Bachelorarbeit, 2019
39 Seiten
1 Einleitung
1.1 Allgemeines
1.2 Kernfrage und Motivation
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Grundlegende Definitionen
2.1.1 Sprachkontakt
2.1.2 Lehnwort versus Fremdwort
2.2 Arabismen
2.2.1 Historischer Exkurs: Sprachkontakt zwischen Orient und Okzident
2.2.2 Aktuelle islamische Arabismen in den deutschen Medien
3 Praktischer Teil: Korpus und Hintergrundinformationen
3.1 Vorgehensweise
Exkurs: Korpusmaterial aus Boulevardzeitung und Qualitätszeitungen
3.2 Beschreibung der für die Analyse verwendeten Materialien
3.2.1 Der DWDS-Korpus Digitales Wörterbuch
3.2.2 Zeit Online-Zeitung
3.2.3 Bild Online-Zeitung
3.3 Definition ausgewählter Arabismen
3.3.1 Begriff dāʿiš
3.3.2 Begriff ḫilāfa
3.3.3 Begriff burquʿ
4 Darstellung der Begriffe dāʿiš, ḫilāfa und burquʿ in deutschen Onlinezeitungen
4.1 Begriff dāʿiš
4.2 Begriff ḫilāfa
4.3 Begriff burquʿ
5 Resümee & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung ausgewählter arabischer Begriffe (dāʿiš, ḫilāfa und burquʿ) in deutschen Online-Medien seit 2014 und analysiert, ob sich deren Bedeutung im Vergleich zum ursprünglichen Kontext verändert hat.
2.2.1 Historischer Exkurs: Sprachkontakt zwischen Orient und Okzident
Führt man sich die geographische Distanz zwischen der arabischen Welt und Deutschland vor Augen, muss man zwangsläufig die Frage stellen, auf welche Art und Weise bzw. auf welchem Weg Arabismen in den deutschen Wortschatz eingegangen sind. Fakt ist jedoch, dass sich im Laufe der Zeit zwischen Orient und Okzident viele Überschneidungspunkte ergaben und durch diese ein Sprachkontakt zustande kam.
Diesbezüglich können zum Beispiel die Schriften antiker Philosophen genannt werden, welche in der Zeit des Mittelalters aus dem Griechischen in Arabische und etwas später aus dem Arabischen in das Lateinische übertragen wurden. Schließlich kam es im Laufe des 20. Jahrhunderts durch arabischsprachige Migranten und Einwanderer in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen zu einem Sprachkontakt zwischen der deutschen und der arabischen Sprache.
Ein für die vorliegende Untersuchung durchaus relevanter Aspekt, auf den Eva Jablonka hinweist, ist, dass die Bindung arabisch sprechender Menschen zu ihrer Muttersprache als enorm stark charakterisiert werden kann. Die Wissenschaftlerin konstatiert darüber hinaus, dass in der arabischen Welt auch heute noch die Auffassung vertreten wird, dass man nur dann ein Araber ist, wenn man auch der arabischen Sprache mächtig ist. Jablonka sieht die Ursache für diese weit verbreitete Ansicht in der Religiosität und damit natürlich auch den Koran – dies gilt zumindest für den muslimischen Teil der Araber. Letztlich kommt Jablonka zu dem Schluss, dass sich aus dieser Tatsache sowohl die Präsenz des Arabischen als auch die ethnolinguistische Vitalität der Sprache selbst erklären lassen. Als weitere Eckfeiler des Sprachkontaktes zwischen Deutschland führt beispielsweise Tazi Handelsbeziehungen zwischen Europa und der arabischen Welt an, die seit jeher bestehen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arabismen im Deutschen ein, stellt die Kernfrage nach der semantischen Veränderung der Begriffe dar und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Hier werden grundlegende linguistische Konzepte wie Sprachkontakt, Lehnwort und Fremdwort definiert sowie ein historischer Überblick über Arabismen gegeben.
3 Praktischer Teil: Korpus und Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, die untersuchten Online-Medien (Zeit und Bild) sowie die lexikalischen Definitionen der analysierten Fachbegriffe.
4 Darstellung der Begriffe dāʿiš, ḫilāfa und burquʿ in deutschen Onlinezeitungen: In diesem Teil werden konkrete Anwendungsbeispiele aus den Medien analysiert, um die Verwendung der Begriffe in Bezug auf ihre Kernbedeutung zu prüfen.
5 Resümee & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlägt eine Ausweitung auf quantitative Analysen für zukünftige Forschungsarbeiten vor.
Arabismen, Sprachkontakt, Lehnwort, Fremdwort, Medienlinguistik, Daesch, Kalifat, Burka, Semantik, Online-Journalismus, Islam, Sprachwandel, Konnotation, Metapher, Migration
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von arabischen Lehnwörtern, die im Kontext islamischer Themen in deutschen Online-Medien verwendet werden.
Zentrale Themen sind die Theorie des Sprachkontakts, die begriffliche Abgrenzung von Lehn- und Fremdwörtern sowie die mediale Darstellung spezifischer religiöser und politischer Begriffe.
Die Arbeit untersucht, ob die Begriffe Daesch (dāʿiš), Kalifat (ḫilāfa) und Burka (burquʿ) in deutschen Medien seit 2014 im Vergleich zu ihrer ursprünglichen arabischen Bedeutung eine Bedeutungsverschiebung oder negative Konnotation erfahren haben.
Es handelt sich um eine empirische, qualitative Untersuchung, bei der Artikel aus den Online-Medien Zeit und Bild als Korpus dienen, um die Verwendung dieser Begriffe zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Linguistik des Sprachkontakts und einen praktischen Bereich, in dem die ausgewählten Begriffe semantisch definiert und anhand von Medienbeispielen untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind Arabismen, Sprachkontakt, Daesch, Kalifat, Burka, Semantik, Medienanalyse und Islam.
Die Untersuchung soll herausfinden, ob es Unterschiede in der Konnotation und der Art der Begriffsverwendung zwischen den beiden Medientypen gibt.
Die Arbeit identifiziert diese Metapher als persuasive Strategie, die den Rezipienten dazu bringen soll, die Bedrohung als existentiell und abzuwehrend wahrzunehmen.
Der Begriff wird in deutschen Medien oft durch Anführungszeichen oder distanzierende Zusätze wie "so genannt" markiert, um eine Gleichsetzung mit traditionellen islamischen Werten zu vermeiden.
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