Bachelorarbeit, 2019
30 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begegnung mit Schriftsprache in der vorschulischen Zeit
2.1 Orte und Arten der Begegnung
2.2 Familiär bedingte Unterschiede
2.3 Dialogformen
3 Die Entwicklung von Geschichten vor dem Hintergrund der vorschulischen Schriftspracherfahrungen
3.1 Woraus sich eigene Geschichten entwickeln können
3.2 Erzählanreize
3.3 Erzählformen
3.4 Vermischung von Fiktion und Realität
4 Bedeutung der vorschulischen Schriftspracherfahrungen für die narrativen Fähigkeiten und den späteren Schriftspracherwerb
5 Bedeutung der vorschulischen Schriftspracherfahrungen für den Deutschunterricht
6 Zusammenfassung und Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss vorschulischer Schriftspracherfahrungen auf die Entwicklung narrativer Fähigkeiten bei Kindern. Ziel ist es zu analysieren, wie der Umgang mit Bild-Text-Materialien, Vorlesegesprächen und narrativen Strukturen die sprachliche Kompetenz sowie den späteren Schriftspracherwerb und das Textverständnis beeinflusst.
3.2 Erzählanreize
Laut Becker (2005) ist es nicht besonders sinnvoll, Kindern für das eigenständige Erzählen Bildergeschichten vorzulegen und darauf basierend Geschichten erzählen zu lassen. Kinder im vorschulischen Alter sind mit dieser Aufgabe kognitiv noch überfordert, und sie haben kaum Kapazitäten frei, um ihre sprachlichen Mittel voll zu entfalten (vgl. Becker 2005). Sie empfiehlt daher als Erzählanreize Einzelbilder statt zusammenhängender Folgen einzusetzen, da ansonsten eher Bildbeschreibungen stattfinden. Merkel (2008) spricht dagegen davon, dass Kinder heute aufgrund ihres frühen Mediengebrauchs in audiovisueller Phantasiebildung recht gewandt sind und diese auch durchaus zur Anregung eigener Geschichten genutzt werden kann. Besser noch als mit Bildvorlagen lassen sich die sprachliche Kreativität und die Selbstreflektivität bei Nacherzählungen entfalten (vgl. Becker 2005). „Sie [die Kinder – Anm. d. Verf.] bekommen eine sprachlich ausgearbeitete und strukturierte Vorlage, bei deren Wiedergabe nicht nur ihre Erinnerungsfähigkeit geübt wird, sondern auch bedeutende sprachliche Fähigkeiten. Allein durch die Imitation von Wörtern und Sprachformen können die Kinder ihren Stil und ihren Wortschatz bereichern.“ (Becker 2005, S. 42)
Eine Form der Nachbereitung einer Geschichte, die sowohl das Verständnis stärkt als auch die Phantasie anregt, ist das Nachspielen dieser in Form von Rollenspielen. Dabei wird das Spiel durch ein wiederholtes Erzählen des Einstiegs der Geschichte in Gang gesetzt und den Kindern bei stockendem Verlauf mit erzählenden Sätzen geholfen (vgl. Merkel 2005). Näger (2005) bietet eine weitere Auswahl von Hilfsmitteln an, die Kindern Impulse zum Erzählen geben können, so z.B. Erzählsteine, die, wenn man sie in den Händen reibt, eine Geschichte spüren lassen, einen Requisitenkoffer mit verschiedensten Gegenständen, zu denen Geschichten erzählt werden können, die Geschichtenplatte: eine drehbare runde Platte, auf die und um die herum Gegenstände geklebt werden, sodass sich beim Drehen Paare bilden, aus deren überraschender Verbindung dann Geschichten entstehen können oder ein Storyboard als gezeichnete Kulisse, welches als Spielraum einer Geschichte dienen kann.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf vorschulische Schriftspracherfahrungen und skizziert das Ziel, deren Einfluss auf die narrativen Fähigkeiten von Kindern zu beleuchten.
2 Begegnung mit Schriftsprache in der vorschulischen Zeit: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Orte und Arten der Literacy-Erfahrungen und beleuchtet die Auswirkungen familiärer Unterschiede sowie die Bedeutung dialogischer Formen.
3 Die Entwicklung von Geschichten vor dem Hintergrund der vorschulischen Schriftspracherfahrungen: Hier werden die Grundlagen narrativen Lernens diskutiert, wobei insbesondere Anreize, Erzählformen und die Unterscheidung zwischen Fiktion und Realität zentral sind.
4 Bedeutung der vorschulischen Schriftspracherfahrungen für die narrativen Fähigkeiten und den späteren Schriftspracherwerb: Dieser Abschnitt zeigt den direkten Zusammenhang zwischen frühen Erfahrungen und der Entwicklung der Lesefähigkeit sowie des Wortschatzes auf.
5 Bedeutung der vorschulischen Schriftspracherfahrungen für den Deutschunterricht: Kapitel fünf thematisiert, wie Erkenntnisse aus der Vorschulforschung in die didaktische Gestaltung des Anfangsunterrichts einfließen können.
6 Zusammenfassung und Reflexion: Das Fazit fasst die Relevanz der frühkindlichen Literacy-Bildung zusammen und betont die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen zur Chancengleichheit.
Schriftspracherfahrungen, Narrative Fähigkeiten, Literacy, Bilderbuchbetrachtung, Erzähldidaktik, Vorschulalter, Schriftspracherwerb, Lesesozialisation, Dialogisches Lesen, Sprachförderung, Erzählkompetenz, Bild-Text-Interdependenz, Sprachbewusstsein, Bildungschancen, Erzählanreize.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Erfahrungen, die Kinder vor Schuleintritt mit Schrift, Büchern und Erzählungen sammeln, und wie diese die Entwicklung ihrer narrativen Fähigkeiten beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die frühkindliche Lesesozialisation, der Einfluss von Bilderbüchern, die Bedeutung dialogischer Interaktionen und die didaktische Einbettung in den Grundschulunterricht.
Ziel ist es zu klären, in welcher Art und Weise Bild-Text-Erfahrungen vor dem Schriftspracherwerb den Wortschatz, den Stil und das Textverständnis der Kinder langfristig fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur und einschlägiger pädagogischer Studien die Zusammenhänge zwischen vorschulischer Bildung und späterem Lernerfolg analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Orte der Begegnung, die Entwicklung von Geschichten aus diesen Erfahrungen, die Bedeutung für den Schriftspracherwerb und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Deutschunterricht.
Wichtige Begriffe sind Literacy, narrative Fähigkeiten, Schriftspracherwerb, Bilderbuchrezeption, dialogisches Lesen und die Bedeutung des Elternhauses für die Sprachbildung.
Das dialogische Lesen dient als intensives Interaktionsmittel zwischen Kind und Erwachsenem, um Sprachfähigkeiten zu erweitern und Kindern den Zugang zu komplexeren Erzählstrukturen zu erleichtern.
Da Kinder mit sehr unterschiedlichen Vorerfahrungen in die Schule kommen, hilft das Wissen über diese Grundlagen Lehrkräften dabei, den Anfangsunterricht interessenorientiert und fördernd zu gestalten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

