Bachelorarbeit, 2019
95 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung und Themenabgrenzung
2.1 Die Alltagssprache in Abgrenzung zur Bildungssprache
2.2 Die Fachsprache(n) in Abgrenzung zur Bildungssprache
2.3 Konkretisierung bildungssprachlicher Merkmale
3 Beschreibung des Forschungsprojekts
3.1 Auswahl der Kinderfernsehsendungen
3.2 Darstellung und Begründung ausgewählter Methoden
3.2.1 Datenaufbereitung
3.2.2 Datenanalyse
3.3 Auswahl der Bewertungskriterien
3.3.1 Bestimmung bildungssprachlicher Mittel
3.3.2 Bestimmung der Diskursfunktionen
4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Ergebnisse der quantitativen Frequenzanalyse
4.2 Ergebnisse der qualitativen Kontextanalyse
4.2.1 Ergebnisse des Fernsehmagazins
4.2.2 Ergebnisse der Animationsserie
4.2.3 Ergebnisse der Spielshow
4.2.4 Ergebnisse der Serie
5 Zusammenfassende Erkenntnisse
6 Fazit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, das Vorkommen und die Verwendungsweise von bildungssprachlichen Mitteln in beliebten Kinderfernsehsendungen zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und inwieweit Kinder im Grundschulalter durch den Medienkonsum außerunterrichtlich mit bildungssprachlichen Strukturen konfrontiert werden, die für den schulischen Erfolg und die gesellschaftliche Teilhabe von hoher Relevanz sind.
2.1 Die Alltagssprache in Abgrenzung zur Bildungssprache
Die Alltagssprache nimmt einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Miteinander ein, denn sie dient zum Austausch und zur Pflege persönlicher Beziehungen sowie zur Organisation des Alltags (vgl. Schnack 2017, 6; vgl. Gogolin/Lange 2011, 110) und stellt eine außerschulisch erworbene Sprachkompetenz dar (vgl. Hövelbrinks 2013, 75).
Aus diesem Grund wird die Alltags- oder auch die damit gleichzusetzenden Umgebungssprache zunehmend in Relation zu den bildungssprachlichen Kompetenzen gesetzt und auf diese Weise kontrastiert (vgl. Kniffka/Roelcke 2016; vgl. Gogolin/Lange 2011, 110; vgl. Ortner 2009, 2231; vgl. Habermas 1977, 39f.). Die Alltagssprache zeichnet sich vorrangig durch deiktische Platzhalter anstatt konkreter (Fach-)Begriffe aus, da sich die Gesprächspartner oder –gruppen im Allgemeinen auf eine gemeinsame Situation beziehen und Gesten zur Unterstützung einsetzen können (vgl. Hövelbrinks 2017, 186; vgl. Gogolin/Lange 2011, 112). Zudem handelt es sich hierbei um eine eher dialogische Gestaltung, „[…] die Merkmale informeller mündlicher Kommunikation aufweist“ (Gogolin 2009, 270). Es lassen sich im Allgemeinen auch unspezifische Verben, wie beispielsweise sein oder machen, vorfinden (vgl. Gogolin/Lange 2011, 113). Außerdem zeichnet sich die Alltagssprache durch eine verdichtete Verwendung gliedernder Wörter aus, die „als Rahmung für weniger inhaltstragende Lexeme“ (Gogolin 2009, 269) dienen und als grammatische Dichte bezeichnet werden (vgl. ebd.).
Die Bildungssprache ist im Gegensatz dazu eher monologisch gestaltet und durch eine formelle und schriftförmige Kommunikation gekennzeichnet (vgl. ebd.). Sie hat den Anspruch, „komplexe Sachverhalte in allgemeiner Form personenunabhängig darzustellen“ (Schnack 2017, 6), ohne dass die Gesprächspartner oder –gruppen einen gemeinsamen Erlebniskontext aufweisen müssen (vgl. Gogolin/Lange 2011, 112). Bildungssprachliche Äußerungen zeichnen sich aus diesem Grund durch eine Präzision aus, die beispielsweise durch den Gebrauch kohärenter Formulierungen (vgl. ebd.) und präziser Verben (vgl. ebd., 113) erreicht werden kann.
1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Bildungssprache als essenzielle Varietät im schulischen Kontext und begründet die Relevanz der Untersuchung von Kinderfernsehsendungen als außerschulische Einflussquelle.
2 Begriffsbestimmung und Themenabgrenzung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Bildungssprache theoretisch und grenzt ihn von Alltagssprache und verschiedenen Fachsprachen ab.
3 Beschreibung des Forschungsprojekts: Hier wird das methodische Vorgehen, die Auswahl der Fernsehsendungen sowie das entwickelte Kategoriensystem zur Analyse bildungssprachlicher Merkmale und Diskursfunktionen erläutert.
4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Frequenzanalyse sowie der qualitativen Kontextanalyse für die untersuchten Sendungen.
5 Zusammenfassende Erkenntnisse: Die Ergebnisse werden hier zusammengeführt, um die Unterschiede im bildungssprachlichen Anteil der Sendungen zu erklären und auf die Rolle der informativen vs. unterhaltsamen Inhalte einzugehen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial von Kinderfernsehsendungen für die gezielte Vermittlung bildungssprachlicher Kompetenzen.
Bildungssprache, Alltagssprache, Fachsprache, Kinderfernsehen, Diskursfunktionen, Medienkompetenz, Sprachförderung, morphosyntaktische Mittel, lexikalische Dichte, Sprachsozialisation, Bildungsgerechtigkeit, TV-Genreanalyse, konzeptionelle Schriftlichkeit.
Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Maße Kinder beim Konsum populärer Fernsehsendungen mit bildungssprachlichen Strukturen in Kontakt kommen, die für den schulischen Erfolg notwendig sind.
Zentral sind die theoretische Abgrenzung der Bildungssprache von der Alltags- und Fachsprache sowie die empirische Analyse sprachlicher Phänomene in verschiedenen Fernsehgenres.
Ziel ist es zu ermitteln, ob beliebte Kinderfernsehsendungen bildungssprachliche Einflüsse bieten, die Kindern, insbesondere aus bildungsfernen Familien, als Orientierungswissen dienen könnten.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus quantitativer Frequenzanalyse zur Ermittlung des Anteils bildungssprachlicher Mittel und einer qualitativen Kontextanalyse zur Bewertung der inhaltlichen Verwendung.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition bildungssprachlicher Merkmale (Lexik und Morphosyntax), der Auswahl der Sendungen sowie der detaillierten Auswertung von Transkripten aus Sendungen wie "Die Sendung mit der Maus" oder "Eins, zwei oder drei".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungssprache, Sprachförderung, Diskursfunktionen, Medienkonsum und sprachliche Komplexität beschreiben.
Diese Unterscheidung ist zentral, da die Bildungssprache meist Merkmale der konzeptionellen Schriftlichkeit aufweist, während Fernsehsendungen oft durch konzeptionelle Mündlichkeit geprägt sind, was die Analyse erschwert.
Die Analyse zeigt, dass Sendungen mit einem höheren Informationsanteil explizitere und komplexere sprachliche Konstruktionen sowie fachspezifische Lexik aufweisen, was das Vorkommen bildungssprachlicher Elemente fördert.
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