Bachelorarbeit, 2018
49 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die (Neue) Frau der Zwanziger Jahre
2.1 Frauenbilder und Weiblichkeitserscheinungen
2.2 Mode als Ausdrucksform
3. Zur literarischen Darstellung der Neuen Frau
3.1 Frauenfiguren in Das kunstseidene Mädchen
3.2 Doris als Repräsentantin der modernen „Neuen Frau“?
4. Mode und „Glanz“
4.1 „Ein Glanz werden“ – Mode, Inszenierung oder doch Illusion?
4.2 Kunstseiden als Symbol
4.3 Der Feh – der Abschluss einer gestrandeten Illusion
5. Liebe, Partnerschaft und Sexualität
5.1 Zum Status der männlichen Figuren bei Doris
5.2 Doris als Objekt des Begehrens
5.3 Dorisʼ (scheiternde) Lebensentwürfe
Die vorliegende Arbeit untersucht die fiktionale Figur Doris aus Irmgard Keuns Roman "Das kunstseidene Mädchen" auf ihre Ambivalenz zwischen modernen Weiblichkeitsidealen und traditionellen Konventionen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Protagonistin tatsächlich dem Typus der „Neuen Frau“ der Weimarer Republik entspricht oder ob ihre Inszenierung als „Glanz“ lediglich eine gescheiterte Illusion darstellt, die tief in alten Rollenbildern verwurzelt bleibt.
4.1 „Ein Glanz werden“ – Mode, Inszenierung oder doch Illusion?
In einer mittleren Stadt aufgewachsen, bestreitet Doris ihren Alltag als Stenotypistin. Getrieben vom Wunsch, aus dem öden und beschämenden Umfeld, in dem sie groß geworden ist, auszubrechen und als Mannequin und Filmstar zu arbeiten, um schließlich „ein Glanz“ zu werden, beginnt sie, nach ihrer Kündigung als Rechtsanwaltsgehilfin, dank der Beziehungen ihrer Mutter beim Theater eine Anstellung als Komparsin. Ihr Ziel ist jedoch die Filmszene.
Als Pendant zur „Künstlerin“ am Theater zieht Doris nicht zufälligerweise den filmischen Glanz in Erwägung, denn der Film ist im Vergleich zum Theater eine antihierarchische und demokratische Situation, in der ungeachtet Herkunft, Hintergrund und Bildungsniveau eine Chancengleichheit für jeden existiert.
Die junge Protagonistin erfährt die soziokulturellen Unterschiede zwischen ihrem realistischen Leben und dem von ihr angestrebten hohen Lebensstandard im Großbürgertum relativ früh, weshalb die Chancengleichheit im professionellen Werdegang für sie maßgeblich ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation der Weimarer Republik ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Ambivalenz der Protagonistin Doris zwischen dem Ideal der „Neuen Frau“ und traditionellen Verhaltensweisen.
2. Die (Neue) Frau der Zwanziger Jahre: Das Kapitel zeichnet den soziokulturellen Wandel nach, der das Frauenbild in der Weimarer Republik prägte, und erläutert die verschiedenen Weiblichkeitstypen wie Girl, Garçonne und Gretchen.
3. Zur literarischen Darstellung der Neuen Frau: Hier werden die theoretischen Konzepte auf den Roman übertragen, wobei die Frauenfiguren im Werk analysiert und Doris auf ihren Status als moderne Repräsentantin hin untersucht wird.
4. Mode und „Glanz“: Dieser Abschnitt widmet sich der Bedeutung von Äußerlichkeiten und Statussymbolen wie Kunstseide und Pelz, die als Mittel der Inszenierung für ein angestrebtes, aber illusionsbehaftetes Leben dienen.
5. Liebe, Partnerschaft und Sexualität: Das letzte Kapitel untersucht die Beziehungsdynamik zwischen Doris und den Männern sowie ihren Umgang mit Sexualität, wobei ihr Scheitern an der Verknüpfung von ökonomischem Kalkül und Wunsch nach emotionaler Geborgenheit deutlich wird.
Neue Frau, Weimarer Republik, Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, Weiblichkeitsentwürfe, Mode, Inszenierung, Illusion, Glanz, Geschlechterrollen, Emanzipation, Girl, Garçonne, Identitätsfindung, Konsumkultur.
Die Arbeit analysiert Irmgard Keuns Roman "Das kunstseidene Mädchen" hinsichtlich der Frage, ob die Protagonistin Doris als moderne „Neue Frau“ gelten kann oder ob sie in traditionellen Rollenmustern gefangen bleibt.
Zentrale Themen sind die Geschlechterrollen der 1920er Jahre, die Funktion von Mode als Identitätsmarker sowie der soziale Aufstiegswunsch einer jungen Frau in einer männerdominierten Gesellschaft.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Doris eine ambivalente Figur ist, die zwar emanzipatorische Ideale verfolgt, aber aufgrund ihrer Herkunft und mangelnden Qualifikation letztlich an der Realität und ihren eigenen Illusionen scheitert.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman in den historischen Kontext der Weimarer Republik stellt und die Hauptfigur anhand soziologischer Typologien der „Neuen Frau“ untersucht.
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die literarische Darstellung der Frauenbilder im Roman sowie die symbolische Bedeutung von Kleidung, Statussymbolen und Partnerschaften für Doris' Werdegang.
Die wichtigsten Begriffe sind "Neue Frau", "Glanz", "Inszenierung", "Weiblichkeitsentwürfe" und der Roman "Das kunstseidene Mädchen".
Der Pelz (der Feh) fungiert als Sinnbild für Doris' Wunsch nach Zugehörigkeit und Luxus; er tarnt ihre unterprivilegierte Herkunft und wird zum treuen, aber auch trügerischen Begleiter ihrer gescheiterten Identitätsinszenierung.
Während die "Neue Frau" idealerweise berufliche Unabhängigkeit anstrebt, verfällt Doris in ein pragmatisches Tauschgeschäft ("Körper gegen Ware"), da sie einerseits zwar aus der kleinbürgerlichen Enge ausbrechen will, andererseits jedoch in traditionellen Abhängigkeitsmustern verharrt.
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