Bachelorarbeit, 2006
48 Seiten, Note: gut
1 Einleitung
2 Empirische Erkenntnisse Value und Growth
2.1 Entstehung der Investmentstile
2.2 Charakteristika der Investmentstile
2.3 Empirische Erkenntnisse
2.4 Erklärungsansätze für den Performanceunterschied
2.4.1 Risikoprämie
2.4.1.1 Capital asset pricing model
2.4.1.2 Effiziente Markthypothese
2.4.2 Behavioral Finance und Agency Costs
3 Analystenempfehlungen im Kontext Value und Growth in 2004 und 2005
3.1 Bedeutung und Motivation der Analystenempfehlungen
3.2 Datenerhebung und Vorgehensweise
3.2.1 Datenbasis
3.2.2 Methodik
3.3 Analyse auf Aktienebene
3.4 Analyse der Marktkonsensusschätzungen
4 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Performance der Investmentstile „Value“ und „Growth“ und analysiert, inwieweit Analystenempfehlungen für europäische Aktien in den Jahren 2004 und 2005 einen Mehrwert für Investoren bieten bzw. das Anlegerverhalten in Bezug auf diese Stile beeinflussen.
2.4.1.2 Effiziente Markthypothese
Die EMH kann in drei verschiedene Stadien geteilt werden: schwache, semistarke und starke Informationseffizienz. Hier wird mindestens die semistarke Informationseffizienz vorausgesetzt, so dass es unmöglich ist den Markt outzuperformen, da sofort alle neuen Informationen direkt im Aktienkurs eingepreist werden. Somit werden Aktien immer mit ihrem fairen Wert gehandelt und die einzige Möglichkeit seine Renditen zu steigern, ist durch den Kauf risikoreicherer Wertpapiere (Fama, 1998, S.383).
Ein EMH-Vertreter würde die Value-Überrenditen möglicherweise einer ex-ante Risikoprämie an besonders prägnanten Tagen, wie z.B. der Veröffentlichung der Quartalsberichte der Unternehmen, zuschreiben. Dies impliziert, dass besonders an solchen Tagen ein Großteil des jährlichen Risikos bzw. Unsicherheit gebündelt ist und folglich auch die Risikoprämie sowohl für Value als auch für Growth dementsprechend groß sein muss.
Diese These wurde von Ryan et al. anhand von 40 Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung an der irischen Börse für den Zeitraum 1996-2002 getestet.
Die Kennzahlen P/E und P/B dienten als Selektionskriterien, wonach die Aktien der Kennzahl nach absteigend sortiert wurden. Das oberste Quartil war demnach das Growth-Portfolio und das letzte Quartil das Value-Portfolio.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die anhaltende Diskussion über den überlegenen Investmentstil zwischen Value und Growth ein und definiert das Ziel der Arbeit, diese Performanceunterschiede und das Verhalten von Analysten zu untersuchen.
2 Empirische Erkenntnisse Value und Growth: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge und Charakteristika von Value- und Growth-Strategien und diskutiert theoretische Ansätze wie Risikoprämien und Behavioral Finance zur Begründung von Performanceunterschieden.
3 Analystenempfehlungen im Kontext Value und Growth in 2004 und 2005: Der Hauptteil analysiert, ob Analysten durch ihre Empfehlungen einen messbaren Mehrwert für Investoren generieren und inwiefern sie dabei bevorzugt bestimmte Investmentstile wie Growth berücksichtigen.
4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Analystenempfehlungen keinen systematischen Renditevorteil bieten und der Value-Ansatz in Kombination mit einem hohen Kursmomentum eine erfolgversprechendere Strategie darstellt.
Value-Investing, Growth-Investing, Analystenempfehlungen, Equity-Research, Performanceanalyse, Risikoprämie, Behavioral Finance, Markteffizienz, Kursmomentum, Portfoliomanagement, Dividendenrendite, Bewertungskennzahlen, Kapitalmarkt, Finanzanalyse.
Die Arbeit analysiert die Performanceunterschiede zwischen den Investmentstilen Value und Growth und untersucht, ob Analystenempfehlungen für europäische Aktien in den Jahren 2004 und 2005 einen systematischen Mehrwert für Investoren schaffen.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Fundierung von Investmentstilen, die Rolle von Analysten als Informationsvermittler am Kapitalmarkt sowie die Überprüfung von Markteffizienzhypothesen anhand von empirischen Daten.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Analystenempfehlungen auf die Rendite zu prüfen und festzustellen, ob Analysten den Markt durch ihre Empfehlungen systematisch schlagen können oder ob sie bevorzugt bestimmte Stile (wie Growth) empfehlen.
Es werden quantitative Analysen mittels linearer Regressionsmodelle durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Finanzkennzahlen, Analystenempfehlungen und der ex-post Rendite von Aktien zu bestimmen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (CAPM, Behavioral Finance) behandelt, gefolgt von einer empirischen Untersuchung europäischer Aktienempfehlungen aus den Jahren 2004 und 2005 auf Einzel- und Portfolioebene.
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Value- und Growth-Investing, Performanceanalyse, Markteffizienz sowie die Effektivität von Analystenempfehlungen am europäischen Kapitalmarkt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Analystenempfehlungen keinen signifikanten Einfluss auf erzielbare Renditen haben und der Investor auf dieser Basis kaum systematisch besser als der Markt abschneiden kann.
Auf Basis der Untersuchung empfiehlt der Autor eher einen Value-Ansatz in Kombination mit einem hohen Kursmomentum, da dies eine tendenzielle Outperformance des Marktes ermöglicht.
Die Arbeit deutet auf extrinsische Motive wie Investmentbanking-Aufträge und die leichtere Vermarktung einer „Equity-Story“ bei Wachstumstiteln hin, die Analysten dazu bewegen könnten, diese Titel bevorzugt positiv zu bewerten.
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