Wundersame Beziehungen zwischen Menschen und Tieren
3.2.1 Die Freundschaft eines Delphins (Plin. epist. 9,33)
3.2.2 Freundschaft in einer aussichtslosen Situation (Gell. 5,14)
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Geschichten über merkwürdige Menschen
3.3.1 Der Aufbau von Gell. 9,4
3.3.2 Die Κυνοκὲφαλοι und der weibliche Mann (Gell. 9,4,9.14-15)
3.3.3 Zusammenfassung
4 Gemeinsame Merkmale der Erzählungen
5 Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit, wobei der Schwerpunkt auf den Werken von Plinius dem Jüngeren und Aulus Gellius liegt. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Gattung zu entwickeln, ihre charakteristischen Merkmale sowie ihre Funktion im historischen und gesellschaftlichen Kontext der Zeit herauszuarbeiten.
3.1.1 Das intermittierende Gewässer (Plin. epist. 4,30)
Plinius beginnt seinen Brief damit, dass er die herausragende Bildung seines Freundes Sura, dem der Brief gewidmet ist, hervorhebt (altissima [...] eruditione, Plin. epist. 4,30,1). Er stelle ihm als Geschenk ein Rätsel (quaestionem, Plin. epist. 4,30,1) vor, das seinem Talent gerecht werde. In seiner Heimat gäbe es eine Quelle, deren Wasserlauf nicht kontinuierlich ist. Aus einem Berg, in welchem sich eine Höhle befindet, in der sich Wasser sammelt, tritt in regelmäßigen Abständen Wasser aus und ergießt sich in den lacus Larius.
Dreimal am Tag steigt und versiegt die Quelle. In der Schilderung des Plinius ist der Ort, an dem die Quelle entspringt ein beliebter Platz, um dort seine Freizeit zu verbringen. In geradezu idyllischer Atmosphäre können sich Menschen dort niederlegen, die Umgebung genießen und sogar das kühle Wasser trinken, das dort entspringt (iuxta recumbis et vesceris, [...] ex ipso fonte [...] potas, Plin. epist. 4,30,3). Als Beleg für die Nutzung durch den Menschen führt Plinius an, man könne seinen Ring an den Rand der Quelle legen und beobachten, wie er abwechselnd vom Wasser umspült und wieder freigelegt wird.
Obwohl Plinius zu Beginn des Briefes sagt, er wolle seinem Freund ein Rätsel stellen, weil dieser außergewöhnlich gut gebildet ist, liefert er im Folgenden selbst fünf Vorschläge, die eine Lösung des Rätsels darstellen könnten.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Gattung sowie die Autoren Plinius und Gellius systematisch zu untersuchen.
2 Was ist ein mirabile?: In diesem Kapitel wird der Begriff mirabile etymologisch hergeleitet und von verwandten literarischen Gattungen wie Fabel, Paradoxographie, Mythographie und Buntschriftstellerei abgegrenzt.
3 Konkrete Geschichten: Das Hauptkapitel analysiert ausgewählte Beispiele für Mirabilien aus den Werken von Plinius und Gellius, unterteilt in Naturschauspiele, Mensch-Tier-Beziehungen und merkwürdige Menschen.
4 Gemeinsame Merkmale der Erzählungen: Hier werden die in den vorangegangenen Analysen gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt, um gemeinsame erzählerische Strategien und strukturelle Merkmale der Mirabilienliteratur zu identifizieren.
5 Ergebnisse: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Charakteristika der Mirabilienliteratur zusammen und reflektiert deren Entstehung vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Umstände der römischen Kaiserzeit.
Mirabilienliteratur, römische Kaiserzeit, Plinius der Jüngere, Aulus Gellius, mirabile, Paradoxographie, Buntschriftstellerei, Wundererzählung, Naturverständnis, Mensch-Tier-Beziehungen, Authentizität, Literaturgeschichte, antike Bildung, Idylle, Sensation.
Die Arbeit befasst sich mit der Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit, einer literarischen Form, die seltsame oder wundersame Begebenheiten beschreibt und bisher in der Forschung wenig beachtet wurde.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Werke von Plinius dem Jüngeren und Aulus Gellius, wobei Naturphänomene, besondere Beziehungen zwischen Mensch und Tier sowie Darstellungen fremder Völker und Menschen im Zentrum stehen.
Das Ziel ist es, Charakteristika zu bestimmen, die für die Gattung der Mirabilienliteratur in der Kaiserzeit typisch sind, und zu klären, warum diese Literaturform in jener Zeit an Bedeutung gewann.
Es erfolgt eine textnahe Analyse ausgewählter Quellen unter Einbeziehung des historischen und gesellschaftlichen Kontextes, um Struktur, Aufbau und Intention der Berichte zu erschließen.
Im Hauptteil werden konkrete Geschichten analysiert, darunter Naturschauspiele wie das intermittierende Gewässer, Erzählungen über Delphine und Löwen sowie Berichte über Völker mit besonderen körperlichen Merkmalen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mirabilienliteratur, Idylle, Authentizitätsanspruch, Erzählpotenz und das Bescheidenheitstopos der antiken Autoren charakterisiert.
Die Idylle dient als narrative Kulisse, die dem Leser ein wohliges Gefühl vermittelt und das Wundersame in eine ästhetische, vom Alltag entrückte Sphäre hebt.
Während Plinius oft selbst als Beobachter auftritt oder versucht, den Eindruck von Authentizität durch eigene Wahrnehmung zu vermitteln, nutzt Gellius häufig Zeugen und Berichte Dritter, um seine Geschichten zu untermauern.
Durch die Verwendung neuer Begriffe soll beim Leser der Eindruck erweckt werden, dass er mit völlig unbekannten, noch nie zuvor so beschriebenen Phänomenen konfrontiert wird.
Neben der Unterhaltung und dem Staunen des Lesers dienen diese Geschichten dazu, die Belesenheit und den Intellekt der Autoren zu demonstrieren und den Leser durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen zu bilden.
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