Bachelorarbeit, 2017
50 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Vorbemerkung
1.1. Der Prozess
2. Kurzbiographie: Albert Speer
3. Albert Speer und die Partei
3.1. Der „Unpolitische“
3.2. Partei und Kommerz
3.3. Der Aufstieg
3.4. Hitlers Architekt
4. Albert Speer und die Juden
4.1. Der „ganz gewöhnliche Antisemitismus“
4.2. Die „Entmietung“ der Berliner Juden
5. Albert Speer: die Rüstung und die Zwangsarbeiter
5.1. Der Minister (1942-1945)
5.2. Zwangsarbeiter und KZ: Komplizenschaft mit Himmler und Sauckel
5.3. Die Entwicklung der Rüstungsproduktion unter Speer
5.4. Die „Endlösung der Judenfrage“
6. Albert Speer im Urteil der Historiker
7. Schlussbetrachtung
Diese Bachelorarbeit analysiert die Rolle von Albert Speer im nationalsozialistischen Regime, wobei der Fokus auf den Widersprüchen zwischen seiner eigenen apologetischen Darstellung als „unpolitischer Fachmann“ und der historischen Aktenlage liegt. Sie untersucht insbesondere seine Beteiligung an der Rüstungswirtschaft, dem Zwangsarbeiterprogramm sowie sein Wissen über und seine Mitverantwortung an den Verbrechen des Holocaust.
3.4. Hitlers Architekt
Für die nachfolgende Betrachtung von Speers weiterem Aufstieg ist es essentiell, dass er Troost nicht etwa automatisch in ein Amt oder in eine offizielle Stellung als persönlicher Architekt Hitlers nachfolgte, sondern seine neue Position ausschließlich der Bevorzugung durch Hitler aus dessen persönlichen Beweggründen verdankte. Die Entscheidung, Speer zum Nachfolger des plötzlich verstorbenen Troosts zu machen, war längere Zeit unsicher. Die Frage, wer Hitlers Baumeister werden würde, ging in den entsprechenden Kreisen um.
An dieser Stelle muss man noch einmal rekapitulieren, welche Personen und Ereignisse Speer bis an diesen Punkt gebracht hatten. Es zahlte sich aus, dass Speer sich nach seinem Eintritt in der Partei engagiert und Kontakte geknüpft hatte. Mit dem Erstarken der NSDAP profitierte er vom Aufstieg seiner Freunde in der Parteihierarchie. Insbesondere war der Aufstieg Hankes im Einflussbereich von Goebbels von großem Nutzen. Vermutlich war es Hanke, der ihn an Leopold Gutterer vermittelte. Speers späterer Freund Gutterer war im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) für Großveranstaltungen verantwortlich. Ebenso für die Feiern zum 1. Mai in Berlin, das „Reichserntedankfest“ auf dem Bückeberg und auch für die Nürnberger Parteitage. Über Hanke und Gutterer gelangte Speer dann an den Minister. Speer relativierte seine Parteitätigkeit stets und bestritt, die wahren Ziele der NSDAP gekannt zu haben.
1. Vorbemerkung: Einführung in die Thematik und Zielsetzung der Arbeit, die Speers Eigendarstellung der historischen Realität gegenüberstellt.
2. Kurzbiographie: Albert Speer: Ein chronologischer Überblick über Speers Leben und seine Karriere vom Architekten zum Reichsminister.
3. Albert Speer und die Partei: Analyse seines Parteieintritts, seines Aufstiegs im Machtgefüge der NSDAP und seiner Rolle als Hitlers Baumeister.
4. Albert Speer und die Juden: Untersuchung von Speers Haltung zum Antisemitismus und seiner aktiven Beteiligung an der Enteignung und Vertreibung Berliner Juden.
5. Albert Speer: die Rüstung und die Zwangsarbeiter: Detaillierte Darstellung seiner ministeriellen Tätigkeit, der Ausbeutung von Zwangsarbeitern und seiner Verantwortung für den Holocaust.
6. Albert Speer im Urteil der Historiker: Eine Zusammenfassung der verschiedenen Forschungsansätze und der kritischen Neubewertung der Person Speer durch die Wissenschaft.
7. Schlussbetrachtung: Fazit zur Rezeption von Speers Lebenslügen und seiner tatsächlichen Schuld im NS-Regime.
Albert Speer, Nationalsozialismus, NSDAP, Rüstungswirtschaft, Zwangsarbeit, Holocaust, Antisemitismus, NS-Architektur, Nürnberger Prozesse, Geschichtsfälschung, Reichshauptstadt Germania, Drittes Reich, Fritz Sauckel, Heinrich Himmler, Erinnerungskultur.
Die Arbeit untersucht die historische Diskrepanz zwischen der Selbstinszenierung von Albert Speer als unpolitischem Fachmann und seiner tatsächlichen, hochgradig belasteten Rolle im NS-Regime.
Die zentralen Felder sind Speers Parteikarriere, seine architektonische Tätigkeit für die NSDAP, seine Rolle bei der Deportation von Juden sowie seine Verantwortung für die Kriegsproduktion und das Zwangsarbeitersystem.
Das Ziel ist es, die Widersprüche in Speers Eigendarstellung durch den Vergleich mit historischen Akten und aktuellen Forschungsergebnissen aufzudecken.
Die Arbeit basiert auf einer akribischen Quellenanalyse, der Auswertung von Zeitzeugenberichten sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der umfangreichen Sekundärliteratur zu Speer.
Im Hauptteil werden Speers Aufstieg, seine Verstrickung in die nationalsozialistische Judenpolitik, seine Tätigkeit als Rüstungsminister und seine enge Kooperation mit SS-Größen wie Himmler detailliert dargelegt.
Wichtige Begriffe sind Albert Speer, Zwangsarbeit, Holocaust-Verantwortung, Legendenbildung, Rüstungswunder und NS-Ideologie.
Speer fungierte als Generalbauinspektor als Nutznießer, indem seine Behörde die leerstehenden Wohnungen deportierter Juden erfasste, um sie für seine eigenen Neugestaltungsprojekte in Berlin zu beanspruchen.
Der Autor stuft Speers Beteuerungen, er habe von den Vernichtungslagern nichts gewusst, als bewusste und widerlegte Lügen ein, da Speer persönlich den Ausbau von Auschwitz genehmigt hatte.
Speer verstand es, sich von den anderen Angeklagten abzuheben, indem er eine Mischung aus generellem Schuldbekenntnis für das Regime, gleichzeitiger Leugnung direkter Verbrechen und dem Habitus eines kultivierten Fachmanns nutzte.
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