Fachbuch, 2020
105 Seiten
Vorwort
1 Einleitung
2 New Work: Eine Reise mit Chancen und Risiken
2.1 Begriff und Definition
2.2 Zentrale Herausforderungen
3 Dimensionsstufen von Leitbildern
3.1 Klassische Dimension
3.2 Erweiterte Dimension: Transformationsfördernde Funktionen
4 Neues Arbeiten braucht neue Leitbilder
4.1 Ein neues Verständnis: Leitbilder als Orchestrierungslogik
4.2 Ein neues Anforderungsprofil: Performanz-Leitbilder
5 Ästhetische Leitbildentwicklung
5.1 Einordnung
5.2 Theoretische Grundlage
5.3 Umsetzungsvoraussetzung
5.4 Anwendungslogik
6 Diskussion
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Organisationen in Zeiten von New Work durch eine „Ästhetische Leitbildentwicklung“ ihre Identität und Zukunftsfähigkeit proaktiv gestalten können. Dabei wird eine neue Anwendungslogik entwickelt, die über klassische, statische Leitbildansätze hinausgeht und partizipative sowie kunstbasierte Prozesse in den Organisationsalltag integriert, um den komplexen Anforderungen moderner Arbeitswelten gerecht zu werden.
2.2.1 Individualisierung
Die Individualisierung gilt als entscheidende Herausforderung von New Work, da sie eine veränderte Erwartungshaltung an die Erwerbsarbeit mit sich bringt (Hackl et al., 2017; nextpractice, 2016; Pfaff-Czarnecka, 2018). Eine nicht vermutete Vielfalt und Gegensätzlichkeit von Wert- und Lebensvorstellungen in der Arbeitsgesellschaft wurde in der Kulturstudie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ herausgestellt, die nextpractice (2016) gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Wertewelten-Studie belegen, dass die Bedürfnisse bezüglich der Erwerbsarbeit in höchstem Maße individuell und nicht mit einer Musterlösung für alle zu befriedigen sind.
Dabei wird zwischen drei erkennbaren Polen unterschieden, unter denen sich sieben Wertewelten subsummieren lassen. Pol 1 und 2 stehen für die Bedürfnisse nach individueller Leistungsorientierung, Arbeitnehmer*innenrechte und Sozialstaat sowie die Schaffung von guten Arbeitsbedingungen und sozialem Zusammenhalt durch Politik, Gewerkschaften und Organisationen. Pol 3 steht stellvertretend für das Bedürfnis nach sinnstiftender Arbeit und einem individuellen Gleichgewicht von Privatleben und Arbeit. Flexibilität wird deshalb von manchen mit mehr Freiheit und von anderen mit mehr Druck verbunden. Von gut ausgebildeten Personen werden technologische Innovationen mit vielversprechenden Erwartungen assoziiert, weil sich daraus Potenziale hinsichtlich der Selbstverwirklichung und Gestaltung der eigenen Arbeitswelt ergeben. Zusammenfassend kann jedoch behauptet werden, „dass Wettbewerb und der Fokus auf materielle Werte nur noch für eine Minderheit“ (nextpractice, 2016: 46) handlungsleitende Motive sind.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass klassische top-down konzipierte Leitbilder den Anforderungen von New Work-Organisationen oft nicht mehr gerecht werden und neue Transformationsansätze erfordern.
2 New Work: Eine Reise mit Chancen und Risiken: Dieses Kapitel erläutert den Begriff New Work als proaktive Bewegung und analysiert zentrale Herausforderungen wie Individualisierung, Strategieumsetzung, Innovation und Kundenanforderungen.
3 Dimensionsstufen von Leitbildern: Hier werden die Funktionen von Leitbildern in klassische und erweiterte, transformationsfördernde Dimensionen unterteilt, wobei der Fokus auf dem Übergang zu einem prozessorientierten Verständnis liegt.
4 Neues Arbeiten braucht neue Leitbilder: Dieses Kapitel leitet aus den vorangegangenen Analysen ein neues Anforderungsprofil für „Performanz-Leitbilder“ ab, die als Orchestrierungslogik für lernende Organisationen dienen sollen.
5 Ästhetische Leitbildentwicklung: Das Kernkapitel stellt die Ästhetische Leitbildentwicklung als methodischen Ansatz vor, der kunstbasierte Interventionen nutzt, um implizites Wissen und Organisationskultur erfahrbar zu machen.
6 Diskussion: Die Diskussion reflektiert kritisch die Umsetzbarkeit und den Nutzen von Leitbildern sowie die Notwendigkeit, diese als fortlaufende, interaktive Prozesse und nicht als statische Produkte zu begreifen.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Ästhetische Leitbildentwicklung eine wirkungsvolle Herangehensweise bietet, um Synergien zwischen Organisationskultur und Innovationsfähigkeit nachhaltig zu nutzen.
New Work, Ästhetische Leitbildentwicklung, Performanz-Leitbilder, Organisationskultur, Transformation, Orchestrierungslogik, Arts-based Learning, Wissensmanagement, Partizipation, Transformation, Sinnstiftung, Innovationsfähigkeit, Organisationsentwicklung, Selbstverwirklichung, Performanz.
Die Arbeit untersucht, wie Leitbilder in Unternehmen an die veränderten Bedingungen der „New Work“-Arbeitswelt angepasst werden müssen, um als wirksame Steuerungsinstrumente zu dienen.
Die zentralen Felder sind die Organisationskultur, der Wandel zu agilen Arbeitsformen, das Verständnis von Führung in Netzwerken sowie die Integration von ästhetischen und künstlerischen Methoden in Managementprozesse.
Das Ziel ist die Entwicklung eines neuen Ansatzes zur „Ästhetischen Leitbildentwicklung“, der es Organisationen ermöglicht, ihre Identität authentisch zu formulieren und einen nachhaltigen Wandel zu unterstützen.
Die Autorin nutzt eine wissenssoziologische und managementtheoretische Analyse, verknüpft diese mit interdisziplinären Erkenntnissen (z.B. Organisationsästhetik, Kunsttheorie) und leitet daraus ein praxisorientiertes Prozessmodell ab.
Der Hauptteil analysiert die Herausforderungen von New Work, klassifiziert Leitbilddimensionen, erarbeitet ein Anforderungsprofil für moderne „Performanz-Leitbilder“ und präsentiert die Ästhetische Leitbildentwicklung als methodischen Lösungsansatz.
Schlüsselbegriffe sind New Work, Performanz-Leitbilder, Ästhetische Unternehmensführung, Orchestrierungslogik und Arts-based Learning.
Im Gegensatz zu oft top-down gesteuerten Change-Vorhaben setzt die Ästhetische Leitbildentwicklung auf Prozessoffenheit, Partizipation und die bewusste Nutzung ästhetischer Formen, um einen gemeinsamen Sinnrahmen zu schaffen.
Die Autorin verwendet Vergleiche mit Orchestern (insbesondere dem Improvisationsorchester), um zu verdeutlichen, dass New Work kein starres Regelwerk, sondern ein dynamisches, kollektives Zusammenspiel ohne strikte Partitur erfordert.
Performanz beschreibt hier die tatsächliche, gelebte Umsetzung von Werten im Arbeitsalltag, bei der ideelle Zielvorstellungen mit dem konkreten Handeln der Organisationsmitglieder in Einklang gebracht werden.
Führungskräfte erhalten durch dieses Werk eine theoretisch fundierte und methodisch strukturierte Anleitung, wie sie ihre Mitarbeiter aktiv in den Entwicklungsprozess eines Leitbildes einbinden und so eine höhere Identifikation und Selbstwirksamkeit erzielen können.
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