Magisterarbeit, 2004
94 Seiten, Note: 2,8
1. Das Carsch Haus im Wandel der Zeit
2. Das frühe 20. Jahrhundert
2.1 Ideologie der Warenhausarchitektur
2.2 Bauvorschriften und die daraus resultierende Warenhausarchitektur
2.3 Geschichte und Entwicklung der Warenhausarchitektur
2.4 Der Architekt Otto Engler, das Carsch Haus in Düsseldorf und sein Vorgängerbau in Genf
2.5 Auswahl des Standortes und die Entwicklung der Heinrich-Heine-Allee
2.6 Entstehung des Carsch Hauses: Fassade, Innenraumgestaltung und Rückfront zur Altstadt
2.7 Wirtschaftliche Entwicklung der Waren- und Kaufhäuser
3. Diskussion
3.1 Verschiedene Alternativen zur städtebaulichen Situation
3.2 Bürgermeinungen und Klagen: Pro und Contra zur Versetzung des Carsch Hauses
3.3 Vorgehensweise bei der Versetzung (Translozierung)
3.4 Dynamische Denkmalpflege und Ensemble-Schutz
4. Städtebauliche Situation und Nutzung des Carsch Hauses nach der Versetzung
4.1 Die Fassade
4.2 Der Innenraum
4.3 Der Vorplatz
5. Resümee
6. Anhang
6.1 Zeittafel – Übersicht
6.2 Planungsdaten
Die vorliegende Arbeit untersucht die architektonische und städtebauliche Bedeutung des Carsch Hauses in Düsseldorf im Kontext der historischen Warenhausarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts und beleuchtet die kontroversen Diskussionen sowie den komplexen Prozess der Translozierung (Versetzung) des Gebäudes zur Lösung verkehrspolitischer Anforderungen.
2.2 Bauvorschriften und die daraus resultierende Warenhausarchitektur
Dieser neue Warenhaus-Typus, der sich zu Beginn der 20er Jahre entwickelte, äußerte sich auch in einem eigenen Baustil. Er wurde immer wieder kopiert, auch wenn er auch leicht abgeändert wurde, blieb er in seinen Grundsätzen einheitlich.
Die Fassade weist starke Gliederungen auf und hat einen historischen Formenapparat. Gestaltungselemente werden gruppiert und sind oft mit symbolischen Bauplastiken verziert.18 Der Bautypus war stark zweckgebunden, da sie mehrgeschossig sein mussten und große ungeteilte Verkaufsräume haben sollten. Dieses Prinzip wurde architektonisch durch Pfeilerkonstruktionen ohne tragende Wände erreicht. Darüber hinaus machten Stahl, Beton und neue Konstruktionsmethoden große Hallen möglich, die mit wenigen Stützen auskamen.
Da Fenster in den Wänden nicht ausreichten, um die Tiefe der Räume zu beleuchten, wurden die großen Kauf- und Warenhäuser meistens mit einem Innenhof ausgestattet und mit einem gläsernen Dach überspannt, das zusätzliches Licht in die Verkaufsräume brachte.19 Durch dieses System, dem so genannten Lichthof, konnte auch das Erdgeschoss als Verkaufsfläche genutzt werden und präsentierte Klarheit und Eleganz. Diese besondere Beleuchtung von oben, verlieh der angebotenen Ware einen zusätzlichen Glanz. Die oberen Verkaufsetagen umgaben den Lichthof als Galerien.
1. Das Carsch Haus im Wandel der Zeit: Einführung in die architektonische Bedeutung des Gebäudes als markantes Beispiel des Neoklassizismus und seine Einbettung in die Düsseldorfer Stadtstruktur.
2. Das frühe 20. Jahrhundert: Detaillierte Analyse der Warenhausarchitektur, ihrer Entstehung, der architektonischen Einflüsse und der Bedeutung für das moderne Konsumverhalten.
3. Diskussion: Erörterung der städtebaulichen Herausforderungen, der verschiedenen Konzepte zur Verkehrsberuhigung und der kontroversen Debatte um Abriss oder Versetzung des Gebäudes.
4. Städtebauliche Situation und Nutzung des Carsch Hauses nach der Versetzung: Untersuchung der baulichen Veränderungen nach der Versetzung, insbesondere an Fassade, Innenraum und Vorplatz.
5. Resümee: Fazit zur Notwendigkeit und Rechtfertigung der Translozierung unter dem Aspekt der dynamischen Denkmalpflege.
6. Anhang: Chronologische Übersicht der Planungsschritte sowie tabellarische Planungsdaten des Objekts.
Carsch Haus, Warenhausarchitektur, Neoklassizismus, Translozierung, Denkmalpflege, Stadtplanung, Düsseldorf, Otto Engler, Ensemble-Schutz, Architekturgeschichte, Baugeschichte, städtebauliche Entwicklung, Kaufhof, Stadtgestaltung, Industriegeschichte.
Die Arbeit analysiert die wechselvolle Geschichte des Carsch Hauses in Düsseldorf, insbesondere dessen Versetzung aufgrund städtebaulicher Erfordernisse und seine Einordnung in die deutsche Warenhausarchitektur.
Im Zentrum stehen Architekturgeschichte, Denkmalschutz, Stadtentwicklung, das Zusammenspiel von Wirtschaft und Architektur sowie der Prozess der baulichen Translozierung.
Ziel ist es, den Versetzungsprozess als Beispiel dynamischer Denkmalpflege zu bewerten, bei der das Gebäude in seiner Funktion erhalten blieb, obwohl es den Anforderungen moderner Verkehrsplanung weichen musste.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, der Untersuchung von Bauplänen und Gutachten sowie der zeitgeschichtlichen Einordnung anhand historischer Dokumente.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Warenhausarchitektur, die spezifische Analyse des Carsch Hauses und die detaillierte Darstellung der Diskussionsprozesse und der praktischen Umsetzung der Versetzung.
Wesentliche Begriffe sind Architekturgeschichte, Warenhausbau, Denkmalpflege, Translozierung, Städtebau und das spezifische Beispiel des Carsch Hauses in Düsseldorf.
Das Gebäude stand einer notwendigen verkehrspolitischen Neugestaltung und dem Bau eines U-Bahn-Tunnels an der Heinrich-Heine-Allee im Weg, weshalb eine Lösung zwischen Abriss und Erhalt gesucht werden musste.
Die Werksteinfassade wurde in Einzelteilen nummeriert und abgetragen, während die Eisenbetonkonstruktion neu errichtet wurde. Anschließend wurden die restaurierten Steine an den neuen Standort übertragen.
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