Diplomarbeit, 2005
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Überblick über die korinthische Gemeinde
2.1 Die Stadt Korinth
2.2 Die christliche Gemeinde in Korinth
3. Frühchristlicher Gottesdienst in Korinth
3.1 Grundsätzliche Erwägungen
3.2 Versammlungsort und -zeit
3.3 Versammlungsablauf
3.3.1 Deipnon
3.3.2 Symposion
4. Das Leib-Christi-Motiv
4.1 Das Leib-Motiv in der vorpaulinischen Antike
4.1.1 In der Rede des Menenius Agrippa
4.1.2 Bei Seneca und Cicero
4.1.3 Bei Platon und Aristoteles
4.1.4 Im Judentum
4.2 Religionsgeschichtliche Herkunftsmöglichkeiten des Motivs
4.2.1 Der gnostische Anthroposmythos
4.2.2 Die Allgott-Vorstellung
4.2.3 „Corporate personality“ und rabbinische Adam-Spekulation
4.2.4 Innerchristliche Herleitungsversuche
4.3 Das Leib(-Christi)-Motiv bei Paulus
4.3.1 Textbefund in 1 Kor
4.3.2 Das Leib-Christi-Motiv in 1 Kor 12
5. Die gottesdienstliche Ordnung
5.1 Pauli Anweisungen für das Deipnon
5.2 Pauli Anweisungen für das Symposion
5.3 Die Charismen im Einzelnen
5.3.1 Apostel (avpo,stoloi)
5.3.2 Propheten (profh/tai)
5.3.3 Lehrer (dida,skaloi)
5.3.4 Wunderkräfte (evnergh,mata duna,mewn)
5.3.5 Heilungen (cari,smata ivama,twn)
5.3.6 Hilfeleistungen (avntilh,myeij)
5.3.7 Leitungen (kubernh,seij)
5.3.8 Zungenrede (glw,ssaij lalei/n) und deren Auslegung (e`rmhnei,a glwssw/n)
5.3.9 Unterscheidungen der Geister (diakri,seij pneuma,twn)
5.4 Das „Hohelied der Liebe“ 1 Kor 13
6. Theologisches Resümee
7. Ausblick
Die Arbeit untersucht den Aufbau des frühchristlichen Gottesdienstes in der korinthischen Gemeinde nach dem 1. Korintherbrief und analysiert, wie Paulus das Leib-Christi-Motiv nutzt, um das Handeln und die gottesdienstliche Ordnung der Gemeinde zu strukturieren und soziale Missstände zu beheben.
3.3.1 Deipnon
Wie nun die korinthische Mahlfeier im Einzelnen aussah, wird in der Forschung noch sehr verschieden beantwortet. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass in der Versammlung Jesu eucharistische Doppelhandlung über Brot und Wein wiederholt wurde, verbunden mit einer Sättigungsmahlzeit.
Die Sättigungsmahlzeit darf man aus der Benennung der Feier als kuriako.n dei/pnon (11,20) erschließen, denn dei/pnon bezeichnet eine „wirkliche Mahlzeit mit Speise und Trank, die satt machen soll“. Annehmen darf man immerhin laut den Einsetzungsworten 11,24f und hier speziell meta. to. deipnh/sai, dass „Brotkommunion und Weinkommunion also mindestens ursprünglich durch eine Sättigungsmahlzeit getrennt waren“. Die These, die Einsetzungsworte seien beim Herrenmahl gar nicht gesprochen worden, ist unhaltbar, da das paulinische Zitat 11,24f schon den zweimaligen Wiederholungsbefehl tou/to poiei/te Jesu an die Jünger beinhaltet, was sich nur jeweils auf Brot- und Kelchhandlung sowie -worte beziehen kann.
1. Einführung: Darstellung der Ausgangslage und Zielsetzung der Untersuchung des frühchristlichen Gottesdienstes im 1. Korintherbrief.
2. Überblick über die korinthische Gemeinde: Analyse der sozioökonomischen Situation von Stadt und Gemeinde Korinth zur Zeit des Paulus.
3. Frühchristlicher Gottesdienst in Korinth: Erörterung der Versammlungspraxis, unterteilt in Sättigungsmahl (Deipnon) und Wortgottesdienst (Symposion).
4. Das Leib-Christi-Motiv: Religionsgeschichtliche und exegetische Untersuchung der Herkunft und paulinischen Verwendung des Leib-Metaphern-Gedankens.
5. Die gottesdienstliche Ordnung: Detaillierte Betrachtung der paulinischen Anweisungen für Mahl- und Wortfeier sowie der einzelnen Charismen in der Gemeinde.
6. Theologisches Resümee: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Gottesdienstpraxis und Charismenlehre.
7. Ausblick: Überlegungen zur Relevanz der paulinischen charismatischen Ordnung für heutige, oft ämterlose Gemeinden.
Paulus, 1. Korintherbrief, Korinth, Leib Christi, Gottesdienst, Deipnon, Symposion, Charisma, Charismenlehre, Eucharistie, Abendmahl, Mahlgemeinschaft, Gemeindeordnung, Glossolalie, Prophetie, Ekklesia
Die Arbeit analysiert, wie die korinthische Gemeinde zur Zeit des Paulus Gottesdienst feierte und welchen Einfluss das Leib-Christi-Motiv sowie die charismatische Begabungsstruktur auf die gottesdienstliche Ordnung hatten.
Der Autor unterscheidet zwischen dem Deipnon (einer gemeinsamen Sättigungsmahlzeit, die eucharistische Elemente enthält) und dem anschließenden Symposion (einem wortbetonten Teil der Versammlung).
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Paulus dieses Motiv einsetzte, um die Korinther zur Einheit zu ermahnen und einmütiges Handeln in einer Gemeinde zu fördern, in der soziale Spannungen herrschten.
Es handelt sich um eine neutestamentliche Exegese, die den 1. Korintherbrief in den Kontext der antiken Umwelt (Vereinswesen, hellenistische Analogien) stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Gottesdienstablaufs, die Herkunft und Bedeutung des Leib-Christi-Motivs sowie eine detaillierte Analyse der einzelnen Charismen wie Prophetie, Lehrer, Hilfeleistungen und Zungenrede.
Charismen werden als Gnadengaben definiert, die der Erbauung der gesamten Gemeinde dienen, und nicht als Mittel zur persönlichen Profilierung missbraucht werden sollten.
Der Autor stützt sich auf die Mehrheitsmeinung der Exegese, dass Verbote bezüglich Frauen in der Gemeindeversammlung (1 Kor 14,34f) spätere Interpolationen sind und nicht paulinischem Gedankengut entsprechen.
Nein, der Autor betont, dass Paulus keine stetige Gemeindeleitung (wie spätere Ämter) ansetzt, sondern sich in Problemlagen direkt an die gesamte Gemeinde wendet.
Nicht weil sie abgelehnt wird, sondern weil sie in Korinth überbewertet wurde, während Paulus ihre Auslegung fordert, damit sie für die Gemeinschaft verständlich und nützlich bleibt.
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